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Strongyloidiasis

(Fadenwurminfektion)

Von Richard D. Pearson, MD, Professor of Medicine and Pathology, Associate Dean for Student Affairs, University of Virginia School of Medicine

Eine Strongyloidiasis ist eine Infektion, die von dem Rundwurm Strongyloides stercoralis hervorgerufen wird. Dieser gelangt in den Körper, wenn bloße Haut in Kontakt mit Erde gerät, in der der Wurm vorhanden ist.

  • Die Infektion findet oft beim Barfußlaufen auf kontaminierter Erde statt.

  • Die meisten Infizierten haben keine Symptome, aber manche entwickeln einen Hautausschlag, Husten, Keuchatmung, Bauchschmerzen, Durchfall und Gewichtsverlust.

  • Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem aufgrund einer Erkrankung (wie z. B. Krebs) oder der Anwendung von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, kann sich in seltenen Fällen eine schwere, lebensbedrohliche Infektion entwickeln.

  • Ärzte diagnostizieren diese Infektion, indem sie Larven in einer Stuhlprobe finden oder Antikörper gegen den Fadenwurm im Blut nachweisen.

  • Zur Behandlung der Infektion wird Ivermectin oder Albendazol angewendet.

Strongyloidiasis kommt in warmen Feuchtgebieten, wie etwa in den Subtropen und Tropen, aber auch in ländlichen Gebieten der südlichen USA vor. Strongyloides-Würmer werden mitunter auch als Fadenwürmer bezeichnet. Aber auch Madenwürmer werden manchmal als Fadenwürmer bezeichnet.

Erwachsene Strongyloides-Würmer leben im Dünndarm. Die weiblichen Würmer produzieren Eier, aus denen Larven schlüpfen. Die meisten Larven werden im Stuhl ausgeschieden. Nach einigen Tagen im Boden entwickeln sich die Larven zu einer Form, die Infektionen hervorrufen kann. Wenn Fadenwurmlarven in Kontakt mit der bloßen Haut eines Menschen gelangen, bohren sie sich hindurch. Dann wandern sie durch die Blutbahn in die Lunge und die Atemwege hoch in den Rachen, werden geschluckt und enden schließlich im Dünndarm.

Die Larven, die nicht in Berührung mit einem Menschen kommen, können sich zu adulten Würmern entwickeln, die sich mehrere Generationen lang reproduzieren können, bevor ihre Larven auf einen menschlichen Wirt stoßen.

Einige der Larven im Dünndarm können die Wirtsperson erneut infizieren. Diese Larven können die Darmwand durchdringen und direkt wieder in die Blutbahn gelangen, oder sie werden im Stuhl ausgeschieden und bohren sich durch die Haut in der Analgegend. In beiden Fällen wandern die Larven durch die Blutbahn in die Lunge, von dort in den Rachen und zurück in den Darm, um eine erneute Infektion hervorzurufen – dies wird als Autoinfektion (Selbstinfektion) bezeichnet.

Hyperinfektionssyndrom

In seltenen Fällen entwickelt sich bei Personen mit geschwächtem Immunsystem aufgrund einer Erkrankung (wie z. B. Krebs) oder der Anwendung von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), beispielsweise Prednison oder Präparaten zur Verhinderung der Abstoßung eines transplantierten Organs, eine schwere Infektion (Hyperinfektionssyndrom). Dieses Syndrom tritt auch bei AIDS-Patienten auf, allerdings seltener, als vielleicht angenommen wird.

Ein Hyperinfektionssyndrom verursacht eine Erkrankung größeren Umfangs, von der Organe wie etwa das Gehirn, die Leber oder das Herz betroffen sind, die in der Regel bei Fadenwurminfektionen nicht befallen werden. Strongyloides-Larven tragen unter Umständen Bakterien aus dem Verdauungstrakt mit sich. Wenn die Larven durch den Körper wandern, können diese Bakterien Infektionen in der Blutbahn oder im Gehirn und in der Gehirnrückenmarkflüssigkeit hervorrufen.

