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Vergewaltigung

Von

Erin G. Clifton

, PhD, Department of Psychiatry, University of Michigan

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Vergewaltigung bezeichnet eine Penetration der Scheide, des Afters oder des Mundes unter Drohungen oder Gewaltanwendung gegen eine Person, die in diese Handlungen nicht eingewilligt hat oder nicht einwilligen kann (aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung oder weil sie nicht bei vollem Bewusstsein ist).

  • Opfer haben möglicherweise Risse in der Scheide oder im After, Schnitte und Blutergüsse, emotionale Symptome und Schlafstörungen.

  • Sexuell übertragbare Krankheiten, einschließlich einer HIV-Infektion (humanes Immundefizienz-Virus), und ungewollte Schwangerschaften können die Folge sein.

  • Frauen oder Männer, die vergewaltigt wurden, sollten sich in einer Einrichtung mit speziell geschultem Personal gründlich untersuchen lassen.

  • Häufig sind die Behandlung von Verletzungen, Antibiotika zur Vermeidung von Infektionen, Notfallverhütung und Beratung oder Psychotherapie erforderlich.

  • Wenn möglich, sollten sich Familienmitglieder und enge Freunde nach einer Vergewaltigung mit einem Mitglied des Krisenteams treffen, um zu besprechen, wie das Vergewaltigungsopfer unterstützt werden kann.

Als Vergewaltigung gilt in der Regel die unerwünschte und/oder erzwungene Penetration der Scheide, des Afters oder des Mundes einer anderen Person, die darin nicht eingewilligt hat oder nicht einwilligen kann. Dies beinhaltet Situationen, in denen das Opfer zu einem Einverständnis nicht in der Lage ist (weil es geistig oder körperlich behindert oder nicht bei vollem Bewusstsein ist). Bei noch nicht volljährigen Personen wird eine Penetration der Scheide, des Afters oder des Mundes – ob sie mit deren Einverständnis erfolgt oder nicht – immer als sexueller Missbrauch betrachtet (Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen).

Sexuelle Übergriffe sind weiter gefasst und umfassen den Einsatz von Drohungen oder Gewalt, um einen sexuellen Kontakt zu erzwingen. Das Opfer ist eine Person, die in die sexuellen Handlungen nicht eingewilligt hat oder nicht einwilligen kann, weil sie handlungsunfähig ist. Sexuelle Übergriffe umfassen auch die Verführung von Minderjährigen mit dem Versprechen von Zuneigung oder materiellen Zuwendungen sowie unerwünschte Berührungen oder Küsse.

Der gemeldete prozentuale Anteil von Frauen, die im Laufe ihres Lebens vergewaltigt wurden, schwankt stark – von 2 Prozent bis fast 30 Prozent. Der Prozentsatz der Kinder, die sexuell missbraucht werden, ist ähnlich hoch. Der gemeldete prozentuale Anteil ist wahrscheinlich niedriger als der tatsächliche prozentuale Anteil, da Vergewaltigung und sexueller Missbrauch der Polizei seltener gemeldet werden als andere Verbrechen.

Gewöhnlich ist Vergewaltigung ein Ausdruck von Aggression, Wut oder dem Streben nach Macht und Kontrolle und weniger sexuell motiviert. Viele Frauen, die vergewaltigt werden, werden auch geschlagen und/oder verletzt.

Auch Männer werden vergewaltigt. Der Täter ist häufig ein anderer Mann. Vergewaltigung kommt häufig in Gefängnissen vor. Bei Männern ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie körperliche Verletzungen erleiden, die Vergewaltigung nicht melden und das Opfer von mehreren Tätern werden.

Symptome

Mögliche Symptome und Komplikationen einer Vergewaltigung:

  • Körperliche Verletzungen

  • Psychische Auswirkungen

  • Sexuell übertragbare Krankheiten

  • Schwangerschaft

Zu den körperlichen Verletzungen infolge einer Vergewaltigung zählen Verletzungen am After oder im Genitalbereich, wie Risse im oberen Teil der Scheide, sowie Verletzungen an anderen Körperteilen, wie Blutergüsse, blaue Augen, Schnitte und Kratzwunden. Vergewaltigung kann auch langfristige Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit haben. Es gibt Hinweise darauf, dass Vergewaltigung das Risiko von Asthma, Reizdarmsyndrom, häufigen Kopfschmerzen und chronischen Schmerzen erhöht. Das Risiko für Schlafstörungen und insgesamt schlechte körperliche Gesundheit ist ebenfalls erhöht.

