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Rauchen

Von Douglas E. Jorenby, PhD, Professor of Medicine;Director of Clinical Services, University of Wisconsin School of Medicine and Public Health;University of Wisconsin Center for Tobacco Research and Intervention

  • Das Rauchen von Tabak ist für fast jedes Körperorgan schädlich.

  • Rauchen erhöht das Risiko eines Herzinfarktes, Lungenkrebses, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung und anderer Erkrankungen.

  • Der süchtig machende Bestandteil im Tabak heißt Nikotin.

  • Personen, die mit dem Nikotingenuss aufhören, können gereizt, ängstlich, traurig und unruhig sein.

Nikotin ist die Tabaksubstanz (vorhanden in Zigaretten, Zigarren, Pfeifen sowie in Kautabak), von der Raucher abhängig werden. Außerdem ist es der aktive Wirkstoff in einigen Arzneimitteln, die den Leuten beim Aufgeben des Rauchens helfen.

Am häufigsten kommt man mit Nikotin durch das Rauchen in Berührung, obwohl Kinder es manchmal versehentlich essen (normalerweise Zigaretten oder Kippen aus Aschenbechern oder auch Nikotinkaugummi oder transdermale Pflaster). Manche Personen verwenden rauchfreien Tabak. Fast alle Raucher rauchen Zigaretten, nur eine kleine Prozentzahl entfällt auf Zigarren- oder Pfeifenraucher.

In den Vereinigten Staaten rauchen etwa 45 Millionen Erwachsene (20 % aller Erwachsenen). Circa die Hälfte aller derzeitigen Raucher wird vorzeitig an einer durch das Rauchen verursachten Krankheit sterben. Rauchen ist so tödlich, weil Raucher gleichzeitig Hunderte anderer Substanzen inhalieren. Hierzu gehören auch solche, die Krebs auslösen. Sämtliche Tabakprodukte enthalten jedoch Giftstoffe und mögliche Karzinogene (Krebserreger). Selbst rauchfreie Tabakprodukte sind keine sicheren Alternativen zum Rauchen. Darüber hinaus ist Rauchen die häufigste Ursache von versehentlichen Bränden in den Vereinigten Staaten. Jährlich sterben mehr als 350 Personen und mehr als 900 werden in durch das Rauchen entstandenen Bränden verletzt.

Symptome

Unmittelbare Auswirkungen

Durch das Rauchen aufgenommenes Nikotin hat meist keine offensichtlichen Auswirkungen, obwohl einige Personen eine Energiesteigerung, geschärfte Konzentrationsfähigkeit und einen verminderten Appetit feststellen. Personen, die nicht an Nikotin gewöhnt sind, können Übelkeit, Hitzewallungen oder beides verspüren.

Personen, die mit großen Mengen Tabakblättern hantieren, können Nikotin über ihre Haut aufnehmen. Dadurch kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüchen und Schwächegefühl kommen. Diese Krankheit wird als Grüne Tabakkrankheit bezeichnet. Bei Kindern, die Tabakprodukte essen, können zusätzlich zu den zuvor genannten Symptomen Aufgedrehtheit und Verwirrung auftreten. Manchmal reicht schon eine Zigarette. Eine schwere oder tödliche Toxizität ist bei Kindern jedoch ungewöhnlich, was zum Teil daran liegt, dass sie beim Erbrechen ihren Magen entleeren.

Langzeitauswirkungen

Da beim Rauchen viele schädliche Substanzen inhaliert werden, kann es schwerwiegende Konsequenzen haben. Fast jedes Organ im Körper wird geschädigt. Die führenden rauchbedingten Gesundheitsprobleme sind:

  • Koronare Herzkrankheit (hauptsächlich Herzinfarkt und Angina)

  • Lungenkrebs

  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Rauchen erhöht auch das Risiko eines Schlaganfalls, anderer Krebsarten (wie Krebs in der Blase, Speiseröhre, Nieren, Hals und Magen), Lungenentzündung und anderer Infektionen der Atemwege, Asthma, Osteoporose, Parodontitis (Zahnfleischerkrankung), peptisches Geschwür und Katarakte. Insgesamt entfallen jährlich 435.000 Todesfälle auf Raucherkrankheiten. Das sind 20 % sämtlicher Todesfälle. Durchschnittlich verlieren Raucher 10 bis 14 Lebensjahre (sieben Minuten pro Zigarette).

Bei Nichtrauchern, die passiv mitrauchen (also den Rauch anderer Raucher inhalieren), können viele der gleichen Erkrankungen wie bei Rauchern auftreten. Das Risiko ist jedoch geringer. Rauchen während der Schwangerschaft kann Probleme wie eine Frühgeburt, geringes Geburtsgewicht, plötzlichen Kindstod und Atemwegserkrankungen wie Kindheitsasthma verursachen. Kinder, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, fehlen häufiger aufgrund von Krankheit in der Schule, als Kinder ohne Exposition.

Die Toxizität von rauchfreiem Tabak hängt von der Marke ab. Zu Risiken gehören Erkrankungen der Herz- und Blutgefäße und des Mundes (wie etwa Krebs, Zahnfleischrückgang, Zahnfleischentzündung sowie Parodontose und deren Auswirkungen) und Tumoren.

Nikotin kann mit vielen anderen Stoffen und Arzneimitteln Wechselwirkungen eingehen. Das Rauchen erhöht die Faltenbildung und trocknet die Haut aus. Das Haar wird dünner und die Zähne verfärben sich gelblich. Raucher wiegen tendenziell circa fünf Kilogramm weniger, als wenn sie nicht rauchen würden.

Entzugssymptome

Nikotinentzug ( Raucherentwöhnung : Entzug) kann viele unangenehme Symptome hervorrufen, wie starkes Verlangen nach Nikotin, Reizbarkeit, Angst, schlechte Konzentration, Ruhelosigkeit, Zittern (Tremor), Depression, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Magenverstimmungen. Viele Menschen nehmen zu, wenn sie versuchen, das Rauchen aufzugeben. Entzug ist für schwer abhängige Personen am schwersten.

Diagnose

Ärzte befragen ihre Patienten dazu, ob sie rauchen und wenn ja, wie häufig. So schaffen sie die Möglichkeit, den Betroffenen die Risiken zu erklären und ein Gespräch über das Aufgeben des Rauchens zu beginnen. Tests sind nicht erforderlich. Motivierte Raucher sollten nach den Möglichkeiten zum Aufhören fragen.

Eine Nikotinvergiftung kann übersehen werden. Kinder etwa können Zigaretten oder Nikotinkaugummi verschlucken, ohne gesehen zu werden. Selbst wenn man sie mit Tabak im Mund sieht, ist es eventuell schwierig festzustellen, wie viel sie verschluckt haben. Personen mit grüner Tabakkrankheit verbinden ihre Symptome eventuell gar nicht damit, dass sie mit Tabak hantieren.

Behandlung

Eine Notfallbehandlung ist nur in seltenen Fällen notwendig, mit Ausnahme von Kindern, die nikotinhaltige Produkte gegessen haben. Normalerweise verabreichen Ärzte orale Aktivkohle, die die im Darm verbliebenen schädlichen Stoffe absorbiert. Sehr aufgedrehten Kindern kann ein Beruhigungsmittel wie Lorazepam gegeben werden.

Die meisten nikotinbedingten Probleme ergeben sich bei dem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören ( Raucherentwöhnung).