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Verbrennungen

Von Steven E. Wolf, MD, University of Texas - Southwestern Medical Center

Diese Gewebeverletzungen werden durch Hitze, Strom, Strahlung und Chemikalien verursacht.

  • Verbrennungen verursachen verschiedene Grade von Schmerzen, Blasen, Schwellungen und Hautverlusten.

  • Tiefe großflächige Verbrennungen können schwere Komplikationen verursachen wie einen Schock und schwere Infektionen.

  • Kleine, oberflächliche Verbrennungen müssen nur sauber gehalten und es muss eine antibiotische Salbe aufgetragen werden.

  • Betroffene mit tiefen oder großflächigen Verbrennungen benötigen eventuell intravenös Flüssigkeiten, einen chirurgischen Eingriff und Krankengymnastik, oft in einer Spezialklinik.

Verbrennungen werden in der Regel durch Hitze verursacht (thermische Verbrennungen) wie etwa Feuer, Dampf, Teer und heiße Flüssigkeiten. Verbrennungen, die durch Chemikalien verursacht werden, ähneln den thermischen Verbrennungen, während Verbrennungen aufgrund einer Bestrahlung ( Strahlenverletzungen), Sonneneinwirkung ( Sonnenlicht und Hautschäden – ein Überblick) und Strom ( Verletzungen durch Elektrizität) sich davon weitgehend unterscheiden. Ereignisse in Verbindung mit einer Verbrennung wie das Springen aus einem brennenden Gebäude, von Trümmerteilen getroffen zu werden oder Opfer eines Autounfalls zu sein, können zu weiteren Verletzungen führen.

Thermische und chemische Verbrennungen entstehen im Allgemeinen durch direkten Kontakt der Körperoberfläche mit Hitze und chemischen Substanzen. Für gewöhnlich wird dadurch am stärksten die Haut geschädigt. Bei schweren Verbrennungen können jedoch auch tiefer gelegene Körperstrukturen wie Fett-, Muskel- oder sogar Knochengewebe betroffen sein.

Werden durch die Verbrennung Gefäßwände geschädigt, kann Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe austreten und eine Schwellung sowie Schmerzen verursachen. Außerdem sind die geschädigte Haut und andere Körperoberflächen anfälliger für Infektionen, da sie keine Barriere mehr gegen eindringende Mikroorganismen darstellen.

Mehr als 2 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten lassen sich jedes Jahr wegen Verletzungen behandeln und zwischen 3.000 und 4.000 sterben an schweren Verletzungen. Ältere Menschen und kleine Kinder sind diesem Risiko besonders ausgesetzt. Wenn Kinder und ältere Menschen Verbrennungen erleiden, ziehen die Ärzte auch die Möglichkeit in Betracht, dass der Person Gewalt angetan wurde.

Klassifizierung

Die Ärzte teilen die Verbrennungen gemäß strengen, allgemein anerkannten Definitionen ein. Die Definitionen unterteilen die Tiefe und die Fläche des geschädigten Gewebes in Grade.

Tiefe der Verbrennung

Die Tiefe der Verletzung durch eine Verbrennung wird als erster, zweiter und dritter Grad beschrieben:

  • Verbrennungen ersten Grades sind die am wenigsten schweren (die oberflächlichsten). Sie betreffen nur die obere Hautschicht (Epidermis).

  • Verbrennungen zweiten Gradesdringen bis in die mittlere Schicht der Haut (Dermis) vor. Verbrennungen zweiten Grades werden manchmal auch in oberflächliche (die eher den oberflächlichen Teil der Dermis betreffen) oder tiefe (die sowohl die oberen als auch die tiefer gelegenen Schichten der Dermis betreffen) Verbrennungen zweiten Grades unterteilt.

  • Verbrennungen dritten Grades betreffen alle drei Hautschichten (Epidermis, Dermis und Fettschicht). Für gewöhnlich werden auch die Schweißdrüsen, Haarwurzeln und Nervenenden zerstört.

