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Uveitis

Von Emmett T. Cunningham, Jr., MD, PhD, MPH, Stanford University;The Uveitis Service, California Pacific Medical Center and Clinic

Eine Uveitis ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut an einer jeglichen Stelle im pigmentierten Augenhintergrund, auch Uvea oder Uvealtrakt genannt.

  • Die Uvea kann sich aufgrund von Infektionen, Verletzungen, einer körperweiten autoimmunen Störung (die den Körper zum Angriff auf das eigene Gewebe veranlasst) oder aus unbekannten Gründen entzünden.

  • Die Symptome können Augenschmerzen, eine Rötung der Augen, einen Verlust des Sehvermögens oder eine Kombination derselben umfassen.

  • Die Behandlung erfolgt üblicherweise mit Kortikosteroiden (in der Form von Augentropfen, Tabletten zur Einnahme oder als Injektion ins Auge) sowie Tropfen, welche die Pupille des betroffenen Auges erweitern und entspannen.

Der Uvealtrakt setzt sich aus drei Komponenten zusammen: der Iris, dem Ziliarkörper und der Aderhaut.

Die Iris,der farbige Ring um die schwarze Pupille, öffnet und schließt sich wie die Öffnung einer Kameralinse, um mehr oder weniger Licht ins Auge einzulassen.

Der Ziliarkörper besteht aus einer Gruppe von Muskeln, die beim Zusammenziehen die Linse dicker werden lassen, sodass sich das Auge auf Objekte in der Nähe konzentrieren kann. Durch Entspannen gestattet der Ziliarkörper der Linse, dünner zu werden, sodass sich das Auge auf Objekte in größerer Entfernung konzentrieren kann. Dieser Vorgang heißt Akkomodation.

Die Aderhaut, die einen Teil der hinteren Seite des Augapfels auskleidet, zieht sich vom Rand der Ziliarmuskeln bis zum Sehnerv im Augenhintergrund. Die Aderhaut liegt zwischen der Netzhaut auf der Innenseite und der Lederhaut (Sklera) auf der Außenseite. Sie enthält sowohl pigmentierte Zellen als auch Blutgefäße, die das Augeninnere und besonders die Netzhaut ernähren.

Ein Blick auf die Uvea

Der Uvealtrakt kann sich zum Teil oder ganz entzünden. Eine auf einen Bereich begrenzte Entzündung der Uvea wird nach dem entzündeten Bereich benannt. Eine anteriore Uveitis ist eine Entzündung der vorderen Seite des Uvealtraktes, einschließlich der Iris. Eine intermediäre Uveitis ist eine Entzündung des mittleren Teils des Uvealtraktes. Bei einer posterioren Uveitis handelt es sich um eine Entzündung des hinteren Teils des Uvealtraktes, die auch die Netzhaut und die Aderhaut betreffen kann. Eine Panuveitis ist eine Entzündung, die den gesamten Uvealtrakt angreift. Gelegentlich wird auf Uveitis mit dem Namen des spezifischen Teils, der betroffen ist, Bezug genommen – zum Beispiel etwa Iritis (Entzündung der Iris), Choroiditis (Entzündung der Aderhaut) oder Chorioretinitis (eine Entzündung, die sowohl die Aderhaut als auch die darüber liegende Netzhaut betrifft). Eine Entzündung der Uvea ist bei vielen Patienten auf ein Auge beschränkt, kann aber auch beide Augen in Mitleidenschaft ziehen.

Ursachen

Eine solche Entzündung hat zahlreiche mögliche Ursachen. Einige Ursachen beschränken sich auf das Auge selbst, während es sich bei anderen um Erkrankungen handelt, die den ganzen Körper betreffen. Bei den meisten Patienten wird keine Ursache identifiziert, und sie werden dann als idiopathische Uveitis (oder eine Uveitis unbekannter Ursache) diagnostiziert. Zahlreiche Patienten mit Uveitis leiden unter einer Störung, die auch andere Organe im Körper betrifft. Dazu gehören entzündliche Erkrankungen, wie zum Beispiel etwa das Behçet-Syndrom, ankylosierende Spondylitis, juvenile idiopathische Arthritis, Sarkoidose, reaktive Arthritis, entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) und unter Asiaten und einigen Hispanoamerikanern auch die Vogt-Koyanagi-Harada-Krankheit. Einige Patienten leiden unter solchen Volkskrankheiten wie Tuberkulose, Syphilis oder der Lyme-Krankheit. Andere mögliche Ursachen umfassen Infektionen, die nur ein Auge betreffen können, wie zum Beispiel Infektionen mit Herpes (Virus des Herpes simplex), Gürtelrose (Virus der Varicella zoster), Toxoplasmose und Cytomegalovirus. Cytomegalovirus kommt vorwiegend bei Patienten vor, die mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV)/AIDS infiziert sind. Augenverletzungen sind eine verbreitete Ursache für anteriore Uveitis. Wenn auch selten können doch einige Arzneimittel (wie Pamidronat, Rifabutin, Sulfonamid Antibiotika und Cidofovir) eine Uveitis verursachen.