Die seelischen Auswirkungen einer Vergewaltigung sind häufig noch verheerender als die körperlichen Folgen.

Unmittelbare Auswirkungen

Die Verhaltensweisen der Opfer unmittelbar nach einer Vergewaltigung variieren von Gesprächigkeit über Angespanntheit, Weinen und Zittern bis hin zu Schock, Unglauben, Emotionslosigkeit, Reglosigkeit und Lächeln. Emotionslosigkeit weist nur selten auf mangelnde Besorgnis hin. Stattdessen ist es vermutlich viel eher eine Möglichkeit, nicht über das Geschehene nachdenken zu müssen oder die eigenen Emotionen in Schach zu halten. Das Opfer kann aber auch kaum Emotionen an den Tag legen, weil es erschöpft oder gefühlsmäßig abgestumpft ist.

Vergewaltigungsopfer fühlen sich häufig auch ängstlich, unruhig und reizbar. Auch Gefühle wie Wut, Depression, Verlegenheit, Selbstschuld und Scham gibt es, weil sie sich fragen, ob sie die Vergewaltigung womöglich selbst provoziert haben und ob sie das Geschehen hätten vermeiden können. Sie können diese Wut an sich selbst oder fälschlicherweise am Krankenhauspersonal oder an Familienmitgliedern auslassen.

Häufig kommt es zu Schlafstörungen und Albträumen.

Bei den Opfern können sich Stresssymptome entwickeln (sogenannte akute Belastungsstörung). Eine akute Belastungsstörung kann diagnostiziert werden, wenn die Symptome drei Tage bis einen Monat nach der Vergewaltigung anhalten.

Posttraumatische Belastungsstörung

Bei den meisten Opfern gehen die Symptome innerhalb einiger Monate deutlich zurück.

Bei einigen Opfern kommt es zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Diese wird bei PTBS-Symptomen mit den folgenden Merkmalen diagnostiziert:

  • Anhaltende Symptome während mehr als einem Monat

  • Erhebliche Beeinträchtigung der gesellschaftlichen Aktivitäten und der Arbeit des Opfers

  • Nicht durch ein anderes medizinisches Problem oder durch Drogenkonsum hervorgerufen

Symptome einer PTBS umfassen Folgendes:

  • Wiederholtes Durchleben des traumatischen Geschehens (z. B. in Form von Flashbacks oder störenden und belastenden Gedanken oder Vorstellungen)

  • Vermeiden von Situationen, Gedanken und Gefühlen, die mit dem traumatischen Geschehen in Zusammenhang stehen

  • Problematische Gedanken und Stimmungen (z. B. das Gefühl der Verantwortung für die Vergewaltigung oder die Unfähigkeit, positive Gefühle zu erleben)

  • Unfähigkeit, sich an bedeutende Aspekte des Vorfalls zu erinnern

  • Übermäßige Wachsamkeit in Bezug auf Anzeichen von Gefahr und leichte Schreckreaktionen

  • Extreme Angespanntheit, Aufregung oder Reizbarkeit und Unfähigkeit, sich zu entspannen

  • Konzentrations- und Schlafstörungen

Viele Opfer, bei denen sich eine PTBS entwickelt, leiden auch an Depressionen und/oder anderen psychischen Gesundheitsstörungen wie z. B. einer Substanzgebrauchsstörung.

Infektions- oder Schwangerschaftsrisiko

Nach einer Vergewaltigung besteht die Gefahr einer Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit (wie z. B. Gonorrhö, Trichomoniasis, Chlamydieninfektion und Syphilis), Hepatitis B, Hepatitis C und bakterieller Vaginose. Besonders gefürchtet ist eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV), obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung bei einmaligem Geschlechtsverkehr gering ist.

Es kann auch zu einer Schwangerschaft kommen.