Das Ausmaß der Verbrennung abschätzen

Wie schwer eine Verbrennung ist, wird danach beurteilt, wie viel Anteil der Körperoberfläche Verbrennungen zweiten oder dritten Grades aufweist. Bei Erwachsenen wenden die Ärzte die Neunerregel an. Bei dieser Methode wird der Körper in Regionen eingeteilt, die jeweils 9 Prozent oder 2 x 9 % (18 %) der Oberfläche ergeben. Bei Kindern verwenden die Ärzte Tabellen, die diese Prozentsätze je nach Alter des Kindes anpassen (Lund-Browder-Tabellen). Eine Anpassung ist notwendig, weil verschiedene Bereiche des Körpers verschieden schnell wachsen.

Schwere der Verbrennung

Weiterhin werden Verbrennungen als leicht, mittel oder schwer eingestuft. Diese Einstufungen entsprechen eventuell nicht dem Empfinden des Patienten. Zum Beispiel können die Ärzte eine Verletzung als leicht einstufen, obwohl sie jemanden beträchtliche Schmerzen zufügt und die normalen Aktivitäten stört. Der Schweregrad entscheidet über die Heilungsaussichten und das Risiko für Komplikationen. Die Ärzte bestimmen den Schweregrad einer Verbrennung nach der Tiefe und dem Anteil der Körperoberfläche, die im zweiten und dritten Grad verbrannt ist. Um beurteilen zu können, wie ausgedehnt eine Verbrennung ist, gibt es spezielle Tabellen, die angeben, welcher Körperteil wie viel Prozent der Körperoberfläche ausmacht. So stellt der Arm beim Erwachsenen beispielsweise etwa neun Prozent der Körperoberfläche dar. Da Kinder andere Körperproportionen haben, gelten für sie gesonderte Werte.

  • Kleinere Verbrennungen: Verbrennungen ersten Grades sowie solche zweiten Grades, die weniger als 10 Prozent der Körperoberfläche betreffen, werden im Allgemeinen als leicht eingestuft.

  • Mittlere und schwere Verbrennungen: Verbrennungen, die die Hände, Füße, das Gesicht oder die Genitalien betreffen, Verbrennungen zweiten Grades, die mehr als 10 % der Körperoberfläche betreffen, und alle Verbrennungen dritten Grades, die mehr als 1 % des Körpers betreffen, gelten als mittelschwer, oder häufiger, als schwer.

Symptome und Diagnose

Die Symptome einer Verbrennung können je nach Tiefe der Verbrennung variieren.

  • Bei einer Verbrennung ersten Grades ist die Haut gerötet und nässt. Der verbrannte Bereich schmerzt, wird bei leichter Berührung weißlich (erblasst), entwickelt jedoch keine Blasen.

  • Verbrennungen zweiten Grads sind rosa oder rot, geschwollen und extrem schmerzhaft. Innerhalb von 24 Stunden (oft kurz nach der Verbrennung) zeigen sich Blasen, aus denen eine klare Flüssigkeit austreten kann. Auch hier wird die Rötung bei Berührung weißlich.

  • Verbrennungen dritten Grades sind im Allgemeinen nicht schmerzhaft, da die Nerven zerstört wurden. Die Haut wird ledrig und kann sich weiß, schwarz oder hellrot verfärben. Die Rötungen werden bei Berührung nicht mehr hell, die Haare lassen sich leicht und schmerzlos mit der Wurzel herausziehen.

Das Aussehen und die Symptome tiefer Verbrennungen können sich während der ersten Stunden und Tage nach dem Ereignis verschlimmern.

Wussten Sie ...?

  • Die tiefsten Verbrennungen verursachen manchmal weniger Schmerzen, weil die Nerven, die für die Schmerzempfindung sorgen, zerstört wurden.

Die Ärzte machen bei den Patienten im Krankenhaus häufige Kontrolluntersuchungen auf Komplikationen und beurteilen die Tiefe und das Ausmaß der Verbrennung. Bei Patienten mit großflächigen Verbrennungen werden oft der Blutdruck, der Herzrhythmus und die Urinmenge gemessen, um das Ausmaß der Dehydratation oder des Schocks und die Notwendigkeit intravenöser Flüssigkeiten zu beurteilen. Die Ärzte machen Bluttests, um die Elektrolyte des Körpers und die Anzahl der Blutkörperchen zu prüfen und ein Blutbild anzufertigen. Auch ein Elektrokardiogramm (EKG) und eine Röntgenaufnahme des Brustraums sind hilfreich. Blut- und Urintests werden gemacht, um die Proteine zu identifizieren, die durch die Zerstörung von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse) verursacht werden, die manchmal bei tiefen Verbrennungen dritten Grads eintreten.

