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Malaria

Von Richard D. Pearson, MD, Professor of Medicine and Pathology, Associate Dean for Student Affairs, University of Virginia School of Medicine

Malaria ist eine Infektion der roten Blutzellen mit einer von vier Arten des Plasmodiums, einem Protozoon bzw. Einzeller. Malaria verursacht Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, eine vergrößerte Milz und Anämie (hervorgerufen durch den Zerfall infizierter roter Blutzellen).

  • Normalerweise wird Malaria durch den Biss einer infizierten weiblichen Stechmücke gestreut.

  • Infizierte haben Schüttelfrost, gefolgt von Fieber, und können Kopfschmerzen, Körperschmerzen und Übelkeit verspüren und sich müde fühlen.

  • Ein Typ der Malaria verursacht schwere Symptome wie Delirium, Verwirrung, Krampfanfälle, Koma, Atembeschwerden, Niereninsuffizienz und manchmal Tod.

  • Ärzte diagnostizieren diese Infektion, indem sie Protozoen in einer Blutprobe identifizieren.

  • Die Brutstätten der Stechmücke zu beseitigen, Larven in stehenden Gewässern zu töten, das Vermeiden von Mückenstichen und vorbeugende Medikamente zu nehmen, bevor man in betroffene Gebiete reist, kann helfen.

  • Es werden verschiedene Antimalariamedikamente angewendet, um Infektionen zu behandeln und zu verhindern (welches Mittel zum Einsatz kommt, richtet sich danach, welche Erregerart die Infektion hervorgerufen hat, der Wahrscheinlichkeit einer Medikamentenresistenz in dem Gebiet, in dem man sich die Infektion zugezogen hat, und den Nebenwirkungen und Kosten des jeweiligen Medikaments).

Malaria ist eine Protozoen-Infektion und wird durch den Stich einer infizierten weiblichen Stechmücke übertragen. Sehr selten wird die Krankheit von einer infizierten Mutter auf den Fötus übertragen, durch Transfusionen mit kontaminiertem Blut, durch Transplantation eines kontaminierten Organs oder durch eine Injektion mit einer Nadel, die vorher von einer Person mit Malaria benutzt wurde.

Obwohl Medikamente und Insektizide Malaria in den Vereinigten Staaten und den meisten entwickelten Ländern selten gemacht haben, ist diese Krankheit in anderen Regionen weiterhin üblich und tödlich. Weltweit werden jährlich rund 300 bis 500 Millionen Menschen mit Malaria infiziert, und jedes Jahr gibt es ungefähr 655.000 Todesfälle. Die meisten Todesfälle sind unter Kinder zu verzeichnen, die unter 5 Jahre alt sind und in Afrika leben. In den Vereinigten Staaten und anderen entwickelten Ländern kann Malaria bei Immigranten, Besuchern von den Tropen oder nordamerikanischen Reisenden vorkommen, die aus einer tropischen Region zurückkehren.

Der Lebenszyklus der Malariaerreger beginnt damit, dass eine weibliche Mücke einen mit Malaria infizierten Menschen sticht. Die Stechmücke nimmt Blut auf, das reproduktive Zellen des Parasiten enthält. Sobald dieser sich in der Stechmücke befindet, vermehrt er sich, entwickelt sich und wandert in die Speicheldrüse der Stechmücke. Wenn diese Stechmücke eine andere Person sticht, wird der Parasit zusammen mit dem Speichel der Stechmücke injiziert. Im Körper der neu infizierten Person wandern die Erreger zur Leber und vermehren sich dort nochmals. Sie entwickeln sich durchschnittlich 1 bis 3 Wochen lang; dann verlassen sie die Leber und befallen die roten Blutkörperchen. Im Inneren der roten Blutkörperchen vermehren sich die Parasiten erneut und bringen sie schließlich zum Platzen, wobei Parasiten freigesetzt werden, die andere rote Blutkörperchen befallen.

Wussten Sie ...

  • Weltweit werden jedes Jahr rund 300 bis 500 Millionen Menschen mit Malaria infiziert, und 655.000 Menschen sterben pro Jahr an dieser Krankheit.

