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Wunden

Von Amy H. Kaji, MD, PhD, Associate Professor, Department of Emergency Medicine, Harbor-UCLA Medical Center

Schnitte oder Risse im Gewebe (Lazerationen), Schürfwunden (Abrasionen) und Stichwunden können durch Bisse (siehe Einführung zu Bisse und Stiche) und andere Mechanismen verursacht werden. Wunden, die nicht durch Bisse entstanden, sauber und relativ klein sind, heilen gewöhnlich schnell problemlos ab. Einige Wunden aber können einen massiven Blutverlust verursachen. Bei manchen Wunden sind auch tiefere Strukturen wie Nerven, Sehnen oder Blutgefäße verletzt. Auch andere Wunden können sich entzünden. Etwas fremdes Material (wie Splitter, Glas oder Kleidungsfragmente) können auch im Inneren der Wunde verborgen bleiben, was später Probleme verursacht, wie etwa eine Infektion.

Oberflächliche Schnittwunden verursachen selten starke Blutungen und hören meist von selbst wieder auf. Schnittverletzungen der Hand und der Kopfhaut sowie der Arterien und großen Venen bluten dagegen oft massiv.

Wussten Sie ...?

  • Selbst oberflächliche Schnitte in der Kopfhaut oder der Fingerspitze können stark bluten.

Ist die Wunde mit Schmutz und Bakterien verunreinigt, kann sich eine Infektion entwickeln. Grundsätzlich können zwar bei jeder Art von Verletzung Infektionen auftreten. Besonders groß ist die Gefahr jedoch bei tiefen Schürfwunden, bei denen die Schmutzpartikel in die Haut gerieben werden, und bei Stichwunden (besonders bei Tier- oder Menschenbissen), bei denen die Verunreinigung tief ins Gewebe dringt. Auch Wunden, die fremdes Material enthalten, infizieren sich häufig. Je länger die Wunde verunreinigt bleibt, desto größer ist die Infektionsgefahr.

Wunden schmerzen zwar anfangs, üblicherweise klingt der Schmerz aber allmählich ab. Sind Nerven oder Sehnen verletzt, ist der betroffene Körperteil möglicherweise nicht mehr voll beweglich. Manche Nervenverletzungen führen zu Schwäche oder zu einer Lähmung, Gefühlsverlust oder Taubheit. Wenn ein Fremdkörper in einer Stichwunde stecken bleibt, ist der umliegende Bereich meist berührungsempfindlich.

Nehmen die Schmerzen am Tag nach der Verletzung oder später zu, ist dies oft das erste Zeichen für eine Infektion. Im späteren Verlauf rötet sich die Wunde, schwillt an, möglicherweise bildet sich Eiter. Es kann Fieber auftreten.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Als Erstes gilt es, die Blutung zu stoppen. So gut wie immer genügt es, mindestens fünf Minuten fest mit einem Finger oder einer Hand auf die blutende Stelle zu drücken. Wenn möglich, wird der verletzte Körperteil über Herzniveau gelagert. Da Druckverbände die gesamte Blutzufuhr zu einem Körperteil abschnüren und ihm den Sauerstoff nehmen, werden sie nur bei sehr schweren Verletzungen eingesetzt (wie Kampfverletzungen).

Um eine Wundinfektion zu verhindern, werden Verunreinigungen und Partikel vorsichtig entfernt und die Wundumgebung gereinigt. Gosse sichtbare Partikel werden entfernt. Kleinere Schmutz- und andere Partikel, die nicht sichtbar sind, werden entfernt, indem die Wunde mit milder Seife und Leitungswasser gewaschen werden. Schmutz und Partikel, die nach dem Waschen verbleiben, können oft mit einem stärkeren Strahl warmen Wassers entfernt werden. Aggressive Mittel wie Alkohol, Jod und Peroxid können das Gewebe schädigen und die Wundheilung stören. Diese Lösungen können das Gewebe schädigen, was den Heilungsprozess beeinträchtigt. Tiefe Schürfwunden müssen sehr sorgfältig gesäubert werden. Wenn eine Wunde sehr klein ist, kann sie mit manchen im Handel erhältlichen Klebebändern geschlossen gehalten werden. Bei tieferen oder breiteren Schnitten muss eventuell genäht werden. Nach dem Reinigen und gegebenenfalls Schließen der Wunde wird eine antibiotische Salbe aufgetragen und ein Verband angelegt.

Medizinische Hilfe ist unter folgenden Umständen notwendig:

  • Bei Schnittwunden, die mehr als 3/4 Zentimeter lang sind, im Gesicht liegen, tief zu sein scheinen oder auseinander klaffen

  • Bei Blutungen, die nach einigen Minuten oder Anwendung von Druck nicht stoppen

  • Wenn es Anzeichen gibt, dass ein Nerv oder eine Sehne verletzt wurden, oder auch bei Verlust des Gefühlssinns oder der Bewegungsfähigkeit oder bei Taubheit

  • Bei tiefen Schürfwunden und solchen, die mit Schmutz oder Partikeln, die sich nicht entfernen lassen, verunreinigt sind

  • Bei Stichwunden, vor allem, wenn vermutlich ein Fremdkörper in ihnen steckt

  • Wenn die letzte Tetanusimpfung länger als fünf Jahre zurückliegt

Alle Wunden müssen in den ersten Tagen nach der Behandlung auf Symptome einer Infektion hin beobachtet werden, unabhängig davon, ob sie zu Hause oder von Fachkräften versorgt wurden. Falls sich irgendwelche Symptome einer Infektion einstellen, sollte innerhalb weniger Stunden ärztliche Hilfe eingeholt werden. Die meisten kleinen Wunden heilen innerhalb weniger Tage ab.

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