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Infektion mit dem Hundebandwurm

(Echinokokkose; Hydatiden-Krankheit)

Von Richard D. Pearson, MD, Professor of Medicine and Pathology, Associate Dean for Student Affairs, University of Virginia School of Medicine

Eine Infektion mit dem Hundebandwurm wird von den Bandwurmarten Echinococcus granulosus und Echinococcus multilocularis verursacht. Es kann zur Zystenbildung in verschiedenen Organen kommen (so genannte Echinokokkose).

Erwachsene Bandwürmer der Arten Echinococcus granulosus und Echinococcus multilocularis leben im Darm von Hunden oder anderen Caniden. Auch diese Bandwürmer können mitunter den Menschen befallen und Zysten in der Leber und in anderen Organen bilden.

Lebenszyklus des Hundebandwurms

Hunde, vor allem Schäferhunde, infizieren sich durch Aufnahme von Zysten des Bandwurms in Geweben infizierter Tiere (wie z. B. von Schafen, Ziegen, Rindern oder Schweinen). Die Zysten (Hydatidenzysten) entwickeln sich im Darm des Hundes zu adulten Bandwürmern. Die infizierten Hunde scheiden Bandwurmeier im Kot aus. Schafe, Rinder, Ziegen oder Schweine nehmen Bandwurmeier aus dem Boden auf, der mit Hundekot kontaminiert ist. In den inneren Organen dieser Tiere entwickeln sich die Eier zu Zysten.

Der Mensch (häufig Schäfer oder Hütepersonen) infiziert sich meist durch versehentliche Aufnahme von Boden, Wasser oder Nahrung, die mit den Echinococcus-Eiern aus Hundekot kontaminiert sind.

Bandwurmeier können im Boden bis zu ein Jahr lang überleben. Auch auf dem Fell infizierter Tiere können sich Eier befinden. Wenn jemand ein infiziertes Tier berührt, könnten Eier an den Fingern hängen bleiben und von dort aus zum Mund oder in die Nahrung überführt werden, sodass eine Infektion stattfindet.

Aus den Eiern entwickeln sich im Darm Sphären mit Bandwurmlarven. Die Sphären bohren sich durch die Darmwand und wandern durch die Blutbahn zu verschiedenen Organen, wie z. B. in die Leber und die Lunge. Dort bilden sie Zysten, die sich allmählich vergrößern und beim Menschen Symptome verursachen können. Die daraus entstehende Infektion wird als Echinokokkose bezeichnet.

Symptome

Bei einer Echinokokkose können folgende Symptome auftreten:

  • Bauchschmerzen und Gelbsucht, wenn sich Zysten in der Leber gebildet haben

  • Brustschmerzen und Aushusten von Blut oder des Inhalts von Zysten, wenn sich Zysten in der Lunge gebildet haben

  • Nesselsucht oder eine schwere, lebensgefährliche allergische Reaktion (Anaphylaxie)

Diagnose

  • Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie

Bei Patienten mit Echinokokkose sind Zysten in der Leber oder in anderen Geweben mittels Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar.

Auch Bluttests, die Antikörper gegen den Hundebandwurm nachweisen, können hilfreich sein. (Antikörper sind Proteine, die vom Immunsystem produziert werden, um dem Körper zu helfen, sich gegen eine bestimmte Attacke, zum Beispiel gegen einen Befall mit Parasiten, zu verteidigen.)

Vorbeugung

Echinokokkose kann folgenderweise verhindert werden:

  • Sorgfältiges Händewaschen

  • Kein Verzehr von Nahrungsmitteln oder Wasser, die mit Hundekot verunreinigt sein könnten

Behandlung

  • Chirurgische Entfernung oder Drainage der Zyste, meist gefolgt von einer Albendazol-Gabe

Der Arzt kann eine Zyste oftmals chirurgisch entfernen oder mit einer Nadel öffnen, um sie zu entleeren. Die Platzierung der Nadel zum Öffnen der Zyste erfolgt unter Ultraschall-Sicht. Dann wird eine Salzlösung in die Zyste injiziert, um die Parasiten abzutöten, anschließend wird die Lösung abgesaugt (perkutane Aspiration-Injektion-Reaspiration).

Nach der Operation bzw. dem Absaugen der Zyste wird in der Regel Albendazol gegeben. Dieses Medikament reduziert die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens oder der weiteren Ausbreitung einer Zyste. Es kann manche Zysten abtöten, muss dazu aber lange Zeit eingenommen werden. Albendazol wird auch zur Unterdrückung des Wachstums von Zysten angewendet, die nicht chirurgisch entfernt bzw. abgesaugt werden können.

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