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Stürze bei älteren Menschen

Von

Laurence Z. Rubenstein

, MD, MPH, University of Oklahoma College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2019| Inhalt zuletzt geändert Apr 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema
  • Zu den meisten Stürzen kommt es, wenn Menschen mit einer Erkrankung, die die Beweglichkeit oder das Gleichgewicht beeinträchtigt, auf eine Gefahr in der Umgebung treffen.

  • Obwohl die meisten Menschen vor einem Sturz keine Symptome haben, treten bei manchen Schwindel oder andere Symptome auf.

  • Durch den Sturz kann es zu Knochenbrüchen oder Blutergüssen kommen.

  • Ärzte führen häufig Tests und Untersuchungen durch, um zu beurteilen, ob eine zugrundeliegende Erkrankung zum Sturz beigetragen hat.

  • Stürze können durch Vorsichtsmaßnahmen in der Wohnung verhindert werden.

  • Nach der Behandlung der Verletzungen arbeiten die Patienten mit Physiotherapeuten, um das Risiko für nachfolgende Stürze zu reduzieren.

Bei älteren Menschen kommt es häufig zu Stürzen. Ungefähr ein Drittel der älteren Menschen, die zu Hause leben, stürzen mindestens einmal pro Jahr und bei ungefähr 50 % der Menschen, die in einem Pflegeheim leben, kommt es zu Stürzen. In den Vereinigten Staaten sind Stürze die häufigste Ursache für einen tödlichen Unfall und die siebthäufigste Todesursache bei Personen ab dem 65. Lebensjahr. Bei Personen, die bereits einen Sturz hinter sich haben, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit eines erneuten Sturzes.

Stürze führen häufig zu Verletzungen. Manche Verletzungen, wie z. B. eine gebrochene Hüfte, können schwerwiegend sein. Bei älteren Menschen brechen die Knochen bei Stürzen leichter, weil viele von ihnen poröse und schwache Knochen haben (Osteoporose). Einige Verletzungen, die durch einen Sturz verursacht werden, sind tödlich.

Viele ältere Menschen haben Angst zu stürzen. Die Angst zu stürzen kann zu Problemen führen. Menschen können hinsichtlich der Ausführung ihrer üblichen Aktivitäten besorgt sein und damit ihr Selbstvertrauen und sogar ihre Unabhängigkeit verlieren. Ältere Menschen können Vieles tun, um ihre Ängste zu überwinden und ihr Risiko für Stürze zu mindern. Zu wissen, was Stürze verursacht, kann hier helfen.

Wussten Sie ...

  • Obwohl viele ältere Menschen stürzen, gehen Stürze nicht automatisch mit dem Älterwerden einher.

Ursachen

Stürze können die Folge von Erkrankungen sein, die die Beweglichkeit oder das Gleichgewicht beeinträchtigen, von Gefahren in der Umgebung oder potenziellen Gefahrensituationen. Viele Stürze passieren, wenn mehrere Ursachen zusammenwirken. Zum Beispiel können Menschen mit Parkinson-Krankheit und beeinträchtigter Sehkraft (körperlicher Zustand) über ein Verlängerungskabel stolpern (Umgebungsgefahr), wenn sie schnell einen Anruf entgegennehmen möchten (potenzielle Gefahrensituation).

Der Gesundheitszustand einer Person wird durch die Veränderungen infolge des Älterwerdens an sich, durch körperliche Fitness, vorliegende Erkrankungen und eingenommene Arzneimittel beeinflusst. Der Gesundheitszustand hat vermutlich größere Auswirkungen auf das Risiko für Stürze als Umgebungsgefahren und Gefahrensituationen. Ein schlechter oder beeinträchtigter Gesundheitszustand erhöht nicht nur das Risiko für Stürze, sondern wirkt sich auch darauf aus, wie Menschen auf Gefahren oder Gefahrensituationen reagieren.

