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Informationsquellen für medizinische Entscheidungen

Von Thomas V. Jones, MD, MPH, Director, Inflammatory Diseases, Specialty Care Unit, Pfizer

Die meisten Ärzte verlassen sich auf ihre Ausbildung und Erfahrung, auf das, was sie in Schulungen oder von Kollegen sowie im Rahmen der Diagnosestellung und Behandlung von Patienten mit vergleichbaren Problemen gelernt haben. Darüber hinaus informieren sie sich in Fachzeitschriften, im Gespräch mit Kollegen und anhand weiterer Quellen wie gesundheitsrelevanter Internetseiten über spezifische Probleme und halten sich so auf dem Stand der medizinischen Forschung. Auch Empfehlungen von Expertengruppen, so genannte Leitlinien, stellen eine wichtige Entscheidungshilfe dar.

Der wichtigste Ansprechpartner für Gesundheitsinformationen ist für die meisten Menschen immer noch der Arzt. Doch viele Menschen informieren sich mittlerweile auch anhand der stetig wachsenden Menge an Gesundheitsratgebern und Informationen im Internet (siehe auch Recherchieren einer Krankheit).

Forschungsstudien

Wenn neue Forschungsergebnisse veröffentlicht werden, bewerten Ärzte die Studien und überlegen, wie sie die Erkenntnisse am besten in der Praxis anwenden können. Die verschiedenen Studientypen liefern unterschiedliche Informationen.

  • Eine Querschnittsstudie vergleicht verschiedene Gruppen von Personen zum selben Zeitpunkt. Im Rahmen solch einer Studie könnten zum Beispiel die Testergebnisse von Personen verglichen werden, die an einer bestimmten Erkrankung leiden bzw. nicht an ihr leiden. Auf diese Weise lässt sich der Wert von Tests für die Krankheitsdiagnose beurteilen.

  • Bei Fall-Kontroll-Studien wird die Krankengeschichte von Erkrankten mit der von Personen verglichen, die nicht an dieser Krankheit leiden, ansonsten aber vergleichbar scheinen. Dieser Studientyp dient dazu, Beziehungen zwischen Ursache und Wirkung einer ungewöhnlichen Krankheit aufzudecken.

  • In Kohortenstudien werden Personen über einen vergleichbaren Zeitraum hinweg betrachtet. Dieser reicht von Stunden bis hin zu Jahrzehnten, je nachdem, was untersucht wird. Im Rahmen einer Kohortenstudie werden Menschen über einen längeren Zeitraum untersucht, die etwas gemeinsam haben (für gewöhnlich eine Krankheit). Dieser Studientyp kann dazu verwendet werden, die langfristigen Auswirkungen einer Erkrankung auf den Patienten zu bestimmen (Prognose).

Eine klinische Prüfung gilt als der genaueste Studientyp. In einer kontrollierten klinischen Prüfung werden die Studienteilnehmer nach dem Zufallsprinzip in zwei oder mehr Gruppen eingeteilt (randomisiert). Eine Gruppe erhält eine bestimmte Behandlung oder wird einem bestimmten Test unterzogen, während die anderen Gruppen, die sogenannten Kontrollgruppen, andere Behandlungen erhalten bzw. anderen Tests unterzogen werden oder keine Therapie erhalten und keinem Test unterzogen werden. Die randomisierte Zuteilung stellt sicher, dass sich die unterschiedlichen Gruppen so ähnlich wie möglich sind. Auf diese Weise können alle Unterschiede bei den Ergebnissen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die untersuchte Behandlung oder den untersuchten Test zurückgeführt werden und nicht auf einen zugrundeliegenden, möglicherweise unbekannten Unterschied zwischen den Gruppen (siehe Die wissenschaftliche Medizin und klinische Studien – Einführung).

Wussten Sie ...

  • Viele der von Ärzten genutzten Quellen stehen auch den Verbrauchern zur Verfügung.

  • Eine klinische Prüfung, in der Personen nach dem Zufallsprinzip für die Bewertung einer Gruppe zugewiesen werden, gilt als zuverlässigste Art der Forschungsstudie.

In manchen Studien werden die Kosten verschiedener Diagnose- und Behandlungsansätze miteinander verglichen. Diese Studien sind als Kosten-Nutzen-Studien und Kosten-Wirksamkeitsstudien bekannt. Diese Studien können den Ärzten zwar dabei helfen, die Auswirkungen von Entscheidungen aus gesellschaftlicher Perspektive zu betrachten, für die Entscheidungsfindung in Bezug auf einen bestimmten Patienten sind sie unter Umständen allerdings weniger hilfreich.

Unterschiede in der Studienplanung und -ausführung haben zur Folge, dass selbst Studien mit demselben Studiengegenstand widersprüchliche Ergebnisse liefern. Eine Möglichkeit, diese unterschiedlichen Studienbefunde vergleichbar zu machen, besteht in einer systematischen Übersicht, bei der die Ergebnisse sämtlicher Studien zu dem Thema zusammengefasst werden, um sie danach genauestens miteinander zu vergleichen und auszuwerten. Dieser Studientyp wird als systematische Prüfung bezeichnet. Eine weitere Methode zum Umgang mit widersprüchlichen Studienergebnissen ist die Metaanalyse. Eine Metaanalyse vereint die Resultate mehrerer Studien mathematisch miteinander.

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