Nicht gefunden
Orte

Finden Sie Informationen zu medizinischen Themen, Symptomen, Arzneimitteln, Verfahren, Neuigkeiten und mehr in verständlicher Alltagssprache.

Fettleber

Von Steven K. Herrine, MD, Thomas Jefferson University;Sidney Kimmel Medical College

Fettleber (hepatische Steatose) ist eine auffällige Einlagerung von gewissen Fetten (Triglyzeriden) in den Leberzellen.

  • Patienten mit Fettleber fühlen sich möglicherweise müde oder haben leichte Bauchbeschwerden, weisen aber sonst keinerlei Symptome auf.

  • Eine Leberbiopsie kann notwendig sein, um die Diagnose zu bestätigen und die Ursache sowie das Ausmaß der Schädigung zu bestimmen.

  • Der Behandlungsschwerpunkt liegt auf der Kontrolle oder Beseitigung der Ursachen für die Fettablagerungen, wozu u. a. das metabolische Syndrom und der Konsum großer Mengen an Alkohol gehören.

In den Vereinigten Staaten sowie in anderen westlichen Ländern sind die Hauptursachen für Fettleber der Konsum großer Mengen an Alkohol ( Alkohol), Giftstoffe, gewisse Arzneimittel, angeborene Stoffwechselkrankheiten und Stoffwechselstörungen wie z. B. Übergewicht, Insulinresistenz (wie etwa bei Diabetes) oder hohe Triglyzeridwerte im Blut. Die Kombination von Übergewicht, Insulinresistenz und hohen Triglyzeridwerten wird metabolisches Syndrom genannt (siehe Metabolisches Syndrom). All diese Elemente sorgen für Fetteinlagerungen in den Leberzellen, indem der Körper entweder mehr Fett synthetisiert oder das Fett langsamer verarbeitet (verstoffwechselt) und ausscheidet. In der Folge bildet sich überschüssiges Fett, das dann in den Leberzellen eingelagert wird. Fettreiche Ernährung führt nicht unbedingt zu einer Fettleber.

In seltenen Fällen bildet sich auch in der Spätphase der Schwangerschaft Fett in der Leber. Diese sogenannte Schwangerschaftsfettleber ( Schwangerschaftsbedingte Fettleber ) oder mikrovesikuläre Steatose gilt in der Regel als eine andere Erkrankung als die gewöhnliche Fettleber.

Wussten Sie ...?

  • Die Aufnahme von fettreichen Nahrungsmitteln allein führt nicht zu einer Fettleber.

Die Fettleber kann zusätzlich auch entzündet sein. Bei einer Entzündung kann es zu Narbenbildung (Fibrose) kommen. Diese Fibrose entwickelt sich oft zur Zirrhose weiter (d. h., dass das vernarbte Gewebe die Struktur der Leber verändert und ihre Funktion beeinträchtigt). Wenn die Fettleber (mit oder ohne Fibrose) nicht aufgrund des Konsums großer Mengen an Alkohol entsteht, spricht man von einfacher Fettleber. Diese Krankheit kommt meistens bei Patienten mit metabolischem Syndrom vor.

Symptome

Eine Fettleber ruft meistens keine Symptome hervor. Manche Menschen fühlen sich müde oder haben unbestimmte Bauchbeschwerden. Die Leber ist vergrößert und kann bei einer ärztlichen Untersuchung gut erkannt werden.

Diagnose

Wenn der Verdacht auf Fettleber aufkommt, stellen Ärzte Fragen bezüglich Alkoholmissbrauch. Diese Informationen sind entscheidend. Anhaltender übermäßiger Alkoholgenuss kann zu schweren Leberschäden führen.

Auch Bluttests zur Beurteilung von Auffälligkeiten in der Leber sind wichtig ( Leberfunktionstests), weil z. B. Entzündungen zu Zirrhose führen können. Durch zusätzliche Bluttests können andere Ursachen für Auffälligkeiten in der Leber wie z. B. Virushepatitis ausgeschlossen werden. Mittels Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Bauchraumes kann überschüssiges Fett in der Leber entdeckt werden, wobei nicht immer beurteilt werden kann, ob eine Entzündung oder Fibrose vorliegt.

Eine Leberbiopsie kann zur Bestätigung der Diagnose erforderlich sein. Für die Biopsie wird die Einstichstelle zwecks Schmerzlinderung örtlich betäubt, worauf eine lange Kanüle durch die Haut in die Leber eingeführt und ein kleines Stück Gewebe zur mikroskopischen Untersuchung entnommen wird ( Biopsie der Leber). Anhand der Biopsie kann beurteilt werden, ob eine Fettleber vorliegt, ob diese aufgrund von Alkoholmissbrauch oder anderen spezifischen Ursachen entstanden ist und wie gravierend die Schädigung der Leber ist.

Prognose

Zu viel Fett in der Leber stellt an sich nicht unbedingt ein großes Problem dar. Wenn Alkohol die Ursache ist, verschwindet das Fett bei Abstinenz in der Regel innerhalb von etwa sechs Wochen wieder. Wenn die Ursache jedoch nicht ermittelt und behoben wird, kann eine Fettleber sehr wohl ernste Folgen haben. Die anhaltende Schädigung der Leber durch große Mengen an Alkohol oder die Einnahme von Arzneimitteln, welche die Fettleber verursachen, kann mit der Zeit zu einer Zirrhose führen.

Bei Frauen mit einer Schwangerschaftsfettleber ist die Prognose noch schlechter ( Schwangerschaftsbedingte Fettleber).

Behandlung

Die Behandlung der Fettleber zielt auf eine Verringerung oder Beseitigung der Ursache ab. Daher sollten Patienten Folgendes tun:

  • Arzneimittel absetzen, welche die Fettleber hervorrufen könnten

  • Abnehmen

  • Maßnahmen gegen Diabetes oder zur Senkung von Triglyzeridwerten ergreifen

  • Keinen Alkohol mehr trinken

Vitamin E und Thiazolidinedione (wie z. B. Rosiglitazon oder Pioglitazon zur Behandlung von Diabetes) können bei der Behandlung von Fettleber, die nicht aufgrund von Alkoholmissbrauch entstanden ist, helfen.

Ressourcen in diesem Artikel