Nicht gefunden
Orte

Finden Sie Informationen zu medizinischen Themen, Symptomen, Arzneimitteln, Verfahren, Neuigkeiten und mehr in verständlicher Alltagssprache.

Ultraschall

Von Jon A. Jacobson, MD, Associate Professor of Radiology, University of Michigan

Eine Ultraschalluntersuchung erstellt mit Schallwellen mit hoher Frequenz (Ultraschall) Bilder von inneren Organen und sonstigen Geweben. Ein als „Schallkopf“ bezeichnetes Gerät wandelt elektrischen Strom in Schallwellen um, die dann in das Körpergewebe gesendet werden. Die Schallwellen treffen in den Körperstrukturen auf Widerstand und werden zurück zum Schallkopf reflektiert, der die Schallwellen wieder in elektrische Signale umwandelt. Ein Computer konvertiert das Muster der elektrischen Signale in ein Bild, das auf einem Monitor angezeigt und als Film, als Video oder als digitales Computerbild aufgezeichnet wird. Röntgenstrahlen werden dazu nicht gebraucht.

Eine Ultraschalluntersuchung ist schmerzlos, relativ kostengünstig und gilt als sicher, auch während der Schwangerschaft.

Verfahren

Falls der Bauchraum untersucht wird, sollten Patienten mehrere Stunden vorher nichts mehr essen und trinken.

Bei der Untersuchung wird ein zähflüssiges Gel auf das Untersuchungsgebiet gegeben, um eine gute Schallübertragung zu sichern. Ein in der Hand gehaltener Schallkopf wird auf der Haut platziert und über das Untersuchungsgebiet bewegt. Zur Untersuchung einiger Körperteile wird der Schallkopf in den Körper eingeführt, so z. B. in den Anus zur Darstellung der Prostata oder in die Vagina zur besseren Darstellung des Uterus und der Ovarien. Bei einer Herzuntersuchung wird der Schallkopf an einem Sichtrohr, einem Endoskop, befestigt und über den Hals in die Speiseröhre geschoben. Dieses Verfahren wird als transösophageale Echokardiografie bezeichnet.

Nach der Untersuchung können die üblichen Tagesaktivitäten normalerweise sofort wieder aufgenommen werden.

Wussten Sie ...?

  • Für die Ultraschalluntersuchung und die Magnetresonanztomografie (MRT) wird keine Strahlung verwendet.

Anwendungsgebiete

Ultraschallbilder werden so schnell erzeugt, dass sich die Bewegung von Organen und Strukturen im Körper in Echtzeit (wie in einem Film) darstellen lässt. So sieht man z. B. die Bewegung des schlagenden Herzens, sogar bei einem Fötus. Mittels Ultraschalluntersuchung lassen sich Wachstum und Fremdobjekte, z. B. der Schilddrüse, der weiblichen Brust, der Hoden und Gliedmaßen sowie einiger Lymphknoten, die sich nahe der Körperoberfläche befinden, effektiv untersuchen. Da die Ultraschallwellen von Gasen, wie sie in der Lunge oder im Darm enthalten sind, und vom Knochen blockiert werden, ist eine Darstellung von tiefer im Körper liegenden Strukturen mit Ultraschall schwieriger. Die Untersuchung kann dann nur durchgeführt werden, wenn sich zwischen dem Schallkopf und dem untersuchten Bereich keine Gase oder Knochen befinden.

Ultraschall wird meist zur Untersuchung folgender Körperteile verwendet:

  • Herz: Zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten der Art wie das Herz schlägt, struktureller Unregelmäßigkeiten wie defekte Herzklappen und anomale Vergrößerung der Herzkammern oder -wände. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens wird als Echokardiografie bezeichnet.

  • Gallenblase und Gallengangsystem: Zur Entdeckung von Gallensteinen und Blockaden der Gallenwege

  • Harnwege: Zur Unterscheidung von gutartigen Zysten und Raumforderungen in den Nieren, die Krebs sein können, oder zur Erkennung von Blockaden wie Steinen oder anderen strukturellen Anomalien in den Nieren, Harnleitern oder der Blase

  • Weibliche Geschlechtsorgane: Zur Entdeckung von Tumoren und Entzündungen in den Eierstöcken, Eileitern und der Gebärmutter

  • Schwangerschaft: Zur Beurteilung des Wachstums und der Entwicklung des Fötus sowie zur Erkennung von Anomalien des Mutterkuchens (Plazenta), z. B. eine Fehllage der Plazenta (Placenta praevia).

Ultraschall wird auch zur Führung von Instrumenten verwendet, wenn z. B. im Rahmen einer Biopsie eine Gewebeprobe entnommen werden muss. Per Ultraschall lassen sich die Position des Biopsieinstruments sowie der Bereich darstellen, aus dem die Gewebeprobe entnommen wird (z. B. eine Raumforderung). Somit kann der Arzt sehen, wo er das Instrument einführen muss, und es direkt zum Zielgewebe führen.

Schwankungen

Doppler-Sonografie

Dieses Verfahren macht sich Frequenzänderungen von Schallwellen zunutze, die von einem sich bewegenden Objekt reflektiert werden (sogenannter Doppler-Effekt). In diesem Fall sind die sich bewegenden Objekte rote Blutkörperchen des Blutes. Die Doppler-Ultraschalluntersuchung kann daher zur Beurteilung des Blutflusses herangezogen werden: wie schnell und in welche Richtung das Blut fließt und ob es in Blutgefäßen enthalten ist. Damit lassen sich verstopfte Blutgefäße, besonders der Beinvenen, und verengte Arterien erkennen, besonders der Karotis-Arterien im Hals, die Blut zum Gehirn führen.

Farbdoppler-Ultraschall

Bei dieser Untersuchung werden die Grauschattierungen der mittels Doppler-Sonografie erstellten Darstellung des Blutflusses farblich überlagert. Die Farbe markiert die Richtung des Blutflusses. Rot bezeichnet den Fluss in Richtung Schallkopf, blau von ihm weg.

Mittels Farbdoppler-Ultraschall lässt sich das Schlaganfallrisiko beurteilen, da damit Verengungen oder Blockaden von Hals- und Hirnarterien leichter festgestellt und beurteilt werden können. Das Verfahren eignet sich zur Untersuchung von Patienten mit transitorischer ischämischer Attacke oder Schlaganfall und Patienten, die Risikofaktoren für Arteriosklerose, aber keine Symptome dafür aufweisen.

Nachteile

Das Einführen des Schallkopfes in den Körper kann unangenehm sein. In seltenen Fällen wird beim Einführen des Schallkopfes Gewebe verletzt, wodurch eine Blutung oder eine Infektion entstehen kann.

Ressourcen in diesem Artikel