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Diäten

Von

Adrienne Youdim

, MD, David Geffen School of Medicine at UCLA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Quellen zum Thema

Eine Diät bezeichnet die Ernährung oder Ernährungsform eines Menschen, unabhängig vom Ziel, das damit erreicht werden soll – sei es Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, Reduktion der Fettzufuhr, Vermeidung von Kohlenhydraten oder kein besonderes Ziel. Jedoch wird der Begriff oft verwendet, um das Ziel einer Gewichtsabnahme auszudrücken, die viele Menschen mit aller Energie anstreben.

Gesunde Ernährungsformen nach Standard für Kinder und Erwachsene basieren auf dem durchschnittlichen Bedarf von Personen mit bestimmten Merkmalen:

  • Sie müssen kein Gewicht ab- oder zunehmen.

  • Sie müssen keinen Bestandteil der Ernährung aufgrund von Krankheiten, Risiken oder fortgeschrittenem Alter einschränken.

  • Sie verbrauchen durchschnittliche Energiemengen beim Sport oder anderen schweren körperlichen Aktivitäten.

Daher kann eine gesunde Diät stark von dem abweichen, was für Ernährungsformen nach Standard empfohlen wird. Spezialdiäten sind zum Beispiel Ernährungspläne für Personen mit Diabetes, bestimmten Nieren- oder Leberkrankheiten, koronarer Herzkrankheit, hohen Cholesterinspiegeln, Osteoporose, Divertikelkrankheit, chronischer Verstopfung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten erforderlich. Es gibt besondere diätetische Empfehlungen für kleine Kinder, doch stehen für andere Altersgruppen wie ältere Menschen nur wenige Empfehlungen zur Verfügung.

Der Alterungsprozess im Visier: Ernährung

Die beste Diät für ältere Menschen konnte noch nicht definiert werden. Jedoch kann es älteren Menschen guttun, einige Formen ihrer Ernährung auf der Grundlage der mit dem Altern einhergehenden Veränderungen anzupassen. Für Nährstoffe wie Kohlenhydrate und Fette sind keine Änderungen erforderlich.

  • Kalorien: Mit dem Älterwerden neigen Menschen dazu, weniger aktiv zu werden, damit also weniger Energie zu verbrauchen, was leichter zu einer Gewichtszunahme führt. Der Versuch, weniger Kalorien zu sich zu nehmen, um nicht zuzunehmen, kann zu einer Mangelernährung mit manchen Nährstoffen führen, besonders mit Vitaminen und Mineralstoffen. Falls ältere Menschen körperlich aktiv bleiben, ist es möglich, dass sich ihr Kalorienbedarf nicht ändert.

  • Protein: Mit dem Älterwerden verlieren die meisten Menschen Muskelmasse. Wenn sie nicht genug Protein zu sich nehmen, kann dieser Verlust von Muskelmasse noch stärker ausfallen. Menschen, die Essprobleme haben (beispielsweise bedingt durch Schluckbeschwerden oder dentale Probleme), können Protein aus Nahrungsmitteln aufnehmen, die leichter zu kauen sind als Fleisch. Dazu zählen z. B. Fisch, Milchprodukte, Eier, Erdnussbutter, Bohnen und Sojaprodukte.

  • Ballaststoffe: Durch Zufuhr ausreichender Mengen von Ballaststoffen kann der mit zunehmendem Alter träger werdende Verdauungstrakt beschleunigt werden. Ältere Menschen sollten 8 bis 12 Portionen von Nahrungsmitteln mit hohem Ballaststoffgehalt täglich essen. Am besten ist es, Ballaststoffe aus Nahrungsmitteln aufzunehmen, doch können auch Ballaststoffergänzungsmittel wie Flohsamenschalen (Psyllium) notwendig werden.

