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Refraktionsstörungen

(Refraktionsfehler)

Von

Deepinder K. Dhaliwal

, MD, L.Ac, University of Pittsburgh School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2019| Inhalt zuletzt geändert Apr 2019
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Quellen zum Thema

Bei Refraktionsstörungen werden die in das Auge eindringenden Lichtstrahlen nicht auf der Netzhaut gebündelt und verursachen so eine verschwommene Sicht.

  • Die Form des Auges oder der Hornhaut oder eine altersbedingte Steifheit der Linse können das Bündelungsvermögen des Auges einschränken.

  • Gegenstände können in der Entfernung, aus der Nähe oder in beiden Fällen verschwommen erscheinen.

  • Ein Augenarzt (Ophthalmologe) oder Augenoptiker stellt fest, wie das Sehvermögen am besten korrigiert werden kann.

  • Brillen, Kontaktlinsen oder refraktive Chirurgie können das Sehvermögen korrigieren.

Was ist Lichtbrechung?

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Refraktionsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Refraktionsfehler können durch Brillen, Kontaktlinsen oder mithilfe von chirurgischen Eingriffen korrigiert werden.

Was ist Lichtbrechung?

Normalerweise erzeugt das Auge scharfe Bilder, da Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen brechen (refraktieren), um sie auf der Netzhaut zu bündeln. Die Form der Hornhaut ist vorgegeben, die Linse hingegen kann ihre Form verändern, um Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung von dem Auge zu fokussieren. Durch eine größere Rundung fördert die Linse die Fokussierung auf in der Nähe befindliche Gegenstände. Durch eine stärkere Abflachung fördert die Linse die Fokussierung auf Gegenstände in größerer Entfernung. Ein Brechungsfehler (Refraktionsfehler) liegt also vor, wenn Hornhaut und Linse das Bild eines Objekts nicht scharf auf der Netzhaut abbilden können.

Wussten Sie ...

  • Die Linse des Auges ist flexibel und ändert ihre Form, um sich auf Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung zu konzentrieren. Etwa ab dem 43. Lebensjahr verliert die Linse jedoch zunehmend an Flexibilität.

Ursachen

Linse und Hornhaut können Lichtstrahlen nicht mehr krümmen, um sie korrekt auf die Netzhaut zu bündeln, und dies aus mehreren Gründen.

Kurzsichtigkeit (Myopie) tritt auf, wenn der Augapfel für die Brechkraft von Hornhaut und Linse zu lang ist. Aufgrund der Krümmung der Hornhaut und ihrer relativen Länge wird das Licht vor (anstatt direkt auf) der Netzhaut gebündelt, und die Betroffenen haben Schwierigkeiten, entfernte Gegenstände scharf zu sehen. Bei Kindern verschlimmert sich Kurzsichtigkeit häufig, bis sie ausgewachsen sind.

Weitsichtigkeit (Hyperopie) tritt bei einigen Menschen auf, wenn der Augapfel zu kurz für die Brechkraft von Hornhaut und Linse ist. Aufgrund der relativen Kürze wird das Licht hinter der Netzhaut gebündelt. Kinder und junge Erwachsene, die leicht weitsichtig sind, können deutlich sehen, falls ihre Linse flexibel genug ist, um das Licht ordentlich auf die Netzhaut zu bündeln. Die Linse wird jedoch mit zunehmendem Alter zusehends steifer. Daher wird für weitsichtige Erwachsene mit zunehmendem Alter das Sehen sowohl von Gegenständen in der Nähe als auch von entfernten Gegenständen zunehmend schwieriger. Bei schwachem Licht erscheinen Gegenstände in der Nähe noch verschwommener.

Astigmatismus ist eine mangelhaft geformte Hornhaut oder Linse (nicht vollkommen rund oder kreisförmig), was dazu führt, dass Gegenstände bei jeder Entfernung verschwommen erscheinen.

Bei einer Anisometropie besteht bei Patienten ein wesentlicher Unterschied zwischen den Refraktionsfehlern der Augen.