  • Malaria-Symptome treten manchmal erst Jahre nach der ursprünglichen Infizierung auf.

Malariaformen

Es gibt fünf Arten von Malaria-Erregern, die den Menschen infizieren können:

  • Plasmodium falciparum

  • Plasmodium vivax

  • Plasmodium ovale

  • Plasmodium malariae

  • Plasmodium knowlesi

Plasmodium vivax und Plasmodium ovale bleiben unter Umständen ruhend in den Leberzellen, aber sie entlassen in regelmäßiger Folge ausgereifte Parasiten in die Blutbahn, was zu rezidivierenden Malariaanfällen führt. Die ruhende Form kann mit vielen Malaria-Medikamenten nicht abgetötet werden.

Plasmodium falciparum und Plasmodium malariae verbleiben nicht dauerhaft in der Leber. Ausgewachsene Formen von Plasmodium malariae können jedoch Monate oder sogar Jahre im Blut bleiben, bevor sie Symptome auslösen.

Symptome und Komplikationen der Malaria

Nachdem eine Infizierung stattgefunden hat, entwickeln sich die ersten Symptome normalerweise nach einigen Wochen bis Monaten, unter Umständen aber auch erst nach Jahren.

Alle Malariaformen haben ähnliche Anfangssymptome. Wenn die infizierten roten Blutkörperchen platzen und Parasiten freisetzen, entwickelt der Infizierte normalerweise Schüttelfrost und später Fieber, das 40 °C überschreiten kann. Abgeschlagenheit und unbestimmtes Unwohlsein (Krankheitsgefühl), Kopfschmerzen, Körperschmerzen und Übelkeit sind üblich. In der Regel sinkt das Fieber nach mehreren Stunden wieder, und heftige Schweißausbrüche und schwere Abgeschlagenheit folgen. Fieberanfälle erfolgen zunächst unvorhersehbar, aber mit der Zeit können sie periodisch werden. Fieberanfälle treten in 48-Stunden-Intervallen bei einer Infektion mit Plasmodium vivax und Plasmodium ovale auf und in 72-Stunden-Intervallen bei einer Infektion mit Plasmodium malariae. Das von Plasmodium falciparum ausgelöste Fieber tritt meist nicht in regelmäßigen Abständen auf, gelegentlich aber in 48-Stunden-Intervallen.

Während die Infektion fortschreitet, vergrößert sich die Milz und die Anämie könnte schwer werden. Es kann Gelbsucht auftreten.

Falciparum-Malaria

Diese Infektion, die von Plasmodium falciparum ausgelöst wird, ist die gefährlichste Malaria-Form und kann tödlich verlaufen. Bei Falciparum-Malaria kleben die infizierten roten Blutkörperchen an den Wänden der kleinen Blutgefäße und verstopfen sie, dadurch schädigen sie viele Organe - insbesondere das Gehirn (zerebrale Malaria), die Lunge, die Nieren und den Magen-Darm-Trakt.

Bei Falciparum-Malaria kann sich Flüssigkeit in der Lunge ansammeln und schwere Atemprobleme hervorrufen. Schädigungen innerer Organe können einen Blutdruckabfall verursachen. Andere Symptome einer Falciparum-Malaria sind Durchfall, Gelbsucht und Nierenversagen. Es kann zu einem Abfall des Blutzuckerspiegels kommen. Bei Patienten, die eine große Anzahl Parasiten in ihrem Blut haben, kann der Blutzuckerwert lebensgefährlich weit sinken – insbesondere wenn sie mit dem Medikament Chinin behandelt werden.

Zerebrale Malaria ist eine besonders gefährliche Komplikation, die hohes Fieber, Kopfschmerzen, Benommenheit, Delirium, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Koma auslösen kann. Sie tritt am häufigsten in Säuglingen, jungen Kindern, schwangeren Frauen und Menschen auf, die nie Malaria ausgesetzt waren und in Regionen mit hohem Risiko reisen.