Körperliche Beeinträchtigungen, die das Risiko für Stürze erhöhen, sind u. a. solche, die Folgendes betreffen:

  • Gleichgewicht oder Gehen

  • Sehkraft

  • Kribbeln, insbesondere in den Füßen

  • Muskelkraft

  • Kognition

  • Blutdruck und Herzschlag

Die Einnahme von Medikamenten, die sich auf die Aufmerksamkeit auswirken (z. B. opioide Schmerzmittel, angstlösende Medikamente und bestimmte Antidepressiva) oder den Blutdruck senken (z. B. blutdrucksenkende Mittel, Diuretika und bestimmte Herzmedikamente), kann ebenfalls das Sturzrisiko erhöhen.

Umgebungsgefahren sind bei der Mehrheit der Stürze beteiligt. Zu Stürzen kann es kommen, wenn Menschen eine Gefahr nicht erkennen oder nicht schnell genug auf eine erkannte Gefahr reagieren.

Umgebungsgefahren, die das Risiko für Stürze erhöhen, sind u. a.:

  • Unzureichende Beleuchtung

  • Läufer, Bettvorleger oder Badvorleger

  • Rutschige Böden

  • Elektro- oder Verlängerungskabel oder Gegenstände, die im Weg liegen bzw. stehen

  • Unebene Bürgersteige und kaputte Bordsteinkanten

  • Fremde unbekannte Umgebungen

Die meisten Stürze passieren in der Wohnung. Manche passieren sogar, während die Person ruhig da steht. Die meisten Stürze ereignen sich jedoch, während sich Menschen bewegen – sich ins Bett legen oder aus dem Bett aufstehen, sich auf einen Stuhl oder Toilettensitz setzen oder von diesem aufstehen, beim Gehen oder Treppen hoch- oder hinuntersteigen. Während Menschen in Bewegung sind, können sie straucheln oder stolpern oder das Gleichgewicht verlieren. Jede Bewegung kann gefährlich werden. Wenn Menschen jedoch in Eile sind oder wenn ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge gerichtet ist, wird die Bewegung dadurch noch gefährlicher. Wenn man zum Beispiel zur Toilette oder zum Telefon rennt (insbesondere in der Nacht im Halbschlaf oder im Halbdunkel) oder mit einem schnurlosen Telefon telefoniert, kann das Gehen noch gefährlicher werden.

Symptome

Häufig haben Menschen keine Symptome, bevor sie stürzen. Wenn eine Umgebungsgefahr oder eine Gefahrensituation zu einem Sturz führt, gibt es wenig oder keine Vorwarnung. Wenn ein Sturz jedoch teilweise oder vollständig infolge einer Erkrankung der Person passiert, können vor dem Sturz eventuell Symptome auftreten. Zu den Symptomen gehören unter anderem:

  • Schwindel

  • Benommenheit

  • Unregelmäßiger oder schneller, hämmernder Herzschlag (Palpitation)

Durch Stürze kommt es häufig zu Verletzungen und diese sind im Alter tendenziell schwerer. Mehr als die Hälfte aller Stürze führt zumindest zu einer leichten Verletzung, wie z. B. Bluterguss, Bänderdehnung oder Muskelzerrung. Schwerwiegendere Verletzungen umfassen gebrochene Beine, Bänderrisse, tiefe Schnittwunden und Schädigung von Organen, wie z. B. der Nieren oder der Leber. Ungefähr 2 % der Stürze führen zu einer gebrochenen Hüfte. Andere Knochen (im Oberarm, Handgelenk und Becken) brechen bei ungefähr 5 % der Stürze. Manche Stürze gehen mit Bewusstseinsverlust oder einer Kopfverletzung einher.

Stürze können noch weitere Probleme verursachen, wenn die Person nicht direkt aufstehen oder Hilfe holen kann. Solch eine Situation kann beängstigend sein und die betroffene Person kann sich hilflos fühlen. Auf dem Boden liegen zu bleiben kann, selbst wenn es nur wenige Stunden sind, unter anderem zu folgenden Problemen führen:

Die Auswirkungen eines Sturzes können für längere Zeit anhalten. Ungefähr die Hälfte der Menschen, die gehen konnten, bevor sie stürzten und sich die Hüfte brachen, kann später, selbst nach Behandlung und Rehabilitation, nicht mehr so gut gehen. Menschen, die einmal gestürzt sind, können eine Angst zu stürzen entwickeln, wodurch ihnen das Selbstvertrauen geraubt wird. Infolgedessen bleiben sie eventuell zu Hause und geben Aktivitäten, wie z. B. einkaufen gehen, Freunde besuchen und putzen, auf. Wenn Menschen weniger aktiv sind, können die Gelenke steif und die Muskeln schwach werden. Steife Gelenke und schwache Muskeln können das Risiko für Stürze weiter erhöhen und Bemühungen, aktiv und unabhängig zu bleiben, erschweren. Stürze scheinen für viele Menschen ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung zu sein, in ein Pflegeheim oder eine betreute Wohneinrichtung zu ziehen. Aus all diesen Gründen können Stürze die Lebensqualität beträchtlich reduzieren.

Einige Stürze sind sehr ernst und führen zum Tod. Der Tod kann plötzlich eintreten – beispielsweise wenn der Kopf gegen eine harte Oberfläche schlägt und es im oder um das Gehirn zu unkontrollierten Blutungen kommt. Sehr viel häufiger tritt der Tod erst später infolge von Komplikationen in Verbindung mit schweren, durch den Sturz verursachten Verletzungen ein.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal Labortests

Es ist äußerst wichtig, dass die Patienten ihren Arzt über etwaige Stürze informieren, auch wenn sie nicht danach gefragt wurden. Nur so kann der Arzt feststellen, ob behandelbare Ursachen für den Sturz bestehen. Menschen, die gestürzt sind, informieren Ihren Arzt eventuell nur widerwillig darüber, weil sie glauben, dass Stürze einfach zum Älterwerden gehören, insbesondere wenn sie sich nicht verletzt haben. Selbst Menschen, die sich bei einem Sturz schwer verletzt haben und in einer Notaufnahme behandelt wurden, geben eventuell nur widerwillig zu, dass sie gestürzt sind. Womöglich möchten sie nicht, dass andere denken, sie seien hilflos, und dass sie deshalb aus ihrem Zuhause in eine beaufsichtigte Umgebung, wie z. B. ein Pflegeheim, ziehen müssen.

Um die Ursache herauszufinden, fragen die Ärzte nach den Umständen des Sturzes, einschließlich eventuell direkt vor dem Sturz aufgetretener Symptome (z. B. Schmerzen in der Brust, Schwindel oder Atemnot) und jeglicher Aktivitäten, die eventuell zu dem Sturz beitrugen. Zeugen werden gebeten, den Ablauf des Sturzes zu beschreiben. Die Ärzte fragen auch nach der Einnahme von Arzneimitteln (verschreibungspflichtige und rezeptfreie) und dem Alkoholkonsum, um herauszufinden, ob diese zum Sturz beigetragen haben könnten. Ärzte wollen auch herausfinden, ob der Gestürzte das Bewusstsein verloren hat und ob er ohne Hilfe wieder aufstehen konnte.

Ärzte führen zunächst eine körperliche Untersuchung durch, um die Person auf Verletzungen hin zu überprüfen und um Informationen über mögliche Ursachen des Sturzes zu erhalten. Eine solche Untersuchung umfasst Folgendes:

  • Blutdruckmessung: Wenn der Blutdruck sinkt, wenn die Person aufsteht, kann der Sturz durch orthostatische Hypotonie verursacht worden sein.

  • Herzgeräusche: Mit einem Stethoskop hört der Arzt das Herz ab, um festzustellen, ob eine sehr langsame Herzfrequenz, ein unregelmäßiger Herzrhythmus, Herzklappenprobleme oder Herzversagen vorliegt.

  • Beurteilung von Muskelkraft und Bewegungsumfang: Ärzte beurteilen den Rücken und die Beine und überprüfen die Füße auf Probleme hin.

  • Beurteilung der Sehkraft und des Nervensystems: Die Funktionen des Nervensystems, z. B. Muskelstärke, Koordination, Lageempfinden und Gleichgewicht, werden von den Ärzten geprüft.