Komplikationen

Die meisten leichten Verbrennungen verursachen keine Komplikationen. Tiefe Verbrennungen zweiten und dritten Grades allerdings verursachen Schwellungen und brauchen relativ lange, um zu heilen. Außerdem bewirken tiefere Verbrennungen, dass sich Narbengewebe bildet. Das Narbengewebe schrumpft bzw. zieht sich bei der Heilung zusammen. Geschieht dies an einem Gelenk oder Finger, kann das die Beweglichkeit einschränken.

Schwere Verbrennungen können durch den großen Flüssigkeitsverlust und die ausgedehnte Gewebeschädigung zu schweren Komplikationen führen. Es kann Stunden oder Tage dauern, bis sich diese Komplikationen einstellen. Je tiefer und großflächiger die Verbrennung ist, desto schwerer sind die Probleme, die sie eventuell verursacht. Kleine Kinder und ältere Erwachsene sind meist stärker von Komplikationen betroffen als andere Altersgruppen. Hier einige der Komplikationen mittlerer und schwerer Verbrennungen:

  • Ausgedehnte Verbrennungen führen letztlich zur Austrocknung, da Flüssigkeit aus dem Blut in das verbrannte Gewebe und, wenn die Verbrennungen tief und großflächig sind, in den gesamten Körper austritt.

  • Es kommt zum Schock, wenn die Dehydratation schwerwiegend ist ( Schock).

  • Großflächige Verbrennungen können ein chemisches Ungleichgewicht verursachen.

  • Bei Verbrennungen dritten Grades kommt es manchmal zu einer Zerstörung von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse). Das Muskelgewebe setzt Myoglobin im Blut frei, eines der Muskelproteine. Eine hohe Konzentration an Myoglobin schädigt die Nieren.

  • Eine Infektion kann zu Komplikationen bei Brandwunden führen. Manchmal kann sich die Infektion über den Blutkreislauf verbreiten und eine schwere Erkrankung verursachen oder zum Tod führen.

  • Tiefe Verbrennungen dritten Grades verursachen dicke verkrustete Oberflächen (Brandschorf). Brandschorf kann zu dicht werden, womit die Blutzufuhr zum gesunden Gewebe abgeschnitten oder die Atmung gestört wird.

  • Die Körpertemperatur kann gefährlich fallen (Hypothermie), wenn kühle Flüssigkeit zugeführt wird, um zu versuchen, eine Dehydratation zu korrigieren, besonders wenn jemand sich in einem kühlen Umfeld in der Notaufnahme befindet, wenn die Ärzte schwere Verbrennungen untersuchen und behandeln.

Behandlung

Zuallererst muss verhindert werden, dass die Verbrennungsursache weiteren Schaden anrichtet. Beispielsweise muss das Feuer gelöscht werden. Kleidungsstücke – besonders alle, die schwelen (wie etwa geschmolzene Synthetikhemden), die mit heißen Substanzen überzogen sind (zum Beispiel Teer) oder mit Chemikalien durchnässt sind – werden sofort ausgezogen.

Manchmal ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig, um die optimale Versorgung der Verbrennungen zu gewährleisten. Zum Beispiel ist es im Krankenhaus einfacher, einen schwer verbrannten Arm oder ein verbranntes Bein über Herzhöhe zu betten, um ein Anschwellen zu verhindern. Außerdem machen Verbrennungen, die die Betroffenen daran hindern, die wichtigsten täglichen Vorkehrungen zu verrichten, wie etwa Gehen oder Essen, oder die starke Schmerzen verursachen, oft einen Krankenhausaufenthalt notwendig. Schwere Verbrennungen, tiefe Verbrennungen dritten Grades, Verbrennungen bei kleinen Kindern oder sehr alten Menschen und Verbrennungen der Hände, Füße, des Gesichts und der Genitalien werden am besten in Spezialkliniken behandelt. Diese Krankenhäuser sind von der Ausstattung und der personellen Besetzung her auf die Behandlung von Verbrennungsopfern spezialisiert.

