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Idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit

(Multiple Chemikalienüberempfindlichkeit)

Von Donald W. Black, MD, Vice Chair for Education, Department of Psychiatry, University of Iowa, Roy J. and Lucille A. Carver College of Medicine

Die idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit scheint durch die Aussetzung gegenüber geringen Konzentrationen identifizierbarer und nicht identifizierbarer Umweltchemikalien ausgelöst zu werden.

  • Symptome umfassen möglicherweise schnelle Herzfrequenz, Schmerzen im Brustkorb, Schweißausbrüche, Kurzatmigkeit, Erschöpfung, Gesichtsröte und Schwindel.

  • Es können Untersuchungen zum Ausschluss allergischer Erkrankungen als Ursache der Symptome durchgeführt werden.

  • Die Behandlung kann auch eine Psychotherapie, das Vermeiden bestimmter Stoffe oder beides beinhalten.

Die idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit ist allgemein als Entwicklung multipler Symptome definiert, die auf die Aussetzung gegenüber einer beliebigen Anzahl identifizierbarer oder nicht identifizierbarer Chemikalien (durch Einatmen, Berührung oder Aufnahme mit der Nahrung) zurückgeführt werden, wobei die betroffenen Personen keine nachweisbare Organfunktionsstörung oder ähnliche körperliche Auffälligkeiten aufweisen.

Die idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Darüber hinaus tritt bei 40 % der Personen mit chronischem Erschöpfungssyndrom ( Chronisches Erschöpfungssyndrom) und 16 % der Personen mit Fibromyalgie ( Fibromyalgie) ebenfalls eine idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit auf.

Einige Ärzte gehen davon aus, dass die idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit eine psychologische Ursache hat, wahrscheinlich eine Art somatoforme Störung ( Somatische Belastungsstörung (SSD)) oder eine Angststörung wie die Agoraphobie (Angst davor, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen) oder Panikattacken ( Panikattacken und Panikstörungen). Für andere ist die Krankheit eine Art allergische Reaktion ( Allergische Reaktionen und andere Hypersensitivitätsstörungen). Diverse Veränderungen des Immunsystems, die auftreten können (wenn auch selten), scheinen die These einer allergischen Reaktion bei einigen Personen zu stützen. Diese Veränderungen weisen jedoch bei den von diesem Syndrom betroffenen Personen kein einheitliches Muster auf. Damit bleibt die Erkrankungsursache weiterhin unbekannt.

Symptome

Manche Menschen entwickeln Symptome, nachdem sie ein einziges Mal einer hohen Konzentration verschiedener giftiger Substanzen ausgesetzt waren. Die Betroffenen führen ihre Symptome eventuell darauf zurück, den Substanzen ausgesetzt gewesen zu sein, aber der Nachweis dafür bleibt meist aus.

Zu den Symptomen zählen u. a. schnelle Herzfrequenz, Schmerzen im Brustkorb, Schweißausbrüche, Kurzatmigkeit, Ermüdung, Gesichtsröte, Schwindel, Übelkeit, Erstickungsgefühl, Zittern, Taubheitsgefühl, Husten, Heiserkeit und Konzentrationsschwäche.

Diagnose

Eine idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit wird vermutet, wenn Folgendes im Zusammenhang mit den Symptomen zutrifft:

  • Sie treten nach wiederholter Exposition gegenüber der chemischen Substanz erneut auf

  • Sie treten nach der Exposition gegenüber Konzentrationen auf, die weit unter dem vorherigen Toleranzbereich liegen oder die bei anderen Personen häufig keine Beschwerden verursachen

  • Sie verschwinden beim Verlassen der symptomauslösenden Umgebung

  • Sie stellen sich als Reaktion auf viele verschiedene, chemisch nicht verwandte Substanzen ein

Wenn die Symptome eines Betroffenen auf eine idiopathische Umwelt-Unverträglichkeit hindeuten, versuchen Ärzte, eine mögliche Ursache der Symptome zu finden, einschließlich anderer Erkrankungen. Zum Beispiel könnten die Symptome auf gebäudebedingte Erkrankungen (wie dem Sick-Building-Syndrom— Gebäudebedingte Erkrankungen), allergische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder psychologische Erkrankungen zurückzuführen sein. Abhängig von den Symptomen der betroffenen Person und den Befunden der körperlichen Untersuchung können zusätzliche Tests oder Beurteilungen hilfreich sein. Zum Beispiel können Blutuntersuchungen oder Pricktests der Haut durchgeführt werden, um allergische Erkrankungen zu diagnostizieren, oder falls eine Depression oder Angststörung in Frage kommt, kann eine Beurteilung durch einen Psychiater helfen.

Behandlung

Die Betroffenen versuchen möglicherweise, die toxischen Substanzen zu meiden, die als Ursache der Symptome vermutet werden. Dies kann sich jedoch schwierig gestalten, da viele dieser Substanzen weit verbreitet sind. Darüber hinaus sind die gemiedenen Substanzen möglicherweise nicht die tatsächlichen Ursachen der Symptome, so dass das Vermeiden wirkungslos ist. Die Betroffenen sollten eine zu große soziale Isolation vermeiden. Eine Psychotherapie kann manchmal helfen, indem sie die Betroffenen in die Lage versetzt, mit ihren Symptomen umzugehen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

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