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Untersuchung des Bewegungsapparats

Von Michael Jacewicz, MD, University of Tennessee Health Science Center;Veterans Administration Medical Center, Memphis

Ein Arzt kann häufig Erkrankungen des Bewegungsapparats aufgrund der Symptome und der körperlichen Untersuchung diagnostizieren. Manchmal sind Laboruntersuchungen, bildgebende oder andere Diagnoseverfahren erforderlich, um eine Diagnose zu stellen und zu bestätigen.

Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen können helfen, Erkrankungen des Bewegungsapparats zu diagnostizieren. Wenn z. B. eine Entzündung vorliegt, ist die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG – ein Test zur Messung der Rate, mit der sich rote Blutkörperchen am Boden eines Reagenzglases mit Blut absetzen) erhöht. Da die Entzündungsursache jedoch vielfältig sein kann, reicht die BSG alleine für eine klare Diagnose nicht aus. Auch die Menge an Kreatinkinase (einem normalen Muskelenzym, das bei Muskelverletzungen in den Blutkreislauf freigesetzt wird) kann gemessen werden. Die Menge an Kreatinkinase steigt, wenn große Muskelpartien verletzt sind. Bei rheumatoider Arthritis kann ein Bluttest bei der Diagnose helfen, wenn rheumatoide Faktoren oder antizyklische cytrullinisierte Peptidantikörper (Anti-CCP) gefunden werden. Bei systemischem Lupus erythematodes (Lupus) kann die Diagnose anhand von Autoimmun-Antikörpern (antinukleären Antikörpern) im Blut gestellt werden.

Auch die Wirksamkeit der Behandlung lässt sich häufig durch Laboruntersuchungen gut überwachen. Die Wirksamkeit der Behandlung bei rheumatoider Arthritis oder Polymyalgia rheumatica lässt sich z. B. sehr gut durch die BSG überprüfen.

Nervenuntersuchungen

Durch Untersuchungen der Nervenleitfähigkeit (siehe Elektromyographie und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit) lässt sich erkennen, ob die Nerven, die die Muskeln versorgen, normal funktionieren. In Verbindung mit der Untersuchung der Nervenleitfähigkeit werden auch häufig Elektromyographien durchgeführt (siehe Tests bei Hirn-, Rückenmark- und Nervenerkrankungen : Elektromyographie und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit). Bei diesem Test wird anhand der elektrischen Impulse in den Muskeln geprüft, wie gut die Nervenimpulse an die Verbindungen zwischen Nerven und Muskeln (neuromuskuläre Verbindungen) und von dort an die Muskeln geleitet werden. Durch die Untersuchung der Nervenleitfähigkeit in Verbindung mit der Elektromyographie lässt sich bestimmen, ob hauptsächlich ein Muskelproblem (z. B. Myositis oder Muskeldystrophie), eine Erkrankung der Nerven, die die Muskeln versorgen (z. B. Schlaganfall, Störung am Rückenmark oder Polyneuropathie), oder eine Beeinträchtigung der neuromuskulären Verbindung (z. B. Myasthenia gravis) vorliegt. Nervenleitfähigkeitsuntersuchungen sind besonders hilfreich zur Erkennung von Störungen der peripheren Nerven, z. B. Polyarteriitis nodosa und Lähmung des Ellennervs.

Röntgenstrahlen

Durch Röntgenstrahlen (siehe Einfache Röntgenuntersuchungen) lassen sich Knochenanomalien besonders gut erkennen. Sie werden häufig verwendet, um schmerzhafte, verformte oder mutmaßlich veränderte Knochenpartien zu untersuchen. Auch Frakturen, Tumore, Verletzungen, Infektionen und Missbildungen (z. B. angeborene Hüftdysplasie) lassen sich mit Röntgenstrahlen gut diagnostizieren. Durch Röntgenaufnahmen lassen sich auch Veränderungen gut erkennen, die auf eine bestimmte Art von Arthritis hinweisen (z. B. rheumatoide Arthritis oder Osteoarthrose). Weiches Gewebe wie Muskeln, Schleimbeutel, Bänder, Sehnen und Nerven werden auf Röntgenaufnahmen nicht abgebildet. Anhand einer normalen (unbelasteten) oder einer belasteten Röntgenaufnahme, bei der das Gelenk belastet wird, kann der Arzt feststellen, ob ein Gelenk geschädigt oder verletzt ist.

Die Arthrographie ist ein Röntgenverfahren, bei dem ein Kontrastmittel in einen Gelenkspalt injiziert wird, um die Strukturen im Gelenk, z. B. die Bänder, besser sichtbar zu machen. Mit dieser Methoden lassen sich gerissene Bänder oder abgelöste Knorpelstücke erkennen. Statt der Arthrographie wird heute meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht.