  • Vitamine und Mineralstoffe: Ältere Menschen sollten möglicherweise Ergänzungspräparate mit speziellen Vitaminen und Mineralstoffen zusätzlich zu einem Multivitaminpräparat zu sich nehmen. Beispiele dafür sind Kalzium, Vitamin D und Vitamin B12. Der Erhalt von ausreichend Kalzium und Vitamin D über die Nahrung ist schwierig. Diese Nährstoffe tragen zur Stabilität der Knochenstärke bei, was besonders für ältere Menschen wichtig ist. Manche älteren Menschen nehmen nicht mehr ausreichend Vitamin B12 auf, obwohl sie über die Nahrung genug davon zu sich nehmen. Denn Magen und Darm verlieren nach und nach die Fähigkeit, Vitamin B12 aus Nahrungsmitteln zu entfernen oder zu absorbieren. Ältere Menschen mit diesem Problem können Vitamin B12 besser als Ergänzungspräparat resorbieren.

  • Wasser: Mit dem Älterwerden dehydrieren Menschen eher, da sie Durst nicht mehr so gut wahrnehmen können. Daher müssen Menschen sich bewusst vornehmen, ausreichend zu trinken, anstatt zu warten, bis sie sich durstig fühlen.

Ältere Menschen leiden öfter unter Krankheiten oder nehmen Medikamente, die den Nährstoffbedarf des Körpers oder dessen Fähigkeit, den Nährstoffbedarf zu decken, verändern. Krankheiten und Medikamente können den Appetit verringern oder die Resorption von Nährstoffen negativ beeinflussen. Bei Arztbesuchen sollten ältere Menschen sich erkundigen, ob ihre Krankheiten oder Medikamente die Ernährung in irgendeiner Form beeinflussen.

Gewichtsreduktionsdiäten

Damit das Körpergewicht reduziert werden kann, muss der Verbrauch von Kalorien größer sein als die Aufnahme. In der Regel wird empfohlen, 500 bis 1000 weniger Kalorien pro Tag zu sich zu nehmen, um etwa 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche zu verlieren. Ein halbes Kilogramm Körperfett entspricht etwa 3.500 Kalorien. Es ist jedoch nicht garantiert, dass ein Verzicht von 3.500 Kalorien beim Essen zu einem Gewichtsverlust von 0,5 Kilogramm führt, da viele Faktoren einen Einfluss darauf haben, wie viel Gewicht verloren (oder zugenommen) wird. Dies wird anhand der folgenden Beispiele deutlich:

  • Wenn man Gewicht verliert, beginnt der Körper damit, die Energie effizienter einzusetzen (möglicherweise als Schutz gegen Hungerzustände), so dass weniger Kalorien verbrannt werden und weniger Fett zur Energiegewinnung abgebaut wird.

  • Wie viel ein Mensch an Fett und Gewicht verliert, ist bei jedem Einzelnen sehr unterschiedlich, auch bei Verzicht auf die gleiche Kalorienzahl.

Daher ist es schwierig, einzuschätzen, wie viel Fett und Gewicht eine Person verliert.

Die meisten konservativen Diäten zur Gewichtsreduktion empfehlen die Aufnahme von 1.200 bis 1.400 Kalorien pro Tag. Wenn das Gewicht schnell verloren werden muss, können weniger als 1.000 Kalorien aufgenommen werden. Solche Diäten sollten nur unter Aufsicht eines Arztes und nur dann durchgeführt werden, wenn sie ärztlich verordnet wurden. So kann der Arzt sicherstellen, dass die Diät eine ausreichende Menge an lebenswichtigen Nährstoffen enthält, einschließlich Protein. Eine Aufnahme von weniger als 800 Kalorien ist schwer durchzuhalten und wird ohne ärztliche Betreuung nicht empfohlen.

Um gesund abzunehmen, sollte die Kost etwa das gleiche Volumen haben wie vorher, aber mehr Ballaststoffe und Flüssigkeit enthalten. Zudem sollte der Anteil von gesättigten Fettsäuren und Zucker niedrig, essenzielle Nährstoffe, darunter auch Antioxidantien, sollten dagegen enthalten sein.