Zuweilen werden die Patienten vom Arzt gebeten, einige übliche Aktivitäten auszuführen, z. B. sich auf einen Stuhl zu setzen und wieder aufzustehen oder eine Stufe zu begehen bzw. auf eine Stufe zu steigen. Die Beobachtung dieser Aktivitäten kann den Ärzten helfen, Erkrankungen zu identifizieren, die zum Sturz beigetragen haben.

Ist der Sturz die Folge einer Umgebungsgefahr und ist es zu keinen größeren Verletzungen gekommen, werden eventuell keine Tests oder Untersuchungen durchgeführt. Wenn jedoch der Gesundheitszustand der Person zum Sturz beigetragen haben könnte, sind eventuell Tests und Untersuchungen erforderlich. Wenn die körperliche Untersuchung zum Beispiel Nachweise für ein Herzproblem liefert, werden eventuell die Herzfrequenz und der Herzrhythmus mittels Elektrokardiographie (EKG) aufgezeichnet. Diese Untersuchung kann einige Minuten dauern und in der Praxis des Arztes erfolgen. Der Patient kann auch gebeten werden, für ein oder zwei Tage ein mobiles EKG-Gerät (Langzeit-EKG ) bei sich zu tragen. Blutuntersuchungen, wie z. B. ein vollständiges Blutbild und Messungen der Elektrolytwerte, können bei den Patienten hilfreich sein, bei denen Schwindel und Benommenheit aufgetreten sind. Wenn eine Störung des Nervensystems vorzuliegen scheint, kann die Durchführung einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes eventuell Ergebnisse liefern.

Vorbeugung

Ältere Menschen können viele einfache, praktische Dinge tun, um dabei zu helfen, ihr Risiko für Stürze zu reduzieren.

  • Regelmäßige körperliche Bewegung: Krafttraining oder Widerstandstraining kann helfen, schwache Beine zu stärken, und damit die Stabilität beim Gehen verbessern. Tai Chi und Gleichgewichtsübungen, wie z. B. Stehen auf einem Bein, können das Gleichgewicht verbessern. Die Übungsprogramme sollten auf die Bedürfnisse der Person zugeschnitten werden. Viele Seniorenzentren, CVJM- oder andere Gesundheitszentren bieten kostenlose oder kostengünstige Gruppenübungen an, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind.

  • Tragen geeigneter Schuhe: Schuhe mit fester, rutschsicherer Sohle, einer Verstärkung im Knöchelbereich und flachen Absätzen sind am besten geeignet.

  • Nach dem Sitzen oder Liegen langsam aufstehen und einen Moment innehalten, bevor man losgeht: Diese Strategie kann Schwindel vorbeugen, weil dem Körper Zeit gegeben wird, sich an den Positionswechsel zu gewöhnen.

  • Erlernen einfacher Kopfbewegungen: Einfache Kopfbewegungen, als Epley-Manöver bezeichnet, können manchen älteren Menschen helfen, die bei Bewegung Schwindel empfinden. Dazu gehören auf bestimmte Weise ausgeführte Drehungen des Kopfes. Beim ersten Mal erfolgt die Ausführung in der Regel zusammen mit dem Arzt, aber Patienten können auch lernen, das Epley-Manöver allein auszuführen, falls Wiederholungen erforderlich sind.

  • Überprüfung eingenommener Arzneimittel: Patienten können einen Arzt oder eine medizinische Fachkraft bitten, alle verschreibungspflichtigen oder rezeptfreien Arzneimittel zu überprüfen, um festzustellen, ob irgendeines der Arzneimittel das Risiko für Stürze erhöhen könnte. Falls solche Arzneimittel eingenommen werden, können Ärzte eventuell die Dosis senken oder der Patient kann die Einnahme des Arzneimittels möglicherweise absetzen.

  • Regelmäßige Überprüfung der Sehkraft: Die richtige Brille zu erhalten und diese auch zu tragen kann Menschen helfen, Stürzen vorzubeugen. Die Behandlung von Glaukom oder Katarakten, die die Sehkraft einschränken, kann ebenfalls helfen.