Beurteilung

  • Eine körperliche Untersuchung

  • Wenn das Opfer einverstanden ist, können Tests durchgeführt werden, um Beweise zu sammeln und es auf sexuell übertragbare Krankheiten zu untersuchen

  • Schwangerschaftstest

Es ist wichtig, sich nach einer Vergewaltigung gründlich medizinisch untersuchen zu lassen. Wenn die Möglichkeit besteht, werden Frauen, die vergewaltigt oder sexuell missbraucht wurden, zu einem Zentrum für sexuelle Übergriffe gebracht, in dem geschultes und engagiertes Personal arbeitet (in den USA sogenannte Sexual Assault Nurse Examiner, kurz SANE). Das Zentrum kann eine Notaufnahme oder eine eigene Einrichtung sein. In einigen Gegenden gibt es spezielle Einsatzgruppen für sexuelle Übergriffe (Sexual Assault Response Teams, kurz SART). Diese umfassen Mitarbeiter aus Gesundheitspflege, Rechtsmedizin, Beratungsstellen, Strafverfolgung und Staatsanwaltschaft. Auch Männer, die vergewaltigt wurden, sollten sich medizinisch betreuen lassen. Sie werden ganz ähnlich behandelt wie weibliche Vergewaltigungsopfer.

Nach einer Vergewaltigung entscheidet das Opfer, ob es Maßnahmen zustimmt, um eine spätere strafrechtliche Verfolgung zu ermöglichen. Die Vor- und Nachteile eines solchen Vorgehens sollten dem Opfer erklärt werden. Das Opfer sollte nicht das Gefühl haben, unter Druck gesetzt zu werden, obgleich eine Zustimmung meist in dessen eigenem Interesse wäre.

Wenn sich das Opfer entscheidet, gerichtlich gegen den Täter vorzugehen, sind Ärzte gesetzlich verpflichtet, die Polizei zu benachrichtigen und das Opfer zu untersuchen. Die Untersuchung kann Beweise für die strafrechtliche Verfolgung des Vergewaltigers liefern. Der beste Beweis kann sichergestellt werden, wenn das Vergewaltigungsopfer so schnell wie möglich ins Krankenhaus geht, ohne zu baden oder zu duschen, ohne die Zähne zu putzen, ohne sich die Nägel zu schneiden oder die Kleidung zu wechseln und falls möglich sogar ohne Wasser zu lassen. Die Krankenakte, die aufgrund dieser Untersuchung erstellt wird, wird manchmal als Beweismittel vor Gericht verwendet. Die Krankenakte kann jedoch nur dann freigegeben werden, wenn das Opfer seine schriftliche Zustimmung erteilt oder eine Vorladung ausgestellt wird. Die Akte kann dem Opfer auch helfen, sich an Einzelheiten der Vergewaltigung zu erinnern, falls eine Zeugenaussage später erforderlich wird.

Unmittelbar nach der Vergewaltigung hat das Opfer vielleicht Angst, sich einer medizinischen Untersuchung zu unterziehen, oder zögert. Bevor die Untersuchung stattfindet, wird das Opfer gefragt, ob es einen Arzt oder eine Ärztin bevorzugt. Wenn ein männlicher Arzt ein weibliches Opfer untersucht, ist eine Krankenschwester oder eine ehrenamtliche Mitarbeiterin anwesend, die helfen kann, mögliche Ängste der Frau zu zerstreuen. Die Untersuchung findet nach Möglichkeit in einer privaten und ruhigen Umgebung statt.

Vor Beginn der Untersuchung wird erklärt, welche Schritte dabei durchgeführt werden, und das Opfer wird um seine Zustimmung gebeten. Das Opfer sollte so viele Fragen zur Untersuchung und zu deren Zweck stellen, wie es möchte.

Der Arzt oder die Ärztin bittet das Opfer in der Regel, die Ereignisse zu beschreiben, was bei der Untersuchung und der Behandlung behilflich sein kann. Es wird jedoch oft als beängstigend und peinlich empfunden, über die Vergewaltigung zu sprechen. Das Opfer kann deshalb darum bitten, zu einem späteren Zeitpunkt eine vollständige Beschreibung abzugeben, nachdem seine Erstversorgung erfolgt ist. Möglicherweise müssen zuerst seine Verletzungen behandelt werden, sodass das Opfer etwas Zeit gewinnen kann, um sich zu beruhigen.

Wenn das Opfer dazu in der Lage ist, stellt ihm der Arzt beispielsweise die folgenden Fragen zur Vergewaltigung:

  • Welche Körperteile waren betroffen (Scheide, Mund und/oder Rektum)?

  • Ist es zur Ejakulation (Samenerguss) gekommen?

  • Wurde ein Kondom verwendet?

