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Infektionen während der Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD, University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Die am häufigsten während einer Schwangerschaft auftretenden Infektionen, z. B. der Haut, der Harn- und der Atemwege, verursachen keine gravierenden Probleme. Einige Infektionen können jedoch vor oder während der Entbindung auf den Fötus übergehen und ihm Schaden zufügen oder eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Es muss auch berücksichtigt werden, ob die Einnahme von Antibiotika und anderen antimikrobiellen Wirkstoffen während einer Schwangerschaft sicher ist.

Im Folgenden werden sexuell übertragbare Krankheiten erläutert, die Komplikationen hervorrufen können:

  • Auch Gonorrhö kann beim Neugeborenen eine Bindehautentzündung verursachen.

  • Syphilis kann über die Plazenta von der Mutter auf den Fötus übertragen werden. Syphilis kann beim Neugeborenen verschiedene Geburtsfehler und andere Probleme verursachen. Schwangere werden in frühen Phasen der Schwangerschaft regelmäßig auf Syphilis untersucht. Durch die Behandlung einer Syphilis während der Schwangerschaft werden in der Regel sowohl die Mutter als auch das Kind geheilt.

  • Eine Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV) wird bei etwa einem Viertel bis einem Drittel der Schwangerschaften auf das Kind übertragen, wenn die infizierten Frauen keine Behandlung erhalten. Frauen mit einer HIV-Infektion sollten laut Experten antiretrovirale Medikamente während der Schwangerschaft einnehmen. Wenn die Frauen eine Kombination an antiretroviralen Medikamenten einnehmen, kann das Risiko einer Übertragung des HIV auf den Fötus bis auf 1 Prozent reduziert werden. Auch ein geplanter Kaiserschnitt kann das Ansteckungsrisiko weiter senken. Das Fortschreiten der HIV-Infektion scheint sich durch eine Schwangerschaft nicht zu beschleunigen.

  • Genitalherpes kann während der vaginalen Entbindung auf das Kind übertragen werden. Mit Herpes infizierte Kinder können an einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung erkranken, der Herpesenzephalitis. Eine Herpesinfektion bei Kindern kann auch andere innere Organe schädigen und Haut- und Mundgeschwüre, bleibende Gehirnschäden und sogar den Tod verursachen. Wenn gegen Ende der Schwangerschaft Herpesbläschen im Genitalbereich auftreten oder Herpes während der Schwangerschaft zum ersten Mal auftritt, wird gewöhnlich zum Kaiserschnitt geraten, um das Kind vor einer Ansteckung zu schützen. Solange keine Bläschen vorliegen und der Herpes bereits vor der Schwangerschaft aufgetreten ist, ist die Gefahr einer Übertragung sehr gering, und eine vaginale Entbindung ist möglich.

  • Eine Zika-Virusinfektion kann während der Schwangerschaft dazu führen, dass das Baby mit einem zu kleinen Kopf geboren wird (Mikrozephalie). Der Kopf ist zu klein, weil er sich nicht normal entwickelt hat. Die Zika-Virusinfektion kann beim Baby auch Augenprobleme verursachen. Das Zika-Virus wird von Mücken übertragen, doch es kann auch durch Geschlechtsverkehr und Vollbluttransfusionen übertragen werden. Schwangere können das Virus auch vor oder während der Geburt an ihr Kind weitergeben.

Unter anderem können die folgenden Infektionen, die nicht sexuell übertragen werden, Probleme verursachen:

  • Röteln (Rubella) können Probleme hervorrufen, insbesondere unzureichendes Wachstum vor der Geburt (zu klein für das Gestationsalter), Katarakte, angeborene Fehlbildungen des Herzens, Schwerhörigkeit und Entwicklungsverzögerungen.

  • Eine Infektion mit dem Zytomegalievirus kann die Plazenta überwinden und beim Fötus zu Schäden an Leber und Gehirn führen. Auch kann es sein, dass der Fötus nicht wie erwartet wächst.

  • Windpocken (Varizellen) erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt. Unter Umständen kann es zu einem Augenschaden beim Fötus oder zu Defekten der Extremitäten, Erblindung oder zu einer geistigen Behinderung kommen. Der Kopf des Fötus kann kleiner als normal ausfallen (Mikrozephalie).

  • Toxoplasmose, eine Protozoeninfektion, kann eine Fehlgeburt auslösen, den Fötus absterben lassen oder schwere Fehlbildungen verursachen.

  • Listeriose, eine bakterielle Infektion, erhöht das Risiko vorzeitiger Wehen sowie einer Fehlgeburt oder Totgeburt. Es kann sein, dass die Infektion bei Neugeborenen auftritt, ihre Symptome jedoch erst mehrere Wochen nach der Geburt festzustellen sind.

  • Bakterielle Infektionen der Scheide (z. B. bakterielle Vaginose) können vorzeitige Wehen oder einen verfrühten Blasensprung zur Folge haben.

  • Harnwegsinfektionen erhöhen die Gefahr vorzeitiger Wehen und eines vorzeitigen Blasensprungs der Fruchtblase, in der sich der Fötus befindet.

Hepatitis ist sexuell übertragbar, wird jedoch oft auch auf andere Weise übertragen. Sie gilt daher normalerweise nicht als sexuell übertragbare Krankheit. Hepatitis bei Schwangeren kann das Risiko einer Frühgeburt erhöhen. Die Krankheit kann bei der Entbindung zudem von der Mutter auf das Kind übertragen werden und zu Komplikationen führen.

Behandlung

  • Manchmal Medikamente, je nach Abwägung von Nutzen und Risiken

Um zu entscheiden, ob eine schwangere Frau mit antimikrobiellen Medikamenten behandelt werden soll, wägen die Ärzte die Risiken der Einnahme des Medikaments gegenüber den Risiken der Infektion ab.

Die Einnahme gewisser antibakterieller Medikamente wie z. B. Penizilline, Cephalosporine und Arzneimittel in Verbindung mit Erythromycin (sogenannte Makrolide) wird im Allgemeinen als gefahrlos betrachtet.

Andere antibakterielle Medikamente, darunter Tetrazykline und Fluorchinolone, können zu Komplikationen beim Fötus führen (siehe Tabelle mit einigen Arzneimitteln, die Probleme während der Schwangerschaft verursachen können).

Der Arzt erwägt auch, ob eine Behandlung Vorteile mit sich bringen könnte. Hat eine Frau beispielsweise eine bakterielle Vaginose, zeigt jedoch keine Symptome, und besteht keine Risikoschwangerschaft, wird eine Behandlung der bakteriellen Vaginose nicht als gewinnbringend betrachtet.

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