Folgende allgemeine Richtlinien können Menschen bei der Gewichtsabnahme unterstützen:

  • Das Lesen von Nahrungsmitteletiketten: Die Etiketten geben an, welche Nährstoffe und Kalorienmenge die Nahrungsmittel, auch Getränke, enthalten. Damit können Verbraucher ihre Ernährung effizienter planen.

  • Kalorien zählen: Verbraucher können nachverfolgen, wie viele Kalorien sie zu sich nehmen. Damit lässt sich die Kalorienzufuhr kontrollieren.

  • Auswahl nährstoffreicher Nahrung mit geringem Kaloriengehalt: Wenn weniger Kalorien verzehrt werden, ist es schwieriger, die erforderlichen Nährstoffe – insbesondere Vitamine und Mineralstoffe – aufzunehmen. Somit sollten Verbraucher Nahrungsmittel auswählen, die viele Nährstoffe und weniger Kalorien enthalten. Zum Beispiel bieten Bohnen und Hülsenfrüchte viele Nährstoffe, ohne viele Kalorien zu enthalten. Diese Nahrungsmittel sind darüber hinaus reich an Ballaststoffen und Füllstoffen und führen somit dazu, dass man sich satt und zufrieden fühlt. Durch den Verzehr von Obst und Gemüse in vielen verschiedenen Farben (wie Erdbeeren, Pfirsiche, Brokkoli, Spinat und Kürbis) kann eine Vielzahl der empfohlenen Nährstoffe und Antioxidantien aufgenommen werden.

  • Auch der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel zu gewissen Tageszeiten kann den Gewichtsverlust unterstützen: Beispielsweise sollten schnelle Energielieferanten wie Kohlenhydrate möglichst am Morgen und in Phasen mit ausgiebiger Bewegung verzehrt werden, weil der Körper dann eine größere Energiemenge benötigt. Am geringsten ist der Energiebedarf in der Nacht, sodass eine Vermeidung von Kohlenhydraten zur Abendmahlzeit sinnvoll sein kann.

  • Verzehr von Zucker- und Fettersatzstoffen: Solche Ersatzstoffe und Nahrungsmittel, die diese enthalten, können manchmal zu einer reduzierten Kalorienaufnahme beitragen.

  • Bewegung: Die Kombination aus gesteigerter körperlicher Betätigung und Kalorienreduktion fördert die Gewichtsreduktion stark, da somit die Anzahl der vom Körper verbrauchten Kalorien ansteigt. Beispielsweise verbrennt man bei raschem Gehen rund 4 Kalorien pro Minute, sodass bei flottem Gehen über eine Stunde pro Tag etwa 240 Kalorien verbrannt werden. Beim Laufen verbrennt man sogar rund 6 bis 8 Kalorien pro Minute. Körperliche Aktivität erhält die Menge des Muskelgewebes (Muskelmasse) und durch Krafttraining wird die Muskelmasse gesteigert. Da Muskelgewebe sogar im Ruhezustand mehr Kalorien als Fettgewebe verbrennt, führen mehr Muskeln zu einer erhöhten Stoffwechselrate (die Menge an Kalorien, die der Körper im Ruhezustand verbrennt) und einem höheren Kalorienbedarf.

Wussten Sie ...

  • Unabhängig von der durchgeführten Diät müssen, um eine Gewichtsreduktion zu erreichen, weniger Kalorien aufgenommen werden als der Körper verbraucht.

Eiweißreiche, kohlenhydratarme Ernährung

Ernährungsformen mit hohem Eiweißanteil und geringem Gehalt an einfachen Kohlenhydraten sind bei Schlankheitskuren in Mode. Solche Diätformen sind oft auch fettarm, da jedes Gramm Fett viele zusätzliche Kalorien liefert. Bei manchen Ernährungsformen mit hohem Proteinanteil und geringem Kohlenhydratgehalt, wie der Atkins-Diät, ist jedoch das Gegenteil der Fall.