  • Von einem Physiotherapeuten Ratschläge zu den Möglichkeiten einholen, wie das Risiko für Stürze reduziert werden kann: Einige ältere Menschen benötigen einen Physiotherapeuten, der ihnen richtiges Gehen beibringt, insbesondere wenn sie ein Hilfsmittel wie eine Gehhilfe oder einen Gehstock verwenden (siehe Abbildung zur richtigen Höhe). Physiotherapeuten können dabei behilflich sein, andere passende Hilfsmittel der richtigen Größe für die Patienten zu finden (z. B. abnehmbare Trittflächen an Rollstühlen), und ihnen zeigen, wie diese zu verwenden sind.

Die richtige Höhe

Für Patienten, die sich von einer Beinverletzung erholen, ist die Benutzung eines Gehstocks in der richtigen Höhe wichtig. Ein zu langer oder zu kurzer Gehstock kann Kreuzschmerzen, Haltungsfehler und Instabilität verursachen. Der Stock sollte auf der Seite des gesunden Beins gehalten werden.

Die richtige Höhe

Umgebungsgefahren können manchmal beseitigt oder behoben werden.

  • Die Beleuchtung kann verbessert werden, indem die Anzahl der Lampen erhöht oder die Art der Lampen geändert wird.

  • Lichtschalter können so positioniert werden, dass sie leicht erreichbar sind. Bewegungsempfindliche Lichtsensoren oder Beleuchtungen, die bei Berührung angehen, können eingesetzt werden.

  • Angemessene Beleuchtung für Stufen (innen und außen) und für den Außenbereich sind besonders bei Dunkelheit wichtig. Die Treppen sollten über rutschfeste Trittflächen und ein stabiles, griffsicheres Geländer verfügen. Helle selbstklebende Streifen können zur deutlichen Markierung der Schritte angebracht werden.

  • Elektro- oder Verlängerungskabel, die im Weg herumliegen, können beseitigt werden, indem mehr Steckdosen installiert oder die Kabel um die Türöffnungen herum oder unter dem Bodenbelag befestigt werden.

  • Gegenstände, die auf dem Boden und auf der Treppe umherliegen, können aus dem Weg geräumt werden.

  • Für Personen, die beim Aufstehen etwas zum Festhalten benötigen, können neben der Toilette, der Badewanne und an anderen Stellen Griffstangen installiert werden. Die Griffstangen müssen korrekt installiert werden, damit sie nicht aus der Wand gerissen werden können.

  • Erhöhte Toilettensitze können hilfreich sein.

  • Läufer, Bettvorleger oder Badvorleger können entfernt, festgeklebt oder am Boden befestigt werden. Auch können rutschfeste Rückseiten verwendet werden.

  • Im Bad und in der Küche sollten rutschfeste Matten verwendet werden.

  • Häufig benutzte Haushaltsgegenstände können in Wandschränken, Schränken oder an anderen Stellen zwischen Taillen- und Augenhöhe verstaut werden, damit man sie erreichen kann, ohne sich dabei strecken oder beugen zu müssen.

Den sicheren Umgang mit potenziellen Gefahrensituationen zu lernen kann wichtiger sein, als die Umgebungsgefahr zu beseitigen. Manchmal müssen Menschen mehr auf potenzielle Gefahren achten und über Wege nachdenken, wie tägliche Aufgaben sicherer ausgeführt werden können. Zum Beispiel können in der ganzen Wohnung schnurlose Telefone verteilt werden, damit man nicht rennen muss, um einen Anruf entgegenzunehmen.

Stürze können jedoch nicht immer verhindert werden. Deshalb sollten Personen, die sich leicht eine Hüfte brechen können, wie z. B. Personen mit Osteoporose, ihre Knochenstärke maximieren, indem sie angemessene Mengen an Kalzium und Vitamin D und zusätzliche verschreibungspflichtige Arzneimittel einnehmen, um ihren Knochenabbau zu verlangsamen. Manche Menschen in Pflegeheimen oder Einrichtungen mit betreutem Wohnen können es erwägen, einen Hüftschutz zu tragen, ein unter der Kleidung über der Hüfte getragenes Polster aus Kunst- und Schaumstoff, das Hüftfrakturen vorbeugen kann, wenn es regelmäßig getragen wird. Diese Polster haben sich nicht als so wirksam erwiesen für Menschen, die noch selbstständig zu Hause leben.

