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Untersuchung des Bewegungsapparats

Von Alexandra Villa-Forte, MD, MPH, Staff Physician, Center for Vasculitis Care and Research, Department of Rheumatic and Immunologic Diseases, Cleveland Clinic

Ein Arzt kann häufig Erkrankungen des Bewegungsapparats aufgrund der Krankengeschichte und der Ergebnisse der körperlichen Untersuchung diagnostizieren. Manchmal sind Laboruntersuchungen, bildgebende oder andere Diagnoseverfahren erforderlich, um eine Diagnose zu stellen und zu bestätigen.

Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen können helfen, Erkrankungen des Bewegungsapparats zu diagnostizieren. Wenn z. B. eine Entzündung vorliegt, ist die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG – ein Test zur Messung der Rate, mit der sich rote Blutkörperchen am Boden eines Reagenzglases mit Blut absetzen) gewöhnlich erhöht. Da die Entzündungsursache jedoch vielfältig sein kann, reicht die BSG alleine für eine klare Diagnose nicht aus. Es kann auch die Menge an Kreatinkinase (einem normalen Muskelenzym, das bei Muskelverletzungen in den Blutkreislauf freigesetzt wird) gemessen werden. Die Menge an Kreatinkinase steigt, wenn große Muskelpartien verletzt sind. Bei rheumatoider Arthritis kann ein Bluttest bei der Diagnose helfen, wenn rheumatoide Faktoren oder antizyklische cytrullinisierte Peptidantikörper (Anti-CCP) gefunden werden. Bei systemischem Lupus erythematodes (Lupus) kann die Diagnose mithilfe von Autoimmun-Antikörpern (Autoantikörpern), beispielsweise antinukleären Antikörpern und Antikörpern gegen doppelsträngige Desoxyribonukleinsäure (DNS) im Blut, gestellt werden. Es kann ein Bluttest durchgeführt werden, um Personen mit einem bestimmten Gen (HLA-B27) zu identifizieren. Bei Personen mit diesem Gen ist das Risiko der Entwicklung einer Spondyloarthropathie erhöht. Spondyloarthropathien sind Erkrankungen, die eine Entzündung des Rückens und anderer Gelenke sowie weitere Symptome, z. B. Augenschmerzen, Augenrötung und Ausschlag, hervorrufen können.

Auch die Wirksamkeit der Behandlung lässt sich durch Laboruntersuchungen oftmals gut überwachen. Die Wirksamkeit der Behandlung bei rheumatoider Arthritis oder Polymyalgia rheumatica lässt sich z. B. sehr gut durch die BSG überprüfen. Eine reduzierte Blutsenkung lässt beispielsweise darauf schließen, dass eine Behandlung zur Bekämpfung einer Entzündung gut wirkt.

Untersuchungen von Nerven und Muskeln

Durch Untersuchungen der Nervenleitfähigkeit ( Elektromyographie und Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit) lässt sich erkennen, ob die Nerven, die die Muskeln versorgen, normal funktionieren. In Verbindung mit der Untersuchung der Nervenleitfähigkeit werden auch häufig Elektromyographien durchgeführt ( Tests bei Hirn-, Rückenmark- und Nervenerkrankungen : Elektromyographie und Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit). Bei diesem Test wird anhand der elektrischen Impulse in den Muskeln geprüft, wie gut die Nervenimpulse an die Verbindungen zwischen Nerven und Muskeln (neuromuskuläre Verbindungen) und von dort an die Muskeln geleitet werden. Durch die Untersuchung der Nervenleitfähigkeit in Verbindung mit der Elektromyographie lässt sich bestimmen, ob hauptsächlich ein Muskelproblem (z. B. Myositis oder Muskeldystrophie), eine Erkrankung der Nerven, die die Muskeln versorgen (z. B. Schlaganfall, Störung am Rückenmark oder Polyneuropathie), oder eine Beeinträchtigung der neuromuskulären Verbindung (z. B. Myasthenia gravis) vorliegt. Nervenleitfähigkeitsuntersuchungen sind besonders hilfreich zur Erkennung von Störungen der peripheren Nerven, z. B. bei Karpaltunnelsyndrom und Lähmung des Ellennervs.