  • Hat der Täter Drohungen gemacht, eine Waffe benutzt oder Gewalt angewendet?

  • Wie sieht der Täter aus?

Im Rahmen der medizinischen Betreuung werden Frauen nach ihrer letzten Periode und nach Verhütungsmethoden gefragt, um das Schwangerschaftsrisiko zu bestimmen. Die Frage nach dem Zeitpunkt des letzten Geschlechtsverkehrs vor der Vergewaltigung dient dazu, etwaige Spermareste dem richtigen Mann zuzuordnen.

Der Arzt oder die Ärztin vermerkt körperliche Verletzungen, wie z. B. Schnittwunden und Kratzer, und untersucht möglicherweise auch Scheide und After auf Verletzungen. Es werden Aufnahmen der Verletzungen gemacht. Da einige Verletzungen wie z. B. Blutergüsse erst später sichtbar werden, kann zu einem späteren Zeitpunkt ein zweiter Satz von Aufnahmen erstellt werden.

Tests und Beweisaufnahme

Mithilfe eines Abstrichs werden Spermaproben und andere Körperflüssigkeiten als Beweismittel entnommen. Andere Proben, wie z. B. Proben von Haaren, Blut oder Haut des Täters (die sich manchmal unter den Fingernägeln des Opfers befinden), werden gesammelt. Manchmal wird ein DNS-Test der Proben durchgeführt, um die Identität des Vergewaltigers zu bestimmen. Einige Kleidungsstücke des Opfers werden möglicherweise als Beweisstücke aufbewahrt.

Mit Zustimmung des Opfers werden Blutuntersuchungen auf Infektionen wie die HIV-Infektion durchgeführt. Falls die ersten Ergebnisse der Tests auf Gonorrhö, Chlamydieninfektion, Syphilis und Hepatitis negativ ausfallen, wird das Opfer 6 Wochen später erneut getestet. Falls die Ergebnisse für Syphilis und Hepatitis immer noch negativ sind, werden die Tests nach 6 Monaten wiederholt. Blutuntersuchungen auf eine HIV-Infektion können nach 90 und nach 180 Tagen wiederholt werden. Ein Papanicolaou-Test (Pap-Test) wird bei Frauen nach 6 Wochen durchgeführt, um eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) auszuschließen.

Gewöhnlich wird ein Schwangerschaftstest während der ersten Untersuchung durchgeführt, um die Menge an humanem Choriongonadotropin im Urin zu bestimmen und eine zum Zeitpunkt der Vergewaltigung bereits bestehende Schwangerschaft festzustellen. Falls die Ergebnisse negativ sind, wird der Test innerhalb von zwei Wochen wiederholt, um eine Schwangerschaft auszuschließen, die infolge der Vergewaltigung eingetreten sein kann.

Behandlung

  • Behandlung aller körperlichen Verletzungen

  • Arzneimittel und manchmal Impfstoffe zur Vermeidung von Infektionen, wie HIV-Infektionen

  • Notfallkontrazeption, falls von der Frau gewünscht

  • Psychologische Unterstützung oder Behandlung

Nach der Untersuchung werden dem Opfer Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, um sich zu waschen, sich umzuziehen, die Zähne zu putzen und auf die Toilette zu gehen.

Alle körperlichen Verletzungen werden behandelt. Risse im Genitalbereich oder am After müssen möglicherweise operativ versorgt werden.

Vermeidung von Infektionen

Um sexuell übertragbare Krankheiten zu verhindern, werden dem Opfer Antibiotika verabreicht. So können zum Beispiel alle folgenden Mittel eingesetzt werden, wenn das Opfer zuerst untersucht wird:

  • Eine Dosis Ceftriaxon, die in einen Muskel injiziert wird (zur Vorbeugung von Gonorrhö)

  • Eine Dosis Metronidazol, die oral eingenommen wird (zur Vorbeugung von Trichomoniasis und bei Frauen von einer bakteriellen Vaginose)

  • Entweder Doxycyclin zur oralen Einnahme während 7 Tagen oder Azithromycin zur einmaligen oralen Einnahme (zur Vorbeugung von Chlamydieninfektionen)

Wenn das Opfer nicht gegen Hepatitis B geimpft ist, wird dies nachgeholt, wobei 1 bzw. 6 Monate nach der ersten Dosis zwei Auffrischimpfungen verabreicht werden.