Schwarzwasserfieber ist eine gelegentliche Komplikation der Falciparum-Malaria. Sie wird ausgelöst durch das Platzen einer großen Anzahl von roten Blutkörperchen, was Blutfarbstoff (Hämoglobin) in die Blutbahn abgibt. Dieses abgegebene Hämoglobin wird mit dem Urin ausgeschieden, was den Urin dunkel färbt. Die Nierenschädigung kann so schwer sein, dass Dialyse notwendig ist. Schwarzwasserfieber kommt fast ausschließlich bei Menschen vor, die mit Chinin behandelt werden.

Diagnose von Malaria

  • Ein Bluttest und/oder Untersuchung einer Blutprobe unter dem Mikroskop

Ein Arzt hat einen Verdacht auf Malaria, wenn eine Person während oder nach einer Reise zu einer Region, wo Malaria vorkommt ist, Fieber und andere charakteristische Symptome entwickelt. Weniger als die Hälfte amerikanischer Reisender mit Malaria entwickelt ein zyklisches Fieber, das aber, falls vorhanden, eine Malariadiagnose nahelegt.

Die Identifizierung von Parasiten mit einem Blutschnelltest und/oder durch mikroskopische Untersuchung einer Blutprobe bestätigt die Malariadiagnose. Wenn die Diagnose auf einer mikroskopischen Untersuchung beruht, wird möglicherweise mehr als eine Probe benötigt, um die Parasiten zu finden. Labore versuchen die Spezies des Plasmodiums, das in der Probe gefunden wurde, zu identifizieren, da die Behandlung, Komplikationen und die Prognose abhängig von der involvierten Art variieren.

Eine Infektion mit Plasmodium falciparum ist ein Notfall und muss sofort evaluiert und behandelt werden.

Vorbeugung gegen Malaria

Kontrollmaßnahmen, die die Zerstörung von Brutstätten und das Abtöten von Larven der Stechmücke in stehenden Gewässern, wo sie leben, beinhalten, sind sehr wichtig.

Menschen, die in Regionen leben oder zu Regionen reisen, wo Malaria verbreitet ist, können ebenfalls Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Exposition zu Moskitos zu limitieren:

  • Insektizide (Permethrin oder Pyrethrum) in Häusern und Außengebäuden versprühen

  • Fliegengitter an Türen und Fenstern anbringen

  • Mit Permethrin imprägnierte Moskitonetze über den Betten benutzen

  • Moskitoschutz, der DEET (Diethyltoluamid) enthält, auf exponierte Hautstellen auftragen

  • Lange Hosen und langärmelige Hemden tragen, insbesondere von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen, um sich vor Moskitobissen zu schützen

  • Wenn die Exposition gegenüber Moskitos aller Voraussicht nach länger dauert oder viele Moskitos involviert, sollte die Kleidung bevor sie getragen wird, mit Permethrin gesprüht werden

Medikamente zur Malariaprophylaxe

Während Reisen in Regionen wo Malaria verbreitet ist, sollten Medikamente, die den Ausbruch von Malaria verhindern eingenommen werden. Die Einnahme vorbeugender Medikamente wird vor Beginn der Reise begonnen und während des Aufenthaltes und eine Zeitlang (variiert von Medikament zu Medikament), nachdem die Person das Risikogebiet verlassen hat, fortgesetzt. Vorbeugende Medikamente reduzieren das Malariarisiko, aber sie beseitigen es nicht. Es gibt mehrere Medikamente, die benutzt werden können, um Malaria vorzubeugen (und zu behandeln).

Medikamentenresistenz ist ein ernsthaftes Problem, insbesondere, wenn es um das gefährliche Plasmodium falciparum geht. Die Verbreitung medikamentenresistenter Erregerstämme variiert in verschiedenen Teilen der Welt. Darum variiert die Wahl der Medikamente zur Prävention nach geografischer Region. Informationen über Reisen in bestimmte Regionen sind von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC: Malaria and Travelers) erhältlich.

Zur Malariaprophylaxe werden am häufigsten die folgenden Medikamente angewendet:

  • Doxycyclin (ein Antibiotikum)

  • Die Kombination von Atovaquon und Proguanil

Beide Behandlungen stellen eine wirksame Prophylaxe gegen Malaria dar.

