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Schilddrüsenerkrankungen in der Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD, University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Schilddrüsenerkrankungen können vor der Schwangerschaft oder im Verlauf der Schwangerschaft auftreten. Die Schwangerschaft löst keine Veränderung der Symptome der Schilddrüsenerkrankung aus. Welche Auswirkungen auf das ungeborene Kind bestehen, hängt von der Art der Schilddrüsenerkrankung ab, sowie davon, welche Arzneimittel zur Behandlung verabreicht werden. Im Allgemeinen stellen folgende Gegebenheiten ein Risiko dar:

Dies sind die häufigsten Ursachen einer Hypothyreose bei schwangeren Frauen:

Hatte bzw. hat eine Frau eine Schilddrüsenerkrankung, müssen sie und ihr Kind während und nach der Schwangerschaft eng überwacht werden. Die Ärzte führen regelmäßige Untersuchungen durch, um nach Änderungen der Symptome zu suchen. Auch werden Bluttests zur Messung der Schilddrüsenhormonwerte gemacht.

Morbus Basedow

Bei der Basedow-Krankheit (eine Autoimmunerkrankung) stimulieren abweichende Antikörper die Schilddrüse zur übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormon. Diese Antikörper können durch die Plazenta zum Fötus gelangen und auch dort die Schilddrüse anregen. Dadurch kann es beim Fötus zu einer beschleunigten Herzfrequenz und unzureichendem Wachstum kommen. Die Schilddrüse des Fötus kann sich vergrößern und zu einem Kropf entwickeln. In seltenen Fällen ist der Kropf so groß, dass der Fötus nur mit Mühe schlucken kann, zu viel Flüssigkeit in der Fruchtblase angesammelt wird (Polyhydramnion) oder die Wehen vorzeitig einsetzen.

Die Basedow-Krankheit wird während einer Schwangerschaft mit der oralen Verabreichung einer möglichst niedrigen Dosis Propylthiouracil behandelt. Körperliche Untersuchungen und Messungen der Schilddrüsenhormonwerte werden regelmäßig durchgeführt, da das Propylthiouracil die Plazenta passiert. Durch das Medikament kann es zu einer Verlangsamung der Aktivität der Schilddrüse kommen. Auch kann es sein, dass der Fötus nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone produziert. Eine weitere Folge kann die Bildung eines Kropfes beim Ungeborenen sein. Synthetische Schilddrüsenhormone, die gewöhnlich ebenfalls zur Behandlung dieser Erkrankung verwendet werden, werden bei einer bestehenden Schwangerschaft nicht mit Propylthiouracil verwendet. Diese Hormone können Probleme verdecken, die bei zu hohen Dosen von Propylthiouracil auftreten, und sie können beim Fötus eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen. Anstelle von Propylthiouracil kann Methimazol verabreicht werden.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft bessert sich die Basedow-Krankheit oft so weit, dass die Dosis des Medikaments verringert oder es ganz abgesetzt werden kann.

Radioaktives Jod, das gewöhnlich zur Diagnose oder Behandlung der Basedow-Krankheit verwendet wird, wird in der Schwangerschaft nicht eingesetzt, da es Schäden an der Schilddrüse des Kindes verursachen kann.

Kommt es zu einer thyreotoxischen Krise (plötzliche extreme Überfunktion der Schilddrüse) oder einer Verschlimmerung der Symptome, werden den Frauen unter Umständen Betablocker verabreicht (die gewöhnlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden).

Wenn nötig, wird die Schilddrüse der schwangeren Frau während des zweiten Trimesters entfernt. Die betroffenen Frauen müssen 24 Stunden nach der Operation mit der Einnahme synthetischer Schilddrüsenhormone beginnen. Bei diesen Frauen verursachen die Hormone keine Komplikationen beim Fötus.

Schilddrüsenunterfunktion

Eine Hypothyreose verursacht bisweilen das Ausbleiben der Menstruation. Jedoch haben Frauen mit leichter oder mäßiger Hypothyreose in vielen Fällen normale Perioden und können schwanger werden. Während der Schwangerschaft können die Frauen weiterhin ihre übliche Dosis des synthetischen Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) nehmen. Im Verlauf der Schwangerschaft muss die Dosis unter Umständen angepasst werden.

Wird eine Hypothyreose erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert, wird sie mit Thyroxin behandelt.

Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen wird, bei der aufgrund einer Immunsystemstörung das eigene Gewebe angegriffen wird. Da das Immunsystem bei einer Schwangerschaft unterdrückt wird, ist die Erkrankung weniger offensichtlich, da weniger Symptome festgestellt werden. Schwangere Frauen entwickeln jedoch zuweilen eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion, die behandelt werden muss.

Subakute Schilddrüsenentzündung

Die subakute Schilddrüsenentzündung (plötzliche Entzündung der Schilddrüse) tritt häufig während einer Schwangerschaft auf. Die Schilddrüse kann sich vergrößern und zu einem empfindlichen Kropf entwickeln. Der Kropf entsteht gewöhnlich während oder nach einer Atemwegsinfektion. Es kann zu einer vorübergehenden Schilddrüsenüberfunktion und zum Auftreten von Symptomen kommen.

Eine subakute Schilddrüsenentzündung erfordert in der Regel keine Behandlung.

Schilddrüsenerkrankungen nach der Entbindung

In den ersten 6 Monaten nach der Entbindung kann die Schilddrüse eine Unter- (Hypothyreose) oder Überfunktion (Hyperthyreose) aufweisen.

Schilddrüsenerkrankungen nach der Entbindung kommen bei den folgenden Frauen häufiger vor:

  • Frauen mit Kropf

  • Frauen mit engen Familienangehörigen, die unter einer Hyperthyreose oder Hypothyreose aufgrund einer Autoimmunreaktion leiden

  • Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis

  • Frauen mit Typ-1-Diabetes

Bei Frauen mit den obigen Risikofaktoren misst der Arzt die Schilddrüsenhormonwerte während des ersten Trimesters und nach der Entbindung. Schilddrüsenerkrankungen nach der Entbindung sind in der Regel vorübergehend, müssen aber möglicherweise behandelt werden.

In den ersten paar Wochen nach der Entbindung kann es plötzlich zu einer schmerzlosen Thyreoiditis mit vorübergehender Schilddrüsenüberfunktion kommen. Die Ursache ist wahrscheinlich eine Autoimmunreaktion. Die Erkrankung kann bestehen bleiben, in periodischen Zeitabständen erneut auftreten oder sich konstant verschlimmern.

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