Presbyopie (Alterssichtigkeit) tritt mit zunehmendem Alter auf. Ab einem Alter von Anfang oder Mitte 40 wird die Linse zusehends steifer. Die Linse verändert ihre Form nicht leicht, sodass sie sich nicht auf Gegenstände in der Nähe konzentrieren kann. Wenn Erwachsene älter werden, bemerken sie oft Schwierigkeiten beim Sehen von Gegenständen, die sich in der Nähe befinden. Diese Schwierigkeit tritt auf, weil die Linse ihre Fähigkeit verliert, die Form zu ändern.

Das Fehlen der Augenlinse aufgrund eines angeborenen Fehlers, einer Augenverletzung oder einer Operation zur Entfernung einer Katarakt (Grauer Star) bezeichnet man als Aphakie. Wenn einem Patienten die Linse entfernt wurde, um eine Katarakt (Grauer Star) zu behandeln, ihm jedoch keine neue Linse implantiert wird, erscheinen ihm entfernte Gegenstände verschwommen.

Symptome

Ein Patient mit einer Refraktionsstörung sieht entfernte oder nahe Objekte oder beides verschwommen. Wenn ein Kind beispielsweise kurzsichtig wird, kann es Schwierigkeiten beim Erkennen der Tafel im Klassenzimmer haben. Gelegentlich können Personen unter Kopfschmerzen leiden, die durch ein Zusammenkneifen der Augen oder Stirnrunzeln ausgelöst werden. Wenn Kinder beim Lesen die Stirn runzeln sowie übermäßig blinzeln oder die Augen reiben, kann das darauf hindeuten, dass sie unter einem Refraktionsfehler leiden. Gelegentlich kann auch ein langes Starren beim Lesen die Augen austrocknen lassen und zu Juckreiz, Rötung und Reizungen der Augen und vorübergehend zu verschwommener Sicht führen.

Diagnose

  • Untersuchung der Augen, einschließlich der Sehschärfe

Jeder sollte sich einer regelmäßigen Untersuchung der Augen durch einen Ophthalmologen (einen Arzt, der auf die Untersuchung und die chirurgische bzw. nichtchirurgische Behandlung von Augenkrankheiten spezialisiert ist) oder durch einen Augenoptiker (einen im Gesundheitswesen tätigen Spezialisten für die Diagnose und Behandlung von Refraktionsfehlern) unterziehen. Diese Untersuchung der Augen sollte alle 1 bis 2 Jahre wiederholt werden. Die regelmäßige Untersuchung von Kindern hilft bei der Entdeckung von Refraktionsfehlern, bevor sie die Kinder beim Lernen behindern.

Im Verlauf der Untersuchung wird eine Augentafel eingesetzt, um die Sehschärfe (Sehkraft) zu bestimmen. Die Sehschärfe wird im Verhältnis zu dem gemessen, was eine Person mit normalem (nicht vermindertem) Sehvermögen erkennen kann. So sieht z. B. eine Person mit einem Sehvermögen von 20/60 aus einer Entfernung von etwa 6 Metern das, was eine Person mit normaler Sehkraft in einer Entfernung von etwa 18 Metern erkennt. Mit anderen Worten muss die Person 6 Meter entfernt sein, um Buchstaben zu lesen, die eine Person mit normaler Sehfähigkeit aus einer Entfernung von 18 Metern lesen kann. Auch wenn Refraktionsfehler normalerweise in sonst gesunden Augen auftreten, umfassen Untersuchungen im Allgemeinen auch Einschätzungen, die nichts mit Refraktionsfehlern zu tun haben, wie etwa Untersuchungen des Gesichtsfeldes, des Augendrucks und der Augenbewegungen.

Behandlung

  • Brille

  • Kontaktlinsen

  • Operation

Refraktionsfehler werden normalerweise mit dem Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen (Korrekturlinsen) behandelt. Es gibt aber auch bestimmte chirurgische Eingriffe und Laserbehandlungen, welche die Form der Hornhaut verändern und zudem auch Refraktionsfehler korrigieren können.

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