Röntgenaufnahmen

Durch Röntgenaufnahmen ( Einfache Röntgenuntersuchungen) lassen sich Knochenanomalien besonders gut erkennen. Sie werden häufig verwendet, um schmerzhafte, verformte oder mutmaßlich veränderte Knochenpartien zu untersuchen. Auch Frakturen, Tumore, Verletzungen, Infektionen und Missbildungen (z. B. angeborene Hüftdysplasie) lassen sich mit Röntgenstrahlen gut diagnostizieren. Durch Röntgenaufnahmen lassen sich auch Veränderungen gut erkennen, die auf eine bestimmte Art von Arthritis hinweisen (z. B. rheumatoide Arthritis oder Osteoarthrose). Weiches Gewebe wie Muskeln, Schleimbeutel, Bänder, Sehnen und Nerven werden auf Röntgenaufnahmen nicht abgebildet. Anhand einer normalen (unbelasteten) oder einer belasteten Röntgenaufnahme, bei der das Gelenk belastet wird, kann der Arzt feststellen, ob ein Gelenk geschädigt oder verletzt ist.

Die Arthrographie ist ein Röntgenverfahren, bei dem ein Kontrastmittel in einen Gelenkspalt injiziert wird, um die Strukturen im Gelenk, z. B. die Bänder, besser sichtbar zu machen. Mit dieser Methode lassen sich gerissene Bänder oder abgelöste Knorpelstücke erkennen. Statt der Arthrographie wird heute meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht.

Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA)

Die quantitative digitale Radiographie (DXA- oder DEXA-Methode = Dual-Energy X-ray Absorptiometry) ist die genaueste Methode, um die Knochendichte zu bestimmen. Diese ist wichtig beim Screening oder bei der Diagnosestellung einer Osteopenie oder Osteoporose ( Osteoporose). Mithilfe der DXA wird auch das Knochenbruchrisiko bestimmt und das Ansprechen auf eine Behandlung überprüft. Diese Untersuchung ist schnell, schmerzlos und strahlungsarm. Dabei wird die Knochendichte der unteren Wirbelsäule, der Hüfte, des Handgelenks oder des gesamten Körpers mit Hilfe von Röntgenstrahlen gemessen. An diesen Stellen lässt sich die Knochendichte sehr genau bestimmen. Bei der Untersuchung von Personen auf Osteoporose werden vorzugsweise Messungen der unteren Wirbelsäule und der Hüfte durchgeführt. Um Osteoporose (der häufigste Grund für einen anormalen DEXA-Scan) von anderen Knochenerkrankungen zu unterscheiden, muss der Arzt die Symptome, den Gesundheitszustand, eingenommene Medikamente und die Ergebnisse bestimmter Blut- und Urintests sowie die DEXA-Ergebnisse berücksichtigen.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Computertomographie (CT – Computertomografie) und Magnetresonanztomographie (MRT – Magnetresonanztomografie) liefern wesentlich detailliertere Ergebnisse als das herkömmliche Röntgenverfahren. Mit diesen Verfahren lassen sich Ausmaß und Stelle der Verletzung genau bestimmen. Mit diesen beiden Verfahren lassen sich auch Brüche, die auf Röntgenbildern nicht sichtbar sind, erkennen (beispielsweise manche kleinen Brüche der Hüft- und Beckenknochen). Die Magnetresonanztomographie eignet sich besonders gut, um Muskeln, Sehnen und Bänder darzustellen. Mit einer MRT lässt sich feststellen, ob die Schmerzen von einer Weichteilverletzung herrühren (z. B. ein Bänder- oder Sehnenriss oder eine Verletzung einer wichtigen Struktur im Inneren des Knies). Eine CT ist hilfreich, wenn eine MRT nicht zu empfehlen oder nicht verfügbar ist. Bei der CT werden die Patienten ionisierender Strahlung ausgesetzt ( Bildgebende Verfahren im Überblick : Strahlenrisiken). Die CT eignet sich am besten zur Bilddarstellung der Knochen. In einigen Fällen ist eine MRT jedoch die bessere Methode. Patienten verbringen in einer CT-Untersuchung viel weniger Zeit als in einer MRT. Eine MRT ist wesentlich teurer als eine CT, und wenn keine offenen Geräte verwendet werden, bekommen viele Patienten in der MRT Platzangst.

Ultraschall

Ultraschall wird immer häufiger eingesetzt, um eine Entzündung in Gelenken und im Bereich von Gelenken sowie Bänderrisse und -entzündungen zu identifizieren. Ultraschall kann auch zur Sichtkontrolle verwendet werden, wenn eine Kanüle in ein Gelenk eingeführt wird (beispielsweise, um Arzneimittel zu injizieren oder Gelenkflüssigkeit zu entfernen). Diese Untersuchungsart ist eine kostengünstigere Alternative zur CT und MRT und verursacht keinerlei Strahlenbelastung. Sie steht jedoch nicht immer zur Verfügung und setzt genaue Kenntnisse über die Durchführung und Auswertung von Seiten des Arztes voraus.