Hinter diesen Diäten steht die Überlegung, dass langsame Energielieferanten wie Eiweiß und Fett für einen ständigen Energienachschub sorgen und auf diese Weise das Abnehmen fördern. Darüber hinaus fühlen sich Menschen nach dem Verzehr von Proteinen gesättigter als nach dem Verzehr anderer Makronährstoffe, und sie tragen dazu bei, die magere Körpermasse während der Diät zu erhalten. Andererseits leeren sich die Kohlenhydrate schneller aus dem Magen und werden schneller verdaut. Auch die Insulinproduktion wird durch Kohlenhydrate angeregt, was sowohl den Appetit als auch die Bildung von Fettdepots fördert.

Experten sind sich uneinig, ob das Vermeiden von Nahrungsmitteln mit hohem glykämischem Index, besonders bei kohlenhydratarmen Diätformen, das Abnehmen unterstützt. Der Effekt des glykämischen Index ist weniger von Bedeutung, wenn Kohlenhydrate nur einen kleinen Prozentsatz der Gesamtkalorienzahl darstellen. In einer kohlenhydratarmen Diät ist der Geschwindigkeitsunterschied, mit dem die Kohlenhydrate aus verschiedenen Lebensmitteln mit ihren unterschiedlichen glykämischen Indizes verdaut werden, manchmal so gering, dass er meist kaum bemerkt wird. Das Vermeiden von Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index schließt manchmal auch die Aufnahme wertvoller Vitamine und Mineralstoffe aus. Ebenso sind sich Experten uneinig darüber, wie wichtig die Glykämische Last (der Glykämische Index plus der Menge an Kohlenhydraten in einem Nahrungsmittel) für den Gewichtsverlust ist.

Manche Experten raten von einer proteinreichen Ernährung über einen längeren Zeitraum ab. Es gibt Nachweise dafür, dass jahrelange sehr eiweißreiche Diäten die Nierenfunktion einschränken und möglicherweise im höheren Alter zu einer Nierenschwäche führen können. Menschen mit bestimmten Nieren- und Lebererkrankungen sollten von einer eiweißreichen Diät Abstand nehmen. Denn diese Ernährungsform kann die Verstoffwechselung bestimmter Medikamente beschleunigen und damit deren Wirkungsweise beeinflussen.

Diäten mit einem äußerst geringen Kohlenhydratanteil von weniger als 100 Gramm am Tag können zur Anhäufung von Ketosäuren (Ketose) führen. Wenn der Körper nicht die seinem Bedarf entsprechende Energiemenge erhält und keine Kohlenhydrate zur Deckung des Energiebedarfs gespeichert hat, baut er Fett ab. Dabei stellt er Ketosäuren her. In kleinen Mengen anfallende Ketosäuren werden von den Nieren problemlos ausgeschieden. In höherer Konzentration können sie jedoch Übelkeit, Müdigkeit, Mundgeruch und sogar Benommenheit (wegen zunehmender Dehydration) und Herzrhythmusstörungen (wegen der Störung des Elektrolythaushalts) hervorrufen. Bei einer kohlenhydratarmen Diät oder jeder anderen Maßnahme zur Gewichtsreduktion sollte viel Wasser getrunken werden, damit die Ketosäuren aus dem Körper gespült werden können.

Kohlenhydratarme Diäten erzielen in der ersten Woche meist einen erstaunlichen Gewichtsverlust, wenn der Körper die gespeicherten Kohlenhydrate (Glykogen) nutzt. Bei der Aufspaltung von Glykogen wird viel Wasser freigesetzt, was den Gewichtsverlust verstärkt. Später beginnt der Körper jedoch, zur Energiegewinnung die Fettreserven anzugreifen. Dann verlangsamt sich die Gewichtsabnahme. Personen, die eine kohlenhydratarme Diät durchführen, ersetzen die gemiedenen Kohlenhydrate manchmal durch Fett. In solchen Fällen kann die Ernährung so fettreich sein, dass die Gesamtkalorienzufuhr den Verbrauch des Körpers übertrifft. Nach dem Verbrauch des Glykogens kann die Gewichtsabnahme dann nicht mehr weiter fortgesetzt werden.