Mit der täglichen Einnahme von Doxycyclin wird 2 bis 3 Tage vor einer Reise begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes in einem Gebiet, in dem Malaria bekanntermaßen auftritt, sowie nach Verlassen des Gebietes 4 Wochen lang fortgesetzt. Sie wird in der Regel gut vertragen, hat aber Nebenwirkungen. Sie ist für Kinder unter 8 Jahren und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet. Symptomschübe infolge einer Infektion mit Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale werden damit nicht unterbunden.

Mit der täglichen Einnahme von Atovaquon-Proguanil als Tablette wird 2 bis 3 Tage vor Reisebeginn begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes in einem Gebiet, in dem Malaria bekanntermaßen auftritt, sowie nach Verlassen des Gebietes 7 Tage lang fortgesetzt. Dieses Medikament ist zwar von allen am besten verträglich, hat aber ebenfalls Nebenwirkungen. Es ist nicht zur Anwendung bei schwangeren und stillenden Frauen bestimmt. Symptomschübe infolge einer Infektion mit Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale werden damit nicht unterbunden.

In den wenigen Gebieten, in denen Plasmodium-Arten noch keine Resistenz gegen Chloroquin entwickelt haben, wird dieses Präparat (einmal wöchentlich) zur Malariaprophylaxe verwendet. Chloroquin ist das einzige prophylaktisch wirkende Medikament, das unbedenklich von schwangeren Frauen eingenommen werden kann. Schwangeren Frauen wird von Ärzteseite daher abgeraten, in Gebiete zu reisen, wo Plasmodium-Arten gegen diesen Wirkstoff resistent sind.

Mefloquin, einmal wöchentlich als Tablette, eignet sich in vielen Gegenden als Prophylaxe, da es aber starke psychiatrische Nebenwirkungen haben kann, wird es nur selten angewendet. Es ist außerdem auch unwirksam oder weniger wirksam bei der Vorbeugung gegen Plasmodium falciparum in manchen Regionen in Südostasien (und manchmal auch anderswo).

Primaquin ist eine weitere Alternative zur Prophylaxe, hauptsächlich für Reisende in Gebiete, in denen Malaria hauptsächlich von Plasmodium vivax verursacht wird. Bevor Primaquin gegeben wird, muss allerdings ein Bluttest durchgeführt werden, um eine relativ gängige Enzymmangelerkrankung, einen so genannten Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase(G6PD)-Mangel, festzustellen. Personen mit G6PD-Mangel sollten Primaquin nicht einnehmen, weil es zum Abbau der roten Blutkörperchen führen kann. Primaquin wird auch angewendet, um Symptomschübe bei Reisenden zu verhindern, die andere Antimalariamittel (z. B. Doxycyclin oder Atovaquon-Proguanil) einnehmen und häufigen Kontakt mit Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale hatten. Bei manchen Menschen ist Primaquin aufgrund von bestimmten genetischen Variationen nicht wirksam.

Impfstoffe zur Malariaprophylaxe befinden sich noch in der Versuchsphase.

Behandlung von Malaria

  • Medikamente zur Behandlung von Malaria

Nach Beginn der Behandlung verbessert sich der Zustand der meisten Patienten innerhalb von 24 bis zu 48 Stunden, bei einer durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria kann das Fieber aber bis zu 5 Tage anhalten.

Bei der Wahl des Medikaments zur Behandlung von akuter Malaria werden folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Die infizierende Plasmodium-Art

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz des Erregers

Die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz des Erregers variiert je nach:

  • Der Plasmodium-Art

  • Der geografischen Gegend, in der die Person infiziert worden ist

Früher wurde zur Behandlung von Malaria häufig Chloroquin angewendet, inzwischen haben aber Plasmodium falciparum und in manchen Gebieten auch Plasmodium vivax Resistenzen entwickelt. Wenn die Plasmodium-Art oder die Wahrscheinlichkeit einer Chloroquin-Resistenz nicht bekannt ist, wird so behandelt, als ob es sich um eine Chloroquin-resistente Malaria handelte.