Knochenszintigraphie

Das bildgebende Verfahren der Knochenszintigraphie wird gelegentlich eingesetzt, um Brüche zu diagnostizieren, vor allem, wenn andere Untersuchungen, wie Röntgenstrahlen, CT oder MRT keinen Bruch ergeben haben. Bei der Knochenszintigraphie wird radioaktives Material (Technetium-99-m Pyrophosphat) eingesetzt, das von heilenden Knochen aufgenommen wird. Diese Technik kann auch eingesetzt werden, wenn eine Knocheninfektion oder Metastasen (von einem Krebs in einem anderen Körperteil) vermutet werden. Ein Knochenszintigramm kann zwar ein Problem in einem Knochen sichtbar machen, gibt jedoch keinen Aufschluss darauf, ob es sich dabei um einen Bruch, einen Tumor oder um eine Infektion handelt. Das radioaktive Material wird in eine Vene (intravenös) verabreicht und von einem Knochenszintigraphen erkannt. Das so erzeugte Bild des Knochens kann auf einem Computerbildschirm betrachtet werden.

Gelenkaspiration

Anhand der Gelenkaspiration (Arthrozentese) lassen sich bestimmte Gelenkprobleme erkennen. Diese Technik ist zum Beispiel die direkteste und genaueste Methode, um festzustellen, ob Schmerzen und Schwellungen in einem Gelenk durch eine Infektion oder Arthrose in Verbindung mit der Einlagerung von Kristallen (wie etwa bei Gicht) verursacht werden. Das Verfahren erfordert eine örtliche Betäubung. Anschließend wird eine größere Nadel in einen Gelenkspalt eingeführt und Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) entnommen (aspiriert), die dann unter einem Mikroskop untersucht wird. Der Arzt entfernt so viel Flüssigkeit wie möglich und stellt ihre Farbe und Klarheit fest. Mit der Flüssigkeit werden weitere Untersuchungen, wie etwa ein Bluttest zur Bestimmung der Leukozytenanzahl und eine Kultur, durchgeführt. Der Arzt kann nach der Untersuchung der Flüssigkeit häufig eine Diagnose stellen. Bakterien in der Flüssigkeitsprobe können z. B. eine Infektion belegen. Sind bestimmte Kristalle in der Probe enthalten, weisen diese auf Gicht (Harnsäurekristalle) oder Pseudogicht (Kalziumpyrophosphatdihydrat-Kristalle) hin ( Pseudogicht). Diese Untersuchung ist im Allgemeinen schnell, einfach und relativ schmerzlos und wird zumeist in der Arztpraxis oder in einer Notaufnahme durchgeführt. Das Risiko einer Gelenkinfektion ist minimal.

Arthroskopie

Bei der Arthroskopie wird ein kleines faseroptisches Gerät (mit dem Durchmesser eines Bleistifts) in einen Gelenkspalt eingeführt. Damit kann der Arzt das Innere des Gelenks betrachten und das Bild auf einem Bildschirm ansehen. Der Schnitt in die Haut ist nur sehr klein. Dieses Verfahren wird im Krankenhaus oder in einem chirurgischen Zentrum durchgeführt. Der Patient erhält eine lokale, spinale oder Vollnarkose oder eine Kombination. Während der Arthroskopie kann der Arzt Gewebeproben (z. B. des Gelenkknorpels oder der Gelenkkapsel) zu Analysezwecken entnehmen (Biopsie) und, falls erforderlich, die notwendige Operation zur Behebung des Problems vornehmen. Die Arthroskopie wird häufig angewendet bei Verdacht auf Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovitis), bei gerissenen Bändern und Sehnen oder Knorpelschäden, oder wenn sich Knorpel- oder Knochenstücke gelöst haben. Diese Probleme treten bei Patienten mit Arthritis oder älteren Gelenkverletzungen ebenso auf wie bei Sportlern. Diese Schäden können im Rahmen einer Arthroskopie behandelt werden. Das Infektionsrisiko ist sehr gering.

Nach einer arthroskopischen Operation erholen sich die Patienten sehr viel schneller als nach einer herkömmlichen Operation. Bei den meisten Patienten kann diese Operation ambulant durchgeführt werden.