Symptome einer Fadenwurminfektion

Die meisten Personen mit einer Fadenwurminfektion haben keine Symptome. Wenn doch Symptome auftreten, so betreffen diese in der Regel die Haut, die Lunge und/oder den Verdauungsapparat.

Bei einer Autoinfektion entwickelt sich ein Ausschlag, der von den durch die Haut wandernden Larven hervorgerufen wird. Der Ausschlag tritt oft in der Analgegend auf. Wenn die Larven weiterwandern, breitet sich der Ausschlag rasch zu den Oberschenkeln und zum Gesäß aus und ruft starken Juckreiz hervor.

Schwere Infektionen können Symptome in der Lunge und/oder Verdauungsstörungen verursachen. Manche Infizierte entwickeln Husten und pfeifende Atemgeräusche. Es können auch Bauchschmerzen und Druckempfindlichkeit, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Möglicherweise kommt es zu Appetitlosigkeit. Es ist möglich, dass nicht genügend Nährstoffe aufgenommen werden, was zu Gewichtsverlust führt.

Hyperinfektionssyndrom

Patienten mit Hyperinfektionssyndrom haben oftmals schwere Symptome in der Lunge und/oder in den Verdauungswegen. Lungensymptome können Kurzatmigkeit und Bluthusten umfassen. Zu den Symptomen in den Verdauungswegen zählen Darmblockade und/oder Darmblutungen.

Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion trotz Behandlung tödlich verlaufen.

Diagnose einer Fadenwurminfektion

  • Untersuchung einer Stuhlprobe

  • Bei einem Hyperinfektionssyndrom Untersuchung einer Sputumprobe (Auswurfprobe) und Röntgenaufnahmen des Brustkorbs

  • Bluttests zum Nachweis von Antikörpern gegen den Fadenwurm

Manchmal kann der Arzt unter dem Mikroskop Larven in einer Stuhlprobe erkennen. Häufig müssen viele Proben untersucht werden.

Wenn ein Hyperinfektionssyndrom vermutet wird, wird auch eine Sputumprobe auf Larven untersucht, und der Brustkorb wird geröntgt, um nach Hinweisen auf eine Lungeninfektion zu suchen.

Meist werden Bluttests durchgeführt (insbesondere ein als Enzym-Immunassay bezeichneter Test), um nach Antikörpern gegen den Fadenwurm zu suchen. (Antikörper sind Proteine, die vom Immunsystem produziert werden, um dem Körper zu helfen, sich gegen eine bestimmte Attacke, zum Beispiel gegen einen Befall mit Parasiten, zu verteidigen.) Diese Tests können jedoch nicht zwischen neuen und alten Infektionen und mitunter auch nicht zwischen einer Fadenwurminfektion und einer Infektion mit einem anderen Rundwurm unterscheiden.

Vorbeugung gegen eine Fadenwurminfektion

Vorbeugungsmaßnahmen gegen Hakenwurminfektionen umfassen:

  • Benutzung von Latrinen und Toiletten

  • Verhindern eines direkten Kontaktes der Haut mit dem Boden (zum Beispiel durch Tragen von Schuhen und Verwendung einer Plane oder einer anderen Barriere beim Sitzen auf dem Boden)

Behandlung einer Fadenwurminfektion

  • Ivermectin oder Albendazol (Medikamente zur Eliminierung von Würmern – Antihelminthika)

Bei den meisten Infektionen wird 2 Tage lang einmal täglich Ivermectin oder 7 Tage lang zweimal täglich Albendazol eingenommen.

Beim Hyperinfektionssyndrom werden unter Umständen beide Präparate eingesetzt. Wenn jemand keine Tabletten einnehmen kann, wird ein rektales Präparat verwendet. Bei einer solchen Infektion müssen die Medikamente möglicherweise über einen langen Zeitraum eingenommen werden.

Um festzustellen, ob der Parasitenbefall komplett eliminiert worden ist, untersucht der Arzt Stuhlproben auf Larven oder führt Bluttests auf Antikörper gegen den Wurm durch.

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