Malaria aufgrund von Plasmodium falciparum

Gängige Behandlungen zum Einnehmen sind:

  • Artemether-Lumefantrin

  • Atovaquon-Proguanil gegen Malaria ohne Komplikationen

Heute werden zur Behandlung von durch Plasmodium falciparum verursachter Malaria weltweit Medikamente eingesetzt, die aus Artemisinin entwickelt worden sind (wie z. B. Artemether und Artesunat). Artemisinin-Medikamente werden aus einer chinesischen Arzneipflanze gewonnen, die Quinghaosu heißt und eine Beifußart ist. Einige Artemisinin-Medikamente werden oral gegeben, andere als Injektion oder Zäpfchen. Diese Mittel bleiben nicht lange genug im Körper, um als Malariaprophylaxe geeignet zu sein. Sie können aber zur Behandlung angewendet werden, weil sie schneller wirken als andere Malariamittel und im Allgemeinen gut verträglich sind. Sie werden mit einem zweiten Medikament gegeben, um die Entwicklung einer Arzneimittelresistenz zu unterbinden. Eine solche Wirkstoffkombination ist Artemether zusammen mit Lumefantrin (in einer Tablette). Diese Kombination wird überall auf der Welt angewendet und ist in den USA erhältlich.

Wenn keine Komplikationen vorliegen, kann eine durch Plasmodium falciparum verursachte Malaria mit der Kombination aus Atovaquon und Proguanil behandelt werden.

Früher wurde häufig Chinin in Kombination mit dem Antibiotikum Doxycyclin oder mitunter mit Clindamycin angewendet, doch die Kombinationen Artemether-Lumefantrin bzw. Atovaquon-Proguanil haben weniger Nebenwirkungen. Daher haben diese Arzneimittelkombinationen chininbasierte Behandlungen weitgehend ersetzt.

Eine Alternative ist Mefloquin in höheren als den zur Vorbeugung empfohlenen Dosen. Es wird aber nur dann eingesetzt, wenn keine anderen Optionen zur Verfügung stehen, weil es starke psychiatrische Nebenwirkungen haben kann. Außerdem scheint es in Südostasien und einigen anderen Gebieten bereits Resistenzen dagegen zu geben.

Bei Patienten mit schwerer Malaria aufgrund von Plasmodium falciparum oder solchen, die keine Medikamente einnehmen können, kann Chinin plus Doxycyclin oder Clindamycin intravenös verabreicht werden. Patienten unter intravenöser Behandlung mit Chinin müssen aber intensivmedizinisch überwacht werden, weil es zu Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen kommen kann. Eine intravenöse Form von Artesunat (von den CDC erhältlich) wirkt schneller und ist besser verträglich als Chinin. Begleitend zur intravenösen Gabe von Artesunat erhalten die Patienten auch Atovaquon-Proguanil oder Doxycyclin, es sei denn, es liegt eine Schwangerschaft vor. In diesem Fall wird stattdessen Clindamycin gegeben. Nach Verbesserung des Gesundheitszustands werden die Patienten auf Medikamente zum Einnehmen umgestellt.

Malaria aufgrund von Plasmodium vivax

Chloroquin bleibt die Behandlung der Wahl, außer in einigen Gebieten, in denen die Erreger bekannterweise gegen Chloroquin resistent sind. Dort wird dann mit Artemether-Lumefantrin oder Atovaquon-Proguanil behandelt.

Am Ende der Behandlung wird Primaquin gegeben, um künftige Symptomschübe zu verhindern. Primaquin tötet persistierende Parasiten in der Leber ab. Zuvor wird jedoch mit einem Bluttest geprüft, ob ein G6PD-Mangel vorliegt. Bei Infizierten mit G6PD-Mangel kann Primaquin den Zerfall von roten Blutkörperchen auslösen.

Malaria aufgrund anderer Arten

Plasmodium ovale, Plasmodium malariae und Plasmodium knowlesi sprechen auf Chloroquin an. Eine Malaria, die von diesen Arten ausgelöst wird, kann auch mit den Arzneimitteln und Wirkstoffkombinationen behandelt werden, die angewendet werden, um Malaria zu behandeln, die durch Plasmodium falciparum verursacht wurde und resistent gegen Chloroquin ist.

Nach der Behandlung einer Malaria aufgrund von Plasmodium ovale wird, wie bei einer Malaria aufgrund von Plasmodium vivax, Primaquin gegeben, um künftige Symptomschübe zu verhindern.