Wenn die Ergebnisse des HIV-Tests positiv ausfallen, hatte das Opfer wahrscheinlich bereits vor der Vergewaltigung eine HIV-Infektion, da eine durch Geschlechtsverkehr übertragene HIV-Infektion normalerweise erst 9 Tage bis 6 Monate später festgestellt werden kann. Falls die Tests auf HIV positiv waren, wird die Behandlung gegen HIV umgehend eingeleitet.

Falls die HIV-Testergebnisse negativ sind, wird der HIV-Test innerhalb der folgenden Monate mehrmals wiederholt.

Dem Opfer können Medikamente zur Prävention einer HIV-Infektion angeboten werden. Im Durchschnitt liegt die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion nach einer Vergewaltigung durch einen unbekannten Täter bei nur etwa 0,2 Prozent. Das Risiko kann in folgenden Fällen höher sein:

  • Penetration des Afters

  • Blutungen (Täter oder Opfer)

  • Vergewaltigung eines Mannes durch einen Mann

  • Vergewaltigung durch mehrere Täter (zum Beispiel bei Männern im Gefängnis)

  • Vergewaltigung in Gebieten, in denen HIV-Infektionen ungewöhnlich häufig sind

Eine Behandlung zur Prävention der HIV-Infektion ist am wirksamsten, wenn sie innerhalb von 4 Stunden nach der Penetration eingeleitet wird. Sie sollte nicht verabreicht werden, wenn seit der Penetration mehr als 72 Stunden vergangen sind.

Verhütung einer Schwangerschaft

Wenn die Frau nicht bereits schwanger ist, kann eine Notfallkontrazeption angeboten werden, falls die Frau dies möchte. Sie besteht meist aus einer hohen Dosis eines oralen Kontrazeptivums, die sofort verabreicht und nach 12 Stunden wiederholt wird. Diese Behandlung ist zu 99 Prozent wirksam, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach der Vergewaltigung durchgeführt wird.

Das Einführen eines Intrauterinpessars (IUP) innerhalb von 10 Tagen nach der Vergewaltigung ist sogar noch wirksamer.

Wenn es infolge der Vergewaltigung zu einer Schwangerschaft kommt, können betroffene Frauen einen Schwangerschaftsabbruch in Betracht ziehen.

Psychologische Unterstützung

Der Arzt erklärt dem Opfer die psychischen Reaktionen, die häufig auf die Vergewaltigung folgen (wie z. B. übermäßige Furcht oder Angst oder Schuldgefühle). Dies kann den Opfern helfen, die eigenen Reaktionen zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen.

Es sollte so bald wie möglich ein Gespräch mit einer in der Intervention bei Vergewaltigungen geschulten Person stattfinden. Opfer werden an ein Krisenteam für Vergewaltigung verwiesen, falls es in der Region einen Ansprechpartner gibt. Dieses Team kann hilfreiche medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung leisten. Für Opfer kann es eine Erleichterung darstellen, über die Vergewaltigung und die Gefühle zu diesem Ereignis zu sprechen.

Wenn Opfer nach der Vergewaltigung weiterhin Symptome aufweisen, werden sie an einen Psychologen, Sozialarbeiter oder Psychiater überwiesen.

Familienmitglieder und Freunde fühlen sich möglicherweise ähnlich wie das Opfer: ängstlich, wütend oder schuldig. Sie können dem Opfer irrational die Schuld zuweisen. Neben den eigenen Gefühlen muss das Opfer einer Vergewaltigung oft mit negativen, mitunter urteilenden und abfälligen Reaktionen von Freunden, Familienmitgliedern und Amtspersonen fertig werden. Diese Reaktionen können die Regeneration behindern. Familienmitglieder oder enge Freunde können davon profitieren, sich mit einem Mitglied des Krisenteams für Vergewaltigungen oder der Evaluierungsabteilung für Sexualdelikte zu treffen und über ihre Gefühle zu sprechen, aber auch darüber, wie sie dem Opfer helfen können. Normalerweise hilft es dem Opfer am meisten, wenn unterstützend zugehört wird und keine starken Gefühle über die Vergewaltigung ausgedrückt werden. Das Beschuldigen oder Kritisieren des Opfers kann seine Genesung beeinträchtigen.

Ein Hilfsnetzwerk von medizinischen Fachkräften, Freunden und Familienmitgliedern kann für das Opfer sehr hilfreich sein.

Weitere Informationen

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