Drei beliebte proteinreiche und kohlenhydratarme Diäten, die hauptsächlich auf Gewichtsverlust abzielen, sind die Keto-, die Paleo- und die Atkins-Diät.

Die Keto-(Ketose-)Diät basiert auf einer stark beschränkten Kohlenhydrataufnahme auf weniger als etwa 50 Gramm pro Tag und darauf, das Fett als Energiequelle für das Gehirn zu mobilisieren. Die Kalorien werden nicht auf einen vorgegebenen Wert beschränkt, sondern dadurch eingeschränkt, dass Proteine und Fett, aber nur ganz wenig Kohlehydrate, sowie begrenzte Mengen an Obst und Gemüse verzehrt werden. Man geht davon aus, dass man sich aufgrund der hohen Proteinaufnahme und Bildung von Ketonen, die in der Leber aus dem Fett gewonnen werden, nicht hungrig fühlt und seinen Appetit besser kontrollieren kann, wenn man weniger Kohlenhydrate zu sich nimmt. Diese Diät kann fettarmen Diäten gegenüber beim Gewichtsverlust überlegen sein. Zu den Nebenwirkungen der Keto-Diät gehören die „Keto-Grippe“, mit Symptomen wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen. Langfristig kann sie zu Nierensteinen und Knochenschwund führen. Patienten mit chronischen Erkrankungen, einschließlich Diabetes und Niereninsuffizienz, sollten diese Diät nicht ohne ärztliche Aufsicht beginnen.

Die Paleo-Diät ist eine kohlenhydratarme Ernährung, die auf Nahrungsmitteln basiert, die während der Steinzeit gegessen worden sein könnten. Sie besteht aus Proteinen, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen. Getreide, Milchprodukte, Kartoffeln, Zucker und verarbeitete Lebensmittel werden dabei weggelassen. Diese Diät kann leichter eingehalten werden als die Keto-Diät, da sie weniger restriktiv ist. Allerdings kann es trotzdem schwierig sein, das Gewicht zu halten.

Die Atkins-Diät basiert auf der Begrenzung der Kalorienaufnahme auf etwa 2.000 Kalorien täglich durch Einschränkung der Kohlenhydrate, aber ohne Beschränkung von Fetten und Proteinen.

Fettarme Ernährung

Fett enthält viele Kalorien pro Gramm und wird leichter als Körperfett abgelagert als Eiweiß und Kohlenhydrate. Eine Verringerung der Fettaufnahme um nur 10 Gramm pro Tag entspricht etwa 90 Kalorien weniger. Daher scheint man durch eine Reduzierung der Fettmenge anstatt der Menge an Eiweiß oder Kohlenhydraten schneller an Gewicht zu verlieren. Allerdings funktioniert eine solche Diät nur dann, wenn die Kalorienzufuhr ganz allgemein eingeschränkt wird. Menschen, die sich fettarm ernähren, essen möglicherweise mehr Kohlenhydrate und Eiweiß als normal und nehmen somit letztlich mehr Kalorien zu sich.

Darüber hinaus sind nicht alle Fette gleich. Eine Verringerung der Menge an gesättigten Fetten und Transfetten wirkt sich positiv aus, da dies zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut führt. Eine Senkung des Cholesterinspiegels kommt den meisten Menschen, die eine Diät halten, zugute, da bei Übergewicht das Risiko einer Atherosklerose mit eventuell nachfolgendem Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt. Eine starke Reduzierung mehrfach ungesättigter und einfach ungesättigter Fette kann jedoch schädlich sein, da hierdurch der Spiegel des Lipoproteins mit hoher Dichte (High-Density-Lipoprotein, HDL), des „guten“ Cholesterins, abnimmt. Ein niedriger HDL-Spiegel kann das Risiko für Atherosklerose erhöhen.

