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Listeriose

Von Larry M. Bush, MD, Affiliated Associate Professor of Medicine;Affiliated Professor of Biomedical Sciences, University of Miami-Miller School of Medicine;Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Listeriose ist eine Infektion, die durch das grampositive Bakterium Listeria monocytogenes hervorgerufen wird.

  • Die Bakterien können über kontaminierte Molkereiprodukte, rohes Gemüse oder Fleisch aufgenommen werden.

  • Die Betroffenen haben Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

  • Bestätigt wird die Diagnose durch Identifizierung der Bakterien bei Blutuntersuchung oder der Untersuchung der Zerebrospinalflüssigkeit.

  • Mithilfe von Antibiotika kann die Infektion geheilt werden.

Der Erreger Listeria monocytogenes lebt im Darm des Menschen und vieler Tiere weltweit.

Die meisten Fälle von Listeriose entstehen durch

  • Verzehr kontaminierter Nahrung

Mitunter erfolgt eine Infektion auch durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (insbesondere beim Schlachten und Zerlegen von Schlachtkörpern).

Die Bakterien vermehren sich bei Kühlschranktemperatur in Lebensmitteln und überleben auch die Temperaturen im Gefrierschrank. Die Bakterien werden bei der Pasteurisierung abgetötet. Auch beim ausreichenden Garen oder Wiederaufwärmen von Nahrung sterben die Bakterien ab. Jedoch können diese auch in mit Nahrungsresten gefüllten Rissen und unzugänglichen Bereichen von Einrichtungen zur Nahrungsmittelherstellung vorkommen und die Nahrungsmittel können erneut verunreinigt werden. Wenn die Nahrungsmittel nach dem Kauf nicht noch einmal erhitzt werden müssen, werden die verbleibenden Bakterien mit den Lebensmitteln aufgenommen. Sie können sich in tiefgekühlten, verpackten Fertigprodukten vermehren, ohne dass sich dadurch der Geschmack oder Geruch des Nahrungsmittels ändert. Nahrungsmittel, die bei früheren Ausbrüchen von Listeriose betroffen waren, sind beispielsweise Sorten von Weichkäse (wie lateinamerikanischer Weißkäse, Feta, Brie und Camembert), Feinkostsalate (wie Krautsalat), nicht pasteurisierte Milch, Aufschnitt, Putenwürstchen, andere Hotdogsorten, Garnelen und nicht ausreichend erhitztes Hähnchenfleisch.

Invasive Listeriose

Die Bakterien gelangen mitunter vom Darm aus in die Blutbahn und besiedeln bestimmte Organe (so genannte invasive Listeriose). Die Bakterien können die Gehirn- und Rückenmarkshäute befallen (und eine Meningitis hervorrufen) und sich auf die Augen, die Herzklappen ausbreiten (und eine Endokarditis hervorrufen) oder bei schwangeren Frauen im Uterus ausbreiten. In seltenen Fällen können sich im Gehirn und Rückenmark Eiteransammlungen (Abszesse) entwickeln.

In den USA gibt es pro Jahr nur etwa 1.600 Fälle von invasiver Listeriose, die aber bei jedem sechsten Patienten tödlich verläuft. Sie tritt häufiger bei schwangeren Frauen, Neugeborenen, bei Menschen über 60 und Menschen mit einem schwachen Immunsystem, beispielsweise bei Menschen mit einer HIV-Infektion, auf. In etwa jedem siebten Fall sind schwangere Frauen betroffen.

Wussten Sie ...

  • Schwangere Frauen sind besonders gefährdet, da Listeriose dem Fötus schaden kann.

Symptome der Listeriose

Die Betroffenen haben typischerweise Schüttelfrost, Fieber, Muskelschmerzen (ähnlich wie bei Grippe) in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Gewöhnlich gehen diese Symptome innerhalb von 5 bis 10 Tagen zurück.

Bei invasiver Listeriose entwickeln sich die Symptome abhängig von der infizierten Körperregion. Bei einer Hirnhautentzündung leiden die Betroffenen unter Kopfschmerzen und Genickstarre. Sie leiden möglicherweise an Verwirrung und haben Gleichgewichtsstörungen. Bei einer Infektion des Uterus oder der Plazenta einer Schwangeren kann es zu einer Fehlgeburt oder Totgeburt kommen. Oder das Neugeborene kann sich eine Infektion des Blutkreislaufes (Blutvergiftung) oder Hirnhautentzündung zuziehen. Etwa die Hälfte der Neugeborenen, die sich am Ende der Schwangerschaft oder kurz vor der Geburt infizieren, stirbt.

Diagnose von Listeriose

  • Kultur einer Blutprobe

  • Mitunter Kultur einer Probe der Zerebrospinalflüssigkeit (Entnahme durch Lumbalpunktion)

Es wird eine Blutprobe entnommen. Wenn die Betroffenen Symptome einer Hirnhautentzündung zeigen, wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, um eine Probe der Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark (Zerebrospinalflüssigkeit) umgibt, zu entnehmen. Die Proben werden ins Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angelegt werden. Durch Identifizierung der Bakterien in der Probe wird die Diagnose bestätigt.

Behandlung von Listeriose

  • Antibiotika

Bei den meisten Listerieninfektionen, einschließlich Endokarditis und Meningitis, werden die Antibiotika Ampicillin und Gentamycin intravenös verabreicht. Bei einer Penicillinallergie wird anstelle von Ampicillin Trimethoprim-Sulfamethoxazol angewendet.

Augeninfektionen können mit Erythromycin in Tablettenform oder mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol, das intravenös verabreicht wird, behandelt werden.

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