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Mikrosporidiose

Von Richard D. Pearson, MD, Professor of Medicine and Pathology, Associate Dean for Student Affairs, University of Virginia School of Medicine

Mikrosporidiose ist eine Infektion, die durch Microsporidia-Protozoen verursacht wird. Die Symptome hängen davon ab, welche Organe infiziert sind. Es entwickeln sich aber häufig Durchfall, andere Darmsymptome oder Symptome im Auge.

  • Diese Infektion verursacht normalerweise nur bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. bei AIDS-Patienten, Symptome.

  • Die Symptome variieren, typisch sind aber chronischer Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Gewichtsverlust und Augenentzündung.

  • Ärzte diagnostizieren diese Infektion, indem sie in einer infizierten Gewebeprobe Protozoen identifizieren.

  • Antiparasitäre Medikamente können die Infektion kontrollieren, aber nicht beseitigen.

Mehrere Mikrosporidien-Arten sind für den Menschen infektiös, aber die Symptome treten hauptsächlich bei solchen Personen auf, die AIDS oder andere Erkrankungen haben, die das Immunsystem schwächen. Diese Protozoen können den Darm, den Gallenweg, die Hornhaut, die Muskeln, die Atemwege, den Harnweg und manchmal das Gehirn befallen. Die Infektion kann sich durch den ganzen Körper ausbreiten.

Mikrosporidien verbreiten sich durch Sporen, die über den Mund aufgenommen oder inhaliert werden oder durch das Auge in den Körper gelangen. Sie können sich von Person zu Person verbreiten oder durch Kontakt mit Tieren. Im Körper durchbohren die Sporen eine Zelle und injizieren sie mit einem Material, das zu Sporen wird. Nach einer gewissen Zeit platzt die Zelle und setzt die Sporen frei. Die Sporen verbreiten sich dann durch den Körper und verursachen eine Entzündung, oder sie werden durch den Atem, Stuhl, oder Urin ausgeschieden.

Symptome der Mikrosporidiose

Die Symptome der Mikrosporidiose variieren je nach:

  • der infizierenden Erregerart

  • den betroffenen Organen

  • der Funktionsfähigkeit des Immunsystems der infizierten Person

Menschen mit einem normalen Immunsystem haben normalerweise keine Symptome, aber Mikrosporidiose kann bei Menschen mit AIDS chronischen Durchfall auslösen. Andere Mikrosporidiose-Symptome können Bauchschmerzen, Gelbsucht, Fieber, Gewichtsverlust, anhaltenden Husten, Schmerzen an der Seite (Flanke), Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Augenentzündung mit Rötung beinhalten. Es kann zu Sehstörungen kommen. Wenn die Infektion schwer ist, kann sie zur Erblindung führen.

Diagnose einer Mikrosporidiose

  • Untersuchung einer Probe des betroffenen Gewebes im Mikroskop

Um Mikrosporidiose zu diagnostizieren, untersucht der Arzt eine Probe des befallenen Gewebes im Mikroskop und benutzt normalerweise besondere Verfahren, um die Protozoen besser sichtbar zu machen. Es ist möglich, dass Stuhl, Urin, Sputum, Zerebrospinalflüssigkeit (entnommen durch Lumbalpunktion), Hornhaut (entnommen durch Abschaben) oder andere Gewebe (entnommen durch Biopsie) benötigt werden.

Mit speziellen Tests kann Genmaterial (DNA) des Parasiten in der Probe nachgewiesen werden.

Behandlung von Mikrosporidiose

  • Bei anhaltendem Durchfall Albendazol (ein Arzneimittel zur Behandlung von Wurminfektionen bzw. ein Antihelminthikum)

Wenn das Immunsystem normal arbeitet, muss eine Mikrosporidiose nur selten behandelt werden.

Bei anhaltendem Durchfall kann die Einnahme von Albendazol helfen, die Symptome unter Kontrolle zu bringen, vorausgesetzt, die Erregerart spricht darauf an. Das Medikament bewirkt aber keine Eliminierung der Infektion.

Bei AIDS-Patienten ist es außerdem sehr wichtig, die HIV-Infektion so effektiv wie möglich zu behandeln. Eine solche Behandlung kann das geschwächte Immunsystem stärken und so beitragen, den Durchfall unter Kontrolle zu bringen.

Augentropfen, die Albendazol und Fumagillin enthalten, können die Augensymptome mildern. Wenn nicht, kann eine Operation nötig werden, um die Hornhaut zu reparieren (Keratoplastik).