Die Pritikin-Diät ist eine fettarme/proteinarme Diät, die auf der Aufnahme naturbelassener, unverarbeiteter und natürlicher kohlenhydratreicher Lebensmittel wie Getreide, Gemüse und Obst basiert.

Ballaststoffreiche Ernährung

Ballaststoffe tragen auf mehreren Wegen indirekt zum Gewichtsverlust bei:

  • Sie stellen Volumen zur Verfügung, wodurch schneller ein Sättigungsgefühl eintritt.

  • Sie verlangsamen die Entleerung des Magens, sodass das Sättigungsgefühl länger anhält.

  • Ballaststoffreiche Kost muss gründlich gekaut werden; dadurch isst man langsamer und vielleicht auch weniger.

Zudem füllen ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse, Weizenbrot und Bohnen den Magen ohne viele Kalorien. Der Verzehr von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln kann es mit sich bringen, dass man geringere Mengen weniger sättigender, kalorienreicher Lebensmittel zu sich nimmt, beispielsweise solche mit hohem Fettgehalt. Jedoch sind ballaststoffreiche Nahrungsergänzungsmittel wie Guarkernmehl und Zellulose im Rahmen einer Gewichtsreduktion nicht effektiv.

Flüssige Ernährung

Flüssigdiäten werden häufig zur Gewichtsreduktion verwendet, hauptsächlich deshalb, weil sie unkompliziert sind. Doch ist die Zusammensetzung solcher Flüssigkeiten unterschiedlich, und viele tragen nicht besonders zur Gewichtsabnahme bei.

Einige kommerziell verfügbare Flüssigdiäten sind, wie auch die meisten beim Arzt erhältlichen Flüssigdiäten, sehr ausgewogen und enthalten angemessene Mengen von Protein, Kohlenhydraten und Fett sowie zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe. Die Verwendung solcher Produkte zum Ersatz von einer bis drei Mahlzeiten pro Tag kann dabei helfen, die eingenommene Kalorienzahl zu reduzieren und somit an Gewicht zu verlieren oder ein Gewicht zu halten.

Andere Flüssigdiäten bestehen dagegen zu einem großen Teil aus Kohlenhydraten, um ein süßes, geschmackvolles Getränk herzustellen, und enthalten mitunter viele Kalorien. Solche Flüssigdiäten sind besser als Ergänzung zu anderen Nahrungsmitteln für Personen geeignet, die an Gewicht zunehmen möchten.

Kommerzielle Diätprogramme

Es gibt verschiedene kommerzielle Programme zur Gewichtsabnahme, aber bei vielen ist nicht wissenschaftlich belegt, dass sie zur Gewichtsabnahme führen. Einige beliebte und kommerzielle Diäten sind kurzfristig wirksam. Aber die Betroffenen kommen häufig später wieder auf ihr altes Gewicht, weil sie die Ernährung langfristig nicht einhalten können. Im Folgenden finden Sie drei beliebte kommerzielle Diätprogramme, die derzeit vermarktet werden.

TOPS oder Take Pounds Off Sensibly (Vernünftig abnehmen) ist ein Verhaltensänderungsprogramm, das einen Ernährungsplan mit kalorienbeschränkten und portionskontrollierten Mahlzeiten vorsieht und Unterstützung bei Verhaltensänderung und Aufklärung in Form von persönlichen Beratungen und Online-Tools anbietet. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer verloren an Gewicht und hielten diesen Gewichtsverlust über 7 Jahre, wenn sie im Programm blieben.

WW (ehemals Weight Watchers) ist ein Programm zur Gewichtsreduktion, das aus einem kalorienbegrenzten, portionskontrollierten Ernährungsplan mit Unterstützung der Verhaltensänderung in Form von wöchentlichen Gruppenbesprechungen besteht. Studien zeigen, dass die Überweisung zu WW eine positive Ergänzung zu einer vom Arzt bereitgestellten Gewichtsreduktionsbehandlung sein kann und zu einem größeren Gewichtsverlust und Einhaltung einer qualitativ hochwertigen Ernährung führt als andere Maßnahmen zur kalorienarmen Diät.

