Nicht gefunden
Orte

Finden Sie Informationen zu medizinischen Themen, Symptomen, Arzneimitteln, Verfahren, Neuigkeiten und mehr in verständlicher Alltagssprache.

Eosinophile Pneumonie

Von Lee S. Newman, MD, MA, University of Colorado at Denver;New

Die eosinophile Pneumonie (auch eosinophiles Lungeninfiltrat genannt) umfasst eine Gruppe von Lungenerkrankungen, bei denen in der Lunge und meistens auch im Blutkreislauf vermehrt Eosinophile (eine Form der weißen Blutkörperchen) auftreten.

  • Gewisse Medikamente, Chemikalien, Pilze und Parasiten sorgen dafür, dass sich Eosinophile in der Lunge ansammeln.

  • Betroffene husten, keuchen oder geraten in Atemnot, bei einigen von ihnen kommt es auch zu respiratorischer Insuffizienz.

  • Anhand von Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen wird die Krankheit entdeckt und die Ursache bestimmt, besonders wenn Parasiten als Ursache vermutet werden.

  • In der Regel werden Corticosteroide verabreicht.

Eosinophile sind an Immunreaktionen in der Lunge beteiligt. Die Zahl der Eosinophilen erhöht sich bei vielen Entzündungsvorgängen und allergischen Reaktionen, einschließlich Asthma, das oft eine Begleiterscheinung bestimmter Formen von eosinophiler Pneumonie ist. Anders als bei typischen Lungenentzündungen durch Bakterien, Viren oder Pilze deutet bei einer eosinophilen Pneumonie nichts auf eine Infektion der winzigen Lungenbläschen (Alveolen) hin. Allerdings füllen sich die Alveolen und oft auch die Atemwege mit Eosinophilen. Sie dringen sogar in die Wände der Blutgefäße ein, und wenn es zu Asthma kommt, können sich die verengten Atemwege durch die Ansammlung von Sekreten (Schleim) verschließen.

Warum sich Eosinophile ausgerechnet in der Lunge ansammeln, ist noch unklar; oft ist es auch unmöglich, die Substanz zu bestimmen, welche die allergische Reaktion auslöst. Es gibt jedoch einige bekannte Ursachen für eosinophile Pneumonie: gewisse Arzneimittel (Penicillin, Aminosalicylsäure, Carbamazepin, Naproxen, Isoniazid, Nitrofurantoin, Chlorpropamid und Sulfonamide wie Trimethoprim/Sulfamethoxazol), chemische Dämpfe (eingeatmete Nickelverbindungen), Pilze (Aspergillus fumigatus) und Parasiten (Fadenwürmer bzw. Nematoden).

Symptome und Diagnose

Die Symptome können leicht bis lebensbedrohlich sein. Die einfache eosinophile Pneumonie (Löffler-Syndrom) und ähnliche Pneumonien (wie z. B. die tropische Eosinophilie, die durch das Einnisten von Filarien, einer Art Fadenwurm entsteht) können leichtes Fieber und schwache Atembeschwerden hervorrufen, wenn es überhaupt zu Symptomen kommt. Betroffene können unter Husten, Keuchen und Kurzatmigkeit leiden, erholen sich aber normalerweise schnell. Durch eine andere Krankheitsform, das akute eosinophile Lungeninfiltrat, kann der Sauerstoffgehalt im Blut stark absinken, und ohne Behandlung können sich die Symptome innerhalb von Stunden oder Tagen zu einer akuten respiratorischen Insuffizienz steigern.

Die chronische eosinophile Pneumonie, die langsam über Wochen bis Monate fortschreitet, kann ebenfalls ernst werden. Ohne Behandlung kann es dabei zu lebensgefährlicher Kurzatmigkeit kommen.

Beim akuten eosinophilen Lungeninfiltrat weisen die Blutuntersuchungen bis zu 10- bis 15-fach höhere Mengen an Eosinophilen nach als normal. Bei chronischer eosinophiler Pneumonie kann die Anzahl der Eosinophilen im Blut auch normal sein.

Der überzeugendste Hinweis für eine Diagnose ist, wenn die Symptome des Patienten in einer relativ kurzen Zeitspanne nach der Einnahme eines Medikaments oder nach Reisen in eine Gegend, wo Würmer verbreitet sind, auftreten. Röntgenaufnahmen des Brustkorbs weisen bei einer eosinophilen Pneumonie Veränderungen auf, die aber in ähnlicher Form auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Beim akuten eosinophilen Lungeninfiltrat weisen die Röntgenbilder in der Regel kleine weiße Linien und trübe Flecken in der Lunge auf, gelegentlich zusammen mit größeren weißen Flecken, die charakteristisch für Flüssigkeiten in der Lunge sind (Ödeme). Es kann auch zu Flüssigkeit im Brustraum (Pleuraerguss) kommen, die auf der Röntgenaufnahme zu erkennen ist. Bei der chronischen eosinophilen Pneumonie sind auf den Röntgenaufnahmen des Brustkorbs weiße Flecken zu sehen, die hauptsächlich an den Rändern der Lunge auftreten und bei später gemachten Röntgenbildern scheinbar an andere Orte der Lunge gewandert sind.

Bei der mikroskopischen Untersuchung von Sputum oder Spülmaterial der Alveolen, das während einer Bronchoskopie entnommen wurde, finden sich typische Ansammlungen von Eosinophilen. In weiteren Laboruntersuchungen kann nach einer Infektion durch Pilze oder Parasiten geforscht wer den; dazu können auch Stuhlproben unter dem Mikroskop auf Würmer und andere Parasiten getestet werden.

Prognose und Behandlung

Die eosinophile Pneumonie kann leicht verlaufen und sich auch ohne Behandlung rasch bessern. Im akuten Fall wird in der Regel ein Corticosteroid wie Prednison eingesetzt. Bei der chronischen eosinophilen Pneumonie kann Prednison viele Monate oder sogar Jahre nötig sein. Wenn der Patient keuchen muss, werden dieselben Therapien wie bei Asthma eingesetzt (siehe Asthma bronchiale : Vorbeugung und Behandlung). Wenn Würmer oder andere Parasiten die Ursache sind, wird der Patient mit den geeigneten Arzneimitteln behandelt. Medikamente, welche die Krankheit auslösen könnten, werden normalerweise abgesetzt.