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Überblick über die Milz

Von

Harry S. Jacob

, MD, DHC, University of Minnesota Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Quellen zum Thema

Die Milz ist ein schwammiges, weiches Organ, ungefähr so groß wie eine Faust, das im oberen Teil der Bauchhöhle sitzt, direkt unterhalb des Brustkorbs auf der linken Seite. Die Milzarterie bringt Blut vom Herzen zur Milz. Das Blut verlässt die Milz über die Milzvene und gelangt dann durch die Pfortader in die Leber. Die Milz ist von faserreichem Bindegewebe umgeben (der Milzkapsel), das ihre Blut- und Lymphgefäße trägt.

Die Milz besteht aus zwei grundsätzlichen Gewebetypen, die jeweils unterschiedliche Funktionen haben:

  • Weiße Pulpa

  • Rote Pulpa

Die weiße Pulpa ist Teil des Systems, das Infektionen bekämpft (Immunsystem). Sie bildet bestimmte weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten, die wiederum schützende Antikörper (spezielle Eiweiße, die eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Fremdstoffe im Körper spielen) produzieren.

Die rote Pulpa filtert das Blut und entfernt unerwünschtes Material. Die rote Pulpa enthält andere weiße Blutkörperchen, die Phagozyten, die Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren aufnehmen. Sie kontrolliert auch, ob rote Blutkörperchen fehlgebildet, zu alt oder zu geschädigt sind, um noch richtig zu funktionieren, und zerstört sie. Die rote Pulpa dient außerdem als Reservoir für Blutbestandteile, besonders für weiße Blutkörperchen und Blutplättchen (zellähnliche Partikel, die bei der Blutgerinnung helfen). Das Freisetzen dieser Bestandteile ist aber keine wichtige Funktion der roten Pulpa.

Betrachtung der Milz

Betrachtung der Milz

Asplenie

Menschen können ohne eine Milz leben (dieser Zustand wird als Asplenie bezeichnet).

Asplenie ist der Verlust der Milzfunktion aufgrund von Folgendem:

  • Fehlen der Milz bei der Geburt

  • Operative Entfernung der Milz (Splenektomie)

  • Eine die Milz betreffende Erkrankung

Das Fehlen der Milz bei der Geburt ist eine seltene Erkrankung. Säuglinge, die davon betroffen sind, haben häufig auch einen Herzfehler.

Eine Splenektomie ist die operative Entfernung der Milz. Sie kann bei ansonsten gesunden Personen durchgeführt werden, bei denen nach einer Verletzung der Milz (wie bei jenen nach einem Motorradunfall) eine Milzentfernung erforderlich ist, oder bei Menschen mit Krankheiten, die zu einer Vergrößerung der Milz führen und daher eine Entfernung der Milz erforderlich machen.

Menschen mit einer funktionellen Asplenie haben eine Milz, die allerdings nicht richtig funktioniert. Eine Vielzahl von Krankheiten kann dazu führen. Häufige Ursachen sind u. a. Sichelzellanämie, Zöliakie und alkoholbedingte Lebererkrankung. Zudem kann es auch nach einer Verletzung der Arterien oder Venen der Milz zu einer funktionellen Asplenie kommen.

Wenn die Milz entfernt wurde oder nicht funktioniert, verliert der Körper einen Teil seiner Fähigkeit, schützende Antikörper zu bilden und nicht erwünschte Mikroorganismen aus dem Blut zu entfernen. Die Folge davon ist eine geschwächte körpereigene Abwehr gegen Infektionen. Nach einiger Zeit steigern andere Organe (in erster Linie die Leber) jedoch ihre Abwehrkraft und die Fähigkeit, rote Blutkörperchen, die fehlgebildet, zu alt oder geschädigt sind, zu entfernen, um den Verlust der Milz auszugleichen.

Leute ohne Milz haben ein besonders hohes Infektionsrisiko, weil die Milz bei der Bekämpfung gewisser Bakterien eine Rolle spielt, wie Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis und Haemophilus influenzae. Aufgrund des Risikos werden solche Patienten geimpft, um sie gegen Infektionen durch diese Organismen zu schützen. Patienten sollten auch sicherstellen, dass sie sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen, da diese Impfung jetzt für alle empfohlen wird. Unter bestimmten Umständen sind tägliche Antibiotika zur Vorbeugung von Infektionen empfehlenswert, vor allem, wenn der Patient noch eine andere Krankheit (wie Sichelzellanämie oder Krebs) hat, die das Infektionsrisiko erhöht, oder regelmäßig mit Kindern in Kontakt kommt.

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