Mahlzeitenersatzdiäten sind eine wirksame Strategie für Gewichtsabnahme und Erhalt des Gewichtsverlusts. Kommerzielle Gewichtsabnahmeprogramme mit Ersatzprodukten für Mahlzeiten (z. B. Jenny Craig) haben erfolgreich zu Gewichtsverlust geführt, wie auch andere Ernährungspläne mit kommerziellen Mahlzeitenersatzdiäten. Der Gewichtsverlust ist höher, wenn die Anzahl der Ersatzprodukte höher ist.

Modediäten

Modediäten, darunter einige der oben genannten, sind zahlreich. Viele Modediäten versprechen eine rasche Gewichtsabnahme, liefern aber keine wissenschaftlichen Nachweise ihrer Effektivität. Einige fordern eine extreme Reduktion der aufgenommenen Kalorienmenge. Andere bauen auf Ergänzungsprodukte, die angeblich die Fettverbrennung fördern. Wieder andere stützen sich auf den Verzehr eines einzigen Nahrungsmitteltyps.

Es gibt keinen Nachweis dafür, dass diese Diäten zu einem dauerhaften Gewichtsverlust führen, viele sind sogar gefährlich. Einige liefern nicht ausreichend Nährstoffe und können im Lauf der Zeit zu schweren Stoffwechselstörungen wie Knochenabbau, Abbau der Knochendichte und -stärke (mit Osteoporose), Menstruationsproblemen, Herzrhythmusstörungen, hohen Cholesterinspiegeln, Nierensteinen und verstärkter Gicht führen.

Diäten zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens

Einige Diäten wurden in Studien gründlich untersucht und sind erwiesenermaßen förderlich für die Gesundheit – zum Beispiel zur Senkung des Risikos für Atherosklerose (einschließlich koronarer Herzkrankheit), das auch zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Zu diesen Diäten gehören die mediterrane Ernährungsweise und die DASH-Diät.

Die mediterrane Ernährung enthält große Mengen an Olivenöl, Obst, Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten. Sie beinhaltet Fisch und Geflügel (jedoch in kleineren Mengen als Fisch). Milchprodukte, Fleisch wie Rind und Schwein sowie Süßigkeiten werden nur selten verzehrt. Das Trinken von Wein wird in Maßen empfohlen.

Studien haben gezeigt, dass die mediterrane Ernährung zur Verringerung des Risikos von Atherosklerose, einschließlich koronarer Herzkrankheit, beiträgt. Diese Ernährungsweise reduziert deutlich das Sterblichkeitsrisiko durch eine koronare Herzkrankheit sowie das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris (Schmerzen in der Brust, die auftreten, wenn das Herz nicht mit genügend Blut und Sauerstoff versorgt wird).

Wenn die konsumierte Kalorienzahl reduziert wird, kann die mediterrane Ernährung zu einem größeren Gewichtsverlust führen als eine fettarme Ernährung. Diese Art der Ernährung ist besonders hilfreich für übergewichtige Menschen und Menschen mit Diabetes, einer Herzerkrankung oder Risikofaktoren für Atherosklerose (und koronare Herzkrankheit).

Bei der DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) liegt der Schwerpunkt auf dem Verzehr von viel Obst und Gemüse sowie fettarmen Milchprodukten. Somit enthält diese Diät wenig gesättigte Fettsäuren und Cholesterin. Sie umfasst Geflügel, Fisch, Vollkornprodukte und Nüsse und reduziert den Verzehr von rotem Fleisch, Süßigkeiten und Salz.

Selbst wenn das Gewicht nicht reduziert wird, kann die DASH-Diät bei Menschen mit und ohne Bluthochdruck den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel senken und den Cholesterinspiegel verbessern. Von dieser Diät können Menschen mit Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, einer Herzerkrankung oder Risikofaktoren für Atherosklerose (und koronare Herzkrankheit) profitieren.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
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