Zu wissen, was im Fall eines Sturzes zu tun ist, kann älteren Menschen helfen, weniger Angst vor Stürzen zu haben. Wenn sie stürzen und nicht aufstehen können, können sie sich auf den Bauch drehen, zu einem Möbelstück (oder einem anderen Gegenstand, der ihr Gewicht hält) kriechen und sich daran selbst hochziehen.

Ältere Menschen sollten außerdem eine gute Möglichkeit haben, Hilfe zu rufen. Personen, die bereits mehrmals gestürzt sind, können ein Telefon auch an einen Ort platzieren, der vom Boden aus zu erreichen ist. Eine weitere Option ist die Einrichtung eines persönlichen Notrufsystems (ein medizinisches Alarmsystem), das ein Signal sendet, dass jemand kommen soll, um nach ihnen zu sehen. Die meisten dieser Systeme umfassen einen Alarmknopf, der als Halskette getragen wird. Drückt man auf den Knopf, wird ein Hilferuf gesendet.

Tabelle
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Checkliste mit Maßnahmen zur Vorbeugung von Stürzen in der Wohnung

Alle Zimmer

Erreichbare Lichtschalter

Keine im Weg herumliegenden Elektro- oder Verlängerungskabel

Keine Läufer, Bettvorleger oder Badvorleger

Schnurloses Telefon

Robustes Mobiliar (keine lockeren Ständer/Beine, Räder oder Drehlager)

Kein Gerümpel in den Fluren

Geräumte Gänge

Küche

Erreichbare Wandschränke (damit man sich weder beugen noch strecken muss)

Rutschfeste Matten

Schlafzimmer

Erreichbare Nachttischlampe

Nachtlicht

Befestigter bzw. rutschfester Teppich oder Teppichboden

Badezimmer

Erhöhter Toilettensitz

Griffstangen

Rutschfeste Matten

Nachtlicht

Rutschfeste Streifen oder eine rutschfeste Gummimatte in der Dusche oder Badewanne

Verwendung von Badeschuhen oder Duschstühlen (ein Duschstuhl ermöglicht Menschen mit Gleichgewichtsstörungen, sich beim Duschen hinzusetzen)

Entfernung von Schlössern oder Verwendung von Schlössern, die auf beiden Seiten der Tür geöffnet werden können

Wohnzimmer

Befestigter bzw. rutschfester Teppich oder Teppichboden

Stühle mit Armlehnen

Treppen (innen und außen)

Gute Beleuchtung

Stabile Geländer

Rutschfeste Trittflächen

Stufenhöhe unter 15 Zentimetern

Behandlung

  • Behandlung von aus Stürzen resultierenden Verletzungen

  • Behandlung von Erkrankungen und Schulung zur Prävention von Stürzen

Oberste Priorität hat die Behandlung von Verletzungen wie Kopfverletzungen, Frakturen, Bänderdehnungen und Muskelzerrungen.

Als Nächstes gilt es, nachfolgende Stürze zu verhindern, indem Erkrankungen behandelt werden, die zum Sturz beigetragen haben könnten. Bei Menschen mit sehr langsamer Herzfrequenz in Verbindung mit Benommenheit kann zum Beispiel ein Herzschrittmacher implantiert werden. Sofern möglich, werden potenziell schädliche Arzneimittel abgesetzt oder die Dosis reduziert oder es wird stattdessen ein anderes Arzneimittel verordnet.

Physio- und Ergotherapeuten können Patienten helfen, das Gehen und das Gleichgewicht sowie ihr Selbstvertrauen nach einem Sturz zu verbessern. Sie können Tipps geben, wie man Stürze vermeiden kann. Außerdem können Therapeuten Patienten ermutigen, aktiv zu bleiben. Physiotherapie und Gleichgewichtstraining und Dehnen unter Aufsicht können dazu beitragen, das Risiko für Stürze zu verringern.

Weitere Informationen

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
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