Symptome

Die frühen Symptome einer Uveitis können leicht oder schwer sein - je nachdem, welcher Teil der Uvea betroffen ist und wie schwer die Entzündung ist.

  • Eine anteriore Uveitis hat typischerweise die schwersten Symptome. Starke Augenschmerzen, eine Rötung der Bindehaut, Schmerzen bei hellem Licht und eine leichte Abnahme des Sehvermögens sind typisch. Bei der Untersuchung kann der Augenarzt prall gefüllte Blutgefäße auf der Oberfläche des Auges am Rand der Hornhaut, weiße Blutkörperchen, die in der Flüssigkeit schweben, die den vorderen Teil des Auges füllt (Kammerwasser), und Ablagerungen weißer Blutkörperchen auf der inneren Oberfläche der Hornhaut erkennen.

  • Eine intermediäre Uveitis ist typischerweise schmerzlos. Das Sehvermögen kann reduziert sein, und es ist möglich, dass der Patient unregelmäßig schwebende schwarze Punkte (Mouches volantes) sieht.

  • Eine posteriore Uveitis verursacht typischerweise ein reduziertes Sehvermögen und Mouches volantes. Zudem kann es auch zu einer Ablösung der Netzhaut ( Netzhautablösung) kommen. Frühe Symptome können den Verlust des peripheren Sehvermögens und verschwommenes Sehen umfassen. Der optische Nerv kann sich entzünden ( Optische Neuritis). Die Symptome dieser Entzündung umfassen den Verlust des Sehvermögens, das von keinen blinden Punkten bis hin zu völliger Blindheit reicht.

  • Panuveitis kann eine beliebige Kombination dieser Symptome verursachen.

Eine Uveitis kann das Auge schnell schädigen. Sie kann Langzeitkomplikationen auslösen, die das Sehvermögen bedrohen, wie zum Beispiel ein Anschwellen der Makula, eine Beschädigung der Netzhaut, Glaukome und grauen Star. Viele Menschen erleben nur einen Uveitisschub. Andere haben über Monate oder Jahre hinweg periodische Rückfälle.

Diagnose und Behandlung

Der Arzt stützt die Diagnose auf die Symptome und die Befunde der körperlichen Untersuchung. Im Verlauf der Untersuchung setzt der Arzt eine Spaltlampe ein. Eine Spaltlampe ist ein Instrument, das dem Arzt die Betrachtung des Auges bei starker Vergrößerung ermöglicht. Wenn der Arzt eine Erkrankung als Ursache vermutet, die andere Organe betrifft, werden entsprechende Tests durchgeführt.

Um einem bleibenden Schaden vorzubeugen, muss die Behandlung möglichst früh einsetzen. Die Behandlung umfasst fast immer Kortikosteroide, die normalerweise als Augentropfen verabreicht werden. Kortikosteroide können darüber hinaus auch oral eingenommen oder in das Auge injiziert werden. Arzneimittel zur Erweiterung der Pupillen, wie zum Beispiel Homatropintropfen, werden ebenfalls eingesetzt. Andere Arzneimittel können zur Behandlung spezifischer Ursachen der Uveitis angewandt werden. Wenn zum Beispiel eine Infektion die Ursache ist, können Arzneimittel verabreicht werden, die den infizierenden Organismus eliminieren. Von Zeit zu Zeit werden andere Behandlungsformen erforderlich, wie etwa Operationen, der Einsatz von Lasern, Injektionen von Arzneimitteln in das Auge oder Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva), die man oral oder intravenös einnimmt.

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