Leichte, oberflächliche Verbrennungen:

Diese sollten sofort unter kaltes Wasser gehalten bzw. in Wasser getaucht werden. Die Verbrennung wird sorgfältig gereinigt, um eine Infektion zu verhindern. Bei tief eingedrungenem Schmutz kann die Wunde unter örtlicher Betäubung oder nach Gabe von Schmerzmitteln mit einer Bürste geschrubbt werden.

Oft ist die einzige notwendige Behandlungsmaßnahme die, eine antibiotische Salbe wie etwa Silbersulfadiazin aufzutragen. Die Salbe verhindert Infektionen und bildet eine Versiegelung, sodass weitere Bakterien daran gehindert werden, in die Wunde einzudringen. Zum Schutz vor Schmutz und weiteren Verletzungen wird ein steriler Verband angelegt. Wenn nötig, wird gegen Tetanus geimpft( Gebräuchliche Impfungen : Tetanus).

Bei einer Pflege zu Haus muss unter anderem die Verbrennung sauber gehalten werden, um eine Infektion zu verhindern. Außerdem erhalten viele Patienten über wenigstens ein paar Tage Schmerzmittel, häufig Opiate. Die Verbrennung kann mit einem nicht haftenden Verband oder steriler Gaze abgedeckt werden. Nach dem Durchfeuchten mit Wasser lässt sich die Gaze abnehmen, ohne dass die Wunde wieder aufgerissen wird.

Leichte, tiefe Verbrennungen:

Wie oberflächliche Verbrennungen werden tiefe leichte Verbrennungen mit antibiotischer Salbe behandelt. Manchmal verwenden die Ärzte keine antibiotische Salbe, sondern bringen stattdessen einen Verband auf, der über mehrere Tage bis zu einer Woche getragen wird. Einige dieser Verbände enthalten Silber, was hilft, Bakterien abzutöten. Andere Verbände sind leicht porös – nur soweit, dass die Flüssigkeit aus der Verbrennung austritt, aber nicht weit genug, dass Bakterien eindringen könnten. Sämtliches tote Hautgewebe und aufgeplatzte Blasen sollten von einem Arzt entfernt werden, bevor die antibiotische Salbe oder Lösung aufgetragen wird. Außerdem lindert es die Schwellung und die Schmerzen, einen stark verbrannten Arm oder ein stark verbranntes Bein ein paar Tage lang über Herzhöhe zu lagern. Die Verbrennung macht eventuell eine Einweisung ins Krankenhaus oder häufige Nachuntersuchungen im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis notwendig, in den ersten paar Tagen möglichst täglich.

Eventuell ist eine Hautverpflanzung notwendig. Manche Hautverpflanzungen ersetzen verbrannte Haut, die nicht abheilen wird. Andere Hautverpflanzungen helfen, indem sie zeitweise die Haut abdecken und schützen, wenn sie von selbst ausheilt. Bei einer Hautverpflanzung wird ein Stück gesunder Haut aus einem nicht verbrannten Bereich des Körpers des Betroffenen (Autotransplantat), von einem Toten (Allotransplantat) oder von einem Tier (Xenotransplantat) entnommen. Autotransplantate können feste Teile von Haut oder ein Maschentransplantat (Meshed Graft) sein. Bei einem Meshed-Graft verwenden die Ärzte ein Instrument, um vielzählige, kleine Einschnitte in regelmäßigen Abständen in dem Stück Haut zu machen. Durch die Einschnitte lässt sich die Spenderhaut auseinanderziehen, sodass sehr viel großflächigere Bereiche abgedeckt werden können (oft das Vielfache des ursprünglichen Hautstücks). Meshed-Grafts werden in Bereichen verwendet, wo das Aussehen weniger wichtig ist und die Verbrennungen mehr als 20 % der Oberfläche des Körpers betreffen und nur wenig Spenderhaut verfügbar ist. Meshed-Grafts heilen mit einem unebenen gitterartigen Erscheinungsbild, manchmal mit extremer Narbenbildung. Nachdem alles tote Gewebe entnommen wurde und die Wunde sauber ist, näht oder klammert ein Chirurg die Spenderhaut über den verbrannten Bereich. Auch künstliche Haut kann verwendet werden. Autotransplantate sind bleibend. Allogene Transplantate und xenogene Transplantate allerdings werden nach 10 bis 21 Tagen vom Immunsystem des Betroffenen abgestoßen und die künstliche Haut wird entfernt. Allogene Transplantate und xenogene Transplantate bieten zwar einen zeitweiligen Schutz für die heilende Haut, schließlich muss aber ein Autotransplantat eingepflanzt werden, wenn die Wunde durch die gesamte Tiefe der Haut geht und zu großflächig ist, um von allein abzuheilen. Verbrannte Haut kann irgendwann während mehrerer Tage nach der Verbrennung ersetzt werden.