Behandlung, wenn keine medizinische Versorgung verfügbar ist

Reisende, die in einem Malariagebiet Fieber bekommen, sollten sofort von einem Arzt untersucht werden. Manche Ärzte empfehlen Reisenden in entlegene Hochrisikogebiete, einen vollen Zyklus geeigneter Medikamente zur Behandlung mitzunehmen. Diese Medikamente werden dann eingesetzt, wenn ein Arzt bestätigt, dass der Reisende Malaria hat und in dem betreffenden Gebiet keine geeigneten Medikamente verfügbar sind. Mit dieser Strategie wird auch vermieden, begrenzte Medikamentenressourcen im Zielland in Anspruch nehmen zu müssen.

Wenn keine medizinische Versorgung verfügbar ist, wird bei einem Verdacht auf Malaria manchmal die Selbstbehandlung mit Artemether-Lumefantrin oder Atovaquon-Proguanil empfohlen, bis eine medizinische Abklärung möglich ist. Dieses Vorgehen sollte vor Beginn der Reise mit einem Arzt besprochen werden.

Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Malaria

Artemisinin-Medikamente (z. B. Artemether und Artesunat) haben mitunter Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwindel und Schwäche. Wenn die Kombination Artemether-Lumefantrin angewendet wird, kann Lumefantrin mit anderen Wirkstoffen in Wechselwirkung treten und mitunter zu Herzrhythmusstörungen führen. Es sollte also sichergestellt sein, dass der Arzt über alle Medikamente, die ein Patient anwendet, Bescheid weiß, damit Arzneimittelwechselwirkungen vermieden werden können.

Atovaquon-Proguanil ist das am besten vertragene Medikament, um Malaria vorzubeugen und zu behandeln, aber manchmal kann es Ausschläge oder Darmprobleme verursachen. Es ist nicht zur Anwendung bei schwangeren und stillenden Frauen bestimmt.

Chloroquin ist für Erwachsene, Kinder und schwangere Frauen relativ sicher. Es hat einen bitteren Geschmack und kann intestinale Symptome, wie Bauchschmerzen, Appetitverlust, Übelkeit und Durchfall, verursachen. Dieses Medikament darf nicht in die Hände von Kindern gelangen, da eine Überdosierung tödlich sein kann.

Doxycyclin kann Darmprobleme, vaginale Pilzinfektionen bei Frauen und Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht auslösen, was bei einem kleinen Teil der Anwender zu sonnenbrandartigen Reaktionen führt. Es sollte mit einem vollen Glas Flüssigkeit eingenommen werden, und die Patienten sollten sich für mehrere Stunden nach der Einnahme nicht hinlegen, um sicherzustellen, dass das Medikament den Magen erreicht. Wenn das Medikament den Magen nicht erreicht, kann es Irritationen in der Speiseröhre und starke Schmerzen im Brustkorb verursachen. Da Doxycyclin die Zähne von kleinen Kindern und Föten permanent verfärben kann, sollten Kinder unter 8 Jahren und schwangere Frauen dieses Medikament nicht einnehmen.

Mefloquin verursacht lebhafte Träume und Schlaflosigkeit. Es kann auch schwere psychologische Nebenwirkungen haben. Bei Menschen mit Anfallserkrankungen kann es Krampfanfälle auslösen, und bei Menschen, die bestimmte Medikamente für Herzleiden einnehmen, kann es das Herz angreifen. Darum wird Mefloquin vermieden bei Menschen, die eine Anfallserkrankung oder psychiatrische Probleme haben oder bestimmte Medikamente für Herzleiden einnehmen. Menschen, die dieses Medikament einnehmen, erhalten schriftliche Informationen über die Nebenwirkungen.

Chinin verursacht häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Klingeln in den Ohren. Diese Kombination von Symptomen wird Cinchonismus genannt. Außerdem kann Chinin bei Menschen, die mit Plasmodium falciparum infiziert sind, den Blutzuckerspiegel senken.

Antimalaria-Medikamente können das ungeborene Kind schädigen. Darum sollte ein Experte herangezogen werden, wenn eine schwangere Frau behandelt wird.

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