Quantitative digitale Radiographie (DEXA)

Die quantitative digitale Radiographie (DXA- oder DEXA-Methode = Dual-Energy X-ray Absorptiometry) ist die genaueste Methode, um die Knochendichte zu bestimmen. Dies ist wichtig bei der Diagnosestellung einer Osteoporose. Bei diesem Test wird die Knochendichte der unteren Wirbelsäule, der Hüfte, des Handgelenks oder des gesamten Körpers mit schwachen Röntgenstrahlen gemessen. An diesen Stellen lässt sich die Knochendichte sehr genau bestimmen. Um Osteoporose (der häufigste Grund für einen anormalen DEXA-Scan) von anderen Knochenerkrankungen zu unterscheiden, muss der Arzt die Symptome, den Gesundheitszustand, eingenommene Medikamente und die Ergebnisse bestimmter Blut- und Urintests sowie die DEXA-Ergebnisse berücksichtigen.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) (MRT)

Computertomographie (CT—Computertomografie) und Magnetresonanztomographie (MRT –Magnetresonanztomografie) liefern wesentlich detailliertere Ergebnisse als das herkömmliche Röntgenverfahren. Mit diesen Verfahren lassen sich Ausmaß und Stelle der Verletzung genau bestimmen. Mit diesen beiden Verfahren lassen sich auch Brüche, die auf Röntgenbildern nicht sichtbar sind, erkennen. Die Magnetresonanztomographie eignet sich besonders gut, um Muskeln, Sehnen und Bänder darzustellen. Mit einem MRT lässt sich feststellen, ob die Schmerzen von einer Weichteilverletzung herrühren (z. B. ein Bänder- oder Sehnenriss oder eine Verletzung einer wichtigen Struktur im Inneren des Knies). CT eignet sich besonders zur Abbildung der Knochen; in einigen Fällen ist jedoch ein MRT die bessere Methode. Patienten verbringen in einer CT-Untersuchung viel weniger Zeit als in einem MRT. Ein MRT ist wesentlich teurer als eine CT, und wenn keine offenen Geräte verwendet werden, bekommen viele Patienten im MRT Platzangst.

Knochenszintigraphie

Das bildgebende Verfahren der Knochenszintigraphie wird gelegentlich eingesetzt, um Brüche zu diagnostizieren, vor allem, wenn andere Untersuchungen, wie Röntgenstrahlen, CT oder MRT keinen Bruch ergeben haben. Bei der Knochenszintigraphie wird radioaktives Material (Technetium-99-m Pyrophosphat) eingesetzt, das von heilenden Knochen aufgenommen wird. Diese Technik kann auch eingesetzt werden, wenn eine Knochenentzündung oder Metastasen (von einem Krebs in einem anderen Körperteil) vermutet wird. Das radioaktive Material wird intravenös verabreicht und von einem Knochenszintigraphen erkannt. Das so erzeugte Bild des Knochens kann auf einem Computerbildschirm betrachtet werden.

Gelenkaspiration

Anhand der Gelenkaspiration lassen sich bestimmte Gelenkprobleme erkennen. Dabei wird eine Nadel in einen Gelenkspalt eingeführt und Flüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) entnommen (aspiriert), die dann unter einem Mikroskop untersucht wird. Ein Arzt kann häufig aufgrund der Untersuchung der Flüssigkeit eine Diagnose stellen. Bakterien in der Flüssigkeitsprobe können z. B. eine Entzündung belegen. Bestimmte Kristalle weisen wiederum auf Gicht (Harnsäurekristalle) oder Pseudogicht hin (siehe Gicht) (Kalziumkristalle). Diese Untersuchung ist im Allgemeinen schnell, einfach und relativ schmerzlos und wird zumeist in der Arztpraxis durchgeführt. Das Risiko einer Gelenkinfektion ist minimal.

Arthroskopie

Bei der Arthroskopie wird ein kleines faseroptisches Gerät (mit dem Durchmesser eines Bleistifts) in einen Gelenkspalt eingeführt. Damit kann der Arzt das Innere des Gelenks betrachten und das Bild auf einem Bildschirm ansehen. Der Einstich in der Haut ist nur sehr klein. Der Patient erhält eine lokale, spinale oder Vollnarkose. Während der Arthroskopie kann der Arzt Gewebeproben zu Analysezwecken entnehmen (Biopsie) und, falls erforderlich, die notwendige Operation zur Behebung des Problems vornehmen. Die Arthroskopie wird häufig angewendet bei Verdacht auf Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovitis), bei gerissenen Bändern und Sehnen oder Knorpelschäden, oder wenn sich Knorpel- oder Knochenstücke gelöst haben. Diese Probleme treten bei Patienten mit Arthritis oder älteren Gelenkverletzungen ebenso auf wie bei Sportlern. Diese Schäden können im Rahmen einer Arthroskopie behandelt werden. Das Infektionsrisiko ist sehr gering.

Nach einer arthroskopischen Operation erholen sich die Patienten sehr viel schneller als nach einer herkömmlichen Operation. Bei den meisten Patienten kann diese Operation ambulant durchgeführt werden.