Um einer Bewegungseinschränkung infolge der Vernarbung im Gelenkbereich vorzubeugen, ist meist eine Physio- und Beschäftigungstherapie notwendig. Mit Dehnübungen kann bereits in den ersten Tagen nach der Verbrennung begonnen werden. Damit Gelenke, die nicht bewegt werden, in einer Stellung verharren, die nicht zu anhaltenden Verkürzungen führt, werden Schienen angelegt. Die Schienen müssen so lange getragen werden, wie die Gelenke nicht bewegt werden. Die Therapie wird nach einer Hauttransplantation allerdings erst drei Tage später aufgenommen, um die Einheilung des Transplantats nicht zu stören. Ein spezieller Verband, der Druck auf die Brandwunde ausübt, verhindert starke Narbenbildung.

Schwere Verbrennungen

Lebensbedrohliche Verbrennungen bedürfen der sofortigen Notfallbehandlung. Menschen, die aufgrund einer Dehydratation einen Schock erlitten haben, erhalten Sauerstoff über eine Gesichtsmaske.

Hohe Mengen intravenöser Flüssigkeit werden bei Patienten mit einer Dehydratation, die einen Schock oder Verbrennungen, die einen großen Teil des Körpers decken,erlitten haben, sofort verabreicht. Menschen, deren Muskelgewebe sich zersetzt, erhalten auch Flüssigkeit. Sie verdünnt das Myoglobin im Blut und verhindert so eine weitreichende Schädigung der Nieren. Manchmal wird Natriumbikarbonat intravenös verabreicht, um das Myoglobin zu lösen und eine weitergehende Nierenschädigung zu verhindern.

Eventuell ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um den Brandschorf zu öffnen, der die Blutzufuhr zu einer Gliedmaße abschnürt oder das Atmen erschwert. Dieses Verfahren wird Escharotomie genannt. Eine Escharotomie verursacht in der Regel eine Blutung, aber da die Verbrennung, die den Schorf verursacht hat, auch die Nervenenden zerstört hat, ist der Schmerz erträglich.

Hautpflege ist extrem wichtig. Es ist von grundlegender Bedeutung, den verbrannten Bereich sauber zu halten, weil sich die geschädigte Haut leicht infiziert. Die Säuberung erfolgt dadurch, dass man sanft und regelmäßig Wasser über die Verbrennungen laufen lässt. In verschiedenen Abständen werden die Wunden gereinigt und die Verbände gewechselt (in der Regel bis zu einem mal täglich), je nach Art der Wundsalbe. Bei Verbrennungen, die nicht abheilen, sind Hautverpflanzungen notwendig.

Für die Heilung ist die richtige Ernährung mit ausreichender Zufuhr an Kalorien, Eiweiß und Nährstoffen wichtig. Patienten, die selbst nicht genügend essen können, erhalten Flüssignahrung oder werden über eine Nasen-Magen-Sonde (ein nasogastrischer Tubus) ernährt oder sie werden, seltener, intravenös ernährt. Meist werden zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe gegeben.

Eine Kranken- und Beschäftigungstherapie sind notwendig.

Eine Depression wird behandelt. Da es lange braucht, bis schwere Verletzungen abheilen, und sie zu Entstellungen führen, können die Betroffenen eine Depression bekommen. Eine Depression kann oft mit Medikamenten, einer Psychotherapie oder beidem gelindert werden.

Prognose

Verbrennungen ersten und zweiten Grades heilen innerhalb von Tagen oder Wochen ohne Narbenbildung ab. Tiefe Verbrennungen zweiten Grades und kleine Verbrennungen dritten Grades brauchen immer Wochen, um zu heilen, und hinterlassen in der Regel Narben. In den meisten Fällen sind Hautverpflanzungen notwendig. Verbrennungen über mehr als 90 % der Körperoberfläche oder bei älteren Menschen über mehr als 60 % sind oft tödlich.

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