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Leptospirose

Von Larry M. Bush, MD, Affiliated Associate Professor of Medicine;Affiliated Professor of Biomedical Sciences, University of Miami-Miller School of Medicine;Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Leptospirose ist eine potentiell schwere Erkrankung, die durch Leptospira-Bakterien hervorgerufen wird.

  • Viele infizieren sich durch Kontakt mit verunreinigter Erde oder Wasser während sie sich im Freien aufhalten.

  • In zwei Phasen, zwischen denen ein paar Tage liegen, treten Fieber, Kopfschmerzen und andere Symptome auf.

  • Bei einer schweren, potentiell tödlichen Form der Erkrankung werden mehrere Organe, einschließlich Leber und Nieren geschädigt.

  • Die Ermittlung von Antikörpern gegen diese Bakterien im Blut oder die Identifizierung der Bakterien in einer Probe infizierten Gewebes bestätigt die Diagnose.

  • Es werden Antikörper und manchmal salzhaltige Flüssigkeiten verabreicht, jedoch benötigen Patienten mit einer schwereren Form eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr und Dialyse.

Leptospirose kommt bei vielen Wild- und Haustieren vor, so beispielsweise auch bei Ratten und Hunden. Manche Tiere sind dabei nur Keimträger und scheiden die Bakterien mit ihrem Urin aus. Andere erkranken und sterben. Menschen stecken sich direkt durch infizierte Tiere oder indirekt durch mit dem Urin infizierter Tiere verunreinigte Erde oder Wasser an.

Leptospirose ist eine berufsbedingte Krankheit, an der vor allem Landwirte, Kanalarbeiter und Schlachthofmitarbeiter erkranken. Die meisten Betroffenen infizieren sich jedoch während ihrer Aktivitäten im Freien, wenn sie in Kontakt mit verunreinigter Erde oder Wasser kommen, vor allem beim Schwimmen oder Waten.

Die 40 bis 100 jährlich in den USA gemeldeten Infektionsfälle treten hauptsächlich im Spätsommer und im frühen Herbst auf. Da die charakteristischen Symptome von Leptospirose grippeähnlich sind und von allein wieder verschwinden, bleiben vermutlich viele Erkrankungen unentdeckt.

Symptome der Leptospirose

Bei rund 90 % der Infizierten treten nur leichte Leptospirose-Symptome auf. Bei den restlichen 10 % sind mehrere Organe befallen. Diese potentiell tödliche Form der Leptospirose wird als Weil-Syndrom bezeichnet.

Leptospirose tritt gewöhnlich in zwei Phasen auf:

  • Erste Phase: Etwa 2 bis 20 Tage nach Auftreten der Infektion treten plötzlich Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, starke Schmerzen in der Waden- und Rückenmuskulatur und Schüttelfrost auf. Am dritten bis vierten Tag röten sich die Augen stark. Manche Betroffenen bekommen Husten, der mitunter durch blutigen Auswurf begleitet wird, und Schmerzen in der Brust. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb von etwa einer Woche.

  • Zweite (immune) Phase: Bei manchen wiederholen sich die Symptome nach ein paar Tagen. Sie sind die Folge einer vom Immunsystem hervorgerufenen Entzündung (Inflammation), während die Bakterien von diesem aus dem Körper beseitigt werden. Es tritt erneut Fieber auf und die Gehirn- und Rückenmarkhäute (Meningen) entzünden sich oft dabei. Diese Entzündung (Meningitis) verursacht Genickstarre und Kopfschmerzen.

Wenn Leptospirose zu Beginn der Schwangerschaft auftritt, erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt.

Weil-Syndrom

Diese Form der Erkrankung kann während der zweiten Phase auftreten. Hervorgerufen werden Gelbsucht (gelbliche Verfärbung der Haut und des Augenweißes infolge einer Leberschädigung), Nierenversagen und Blutungsneigung. Die Betroffenen bekommen möglicherweise Nasenbluten oder blutigen Husten oder es kann zu Blutungen innerhalb des Gewebes in der Haut, der Lunge und, weniger häufig, im Verdauungstrakt kommen. Es kann sich eine Anämie entwickeln. Es kann zum Versagen mehrerer Organe, wie Herz, Lunge und Nieren, kommen.

Die meisten Betroffenen, die keine Gelbsucht entwickeln, werden wieder gesund. Bei etwa 5 bis 10 % der Betroffenen mit Gelbsucht und einem höheren Anteil der über 60-Jährigen verläuft die Erkrankung tödlich. Das Sterberisiko ist höher, wenn ein veränderter Geisteszustand, Nierenversagen, Ateminsuffizienz und innere Blutungen auftreten.

Diagnose der Leptospirose

  • Kultur und Analyse von Blut- und Urinproben oder mitunter einer Probe der Zerebrospinalflüssigkeit (Entnahme durch Lumbalpunktion)

Zur Bestätigung der Diagnose werden Blut- und Urinproben entnommen. Diese werden dann analysiert. Wenn die Patienten Symptome einer Hirnhautentzündung haben, wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, um eine Probe der Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark (Zerebrospinalflüssigkeit) umgibt, zu entnehmen. Gewöhnlich werden über mehrere Wochen mehrere Proben genommen. Diese Proben werden ins Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angelegt werden.

Bestätigt wird die Diagnose zur Identifizierung der Bakterien in angelegten Kulturen, oder häufiger durch Feststellung von Antikörpern im Blut.

Vorbeugung von Leptospirose

Mit dem Antibiotikum Doxycyclin kann Leptospirose vorgebeugt werden. Bei einem erhöhten Risiko für Erregerkontakt wird es einmal wöchentlich eingenommen. Dies ist zum Beispiel für solche Personen ratsam, die in einer Gegend leben oder dorthin reisen, wo Leptospirose-Erkrankungsfälle aufgetreten sind.

Behandlung von Leptospirose

  • Antibiotika

  • Beim Weil-Syndrom möglicherweise Bluttransfusionen und Hämodialyse

Leichte Formen der Infektion werden mit oralen Antibiotika, wie Amoxicillin oder Doxycyclin, behandelt. Bei schweren Formen der Infektion werden Antibiotika wie Penicillin oder Ampicillin intravenös verabreicht. Es können auch salzhaltige Flüssigkeiten verabreicht werden.

Patienten mit dieser Infektion müssen nicht isoliert werden, es ist jedoch Vorsicht beim Umgang mit ihrem Urin geboten.

Patienten mit Weil-Syndrom benötigen möglicherweise Bluttransfusionen und Hämodialyse.

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