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Katarakt

Von Kathryn Colby, MD, PhD

Bei einer Katarakt handelt es sich um eine Trübung (Opazität) der Linse des Auges, die einen fortschreitenden, schmerzlosen Verlust des Sehvermögens verursacht.

  • Das Sehen kann unscharf sein, Kontraste können verloren gehen, und um Lichtquellen herum erscheint ein Halo.

  • Ärzte können Katarakte erkennen, indem sie das Auge mit einer Spaltlampe betrachten.

  • Die meisten Katarakte können entfernt und mit einer künstlichen Linse ersetzt werden.

Derzeit ist der graue Star weltweit die Hauptursache für Erblindungen. Katarakte sind in den Vereinigten Staaten weit verbreitet, wo sie vorwiegend ältere Erwachsene betreffen. Fast jeder fünfte im Alter von 65 bis 74 Jahren entwickelt Katarakte, die schwer genug sind, um das Sehvermögen zu reduzieren, und beinahe jeder Zweite über 75 Jahre hat Katarakte. Glücklicherweise können Patienten in den Vereinigten Staaten ihre Katarakte behandeln lassen, bevor sie zur Blindheit führen.

Katarakte entstehen vorwiegend infolge des Alterns oder ohne deutliche Ursache. Folgende Faktoren tragen jedoch dazu bei:

  • Augenverletzungen

  • Den langfristigen Einsatz bestimmter Medikamente (zum Beispiel Kortikosteroide)

  • Eine längere Belastung durch Röntgenstrahlen (wie etwa bei einer Strahlentherapie für das Auge)

  • Entzündliche und Infektionskrankheiten des Auges (wie zum Beispiel Uveitis)

  • Krankheiten wie Diabetes

  • Eine längere Belastung durch direkte Sonneneinstrahlung

  • Eine schlechte Ernährung

  • Rauchen

  • Alkoholkonsum

  • Hitze aus einer Infrarotquelle

Menschen, die von einer Katarakt in einem Auge betroffen sind, neigen eher dazu, einen solchen später auch in dem anderen Auge zu entwickeln. Manchmal können sich Katarakte in beiden Augen gleichzeitig entwickeln. Eine Katarakt kann angeboren sein (kongenitale Katarakte – siehe Andere Geburtsdefekte), bei Kindern kann sie sich aber auch infolge einer Verletzung oder Erkrankung entwickeln.

Wussten Sie ...?

  • Derzeit ist der graue Star weltweit die Hauptursache für Erblindungen.

Symptome

Weil das ganze Licht, das in das Auge eindringt, durch die Linse geht, kann eine Linsentrübung dieses Licht blockieren oder streuen und damit das Sehvermögen verschlechtern. Das erste Symptom einer Katarakt kann eine verschwommene Sicht sein. Manchmal bestehen die ersten Symptome darin, dass man Halos und Sternchen um die Lichtquellen herum sieht. Weniger weit verbreitet ist auch das Doppeltsehen (auch als Geisterbilder genannt); es ist ein frühes Symptom. Patienten können zudem feststellen, dass Farben gelblicher und verblasster wirken. Das Lesen kann aufgrund zunehmender Probleme bei der Unterscheidung zwischen Hell- und Dunkelkontrasten bei gedruckten Buchstaben erschwert sein.

Wie eine Linsentrübung die Sehkraft beeinträchtigt

Auf der linken Seite nimmt eine normale Linse das Licht auf und bündelt es auf der Netzhaut. Auf der rechten Seite blockiert eine Katarakt einen Teil des Lichts und streut das Licht, sodass eine gute Bündelung auf der Netzhaut verhindert wird.

Wie stark die Sehverschlechterung ist, hängt davon ab, wie hoch die Intensität der ins Auge einfallenden Lichtstrahlen ist, sowie von der Position der Katarakt.

Mit einer Katarakt in der Nähe der Rückseite der Linse (posteriore subkapsulare Katarakt) verschlechtert sich die Sehschärfe, wenn sich die Pupille (zum Beispiel bei hellem Licht oder beim Lesen) zusammenzieht. Bei einer posterioren subkapsularen Katarakt kommt es auch eher zum Verlust an Kontrast sowie zu Halos und Sternchen (Blendung) durch helles Licht oder durch Scheinwerfer von Fahrzeugen beim Fahren während der Nacht. Menschen mit grauem Star, die pupillenverengende Medikamente (wie z. B. bestimmte Augentropfen für Glaukome) anwenden, können auch unter einem stärkeren Verlust des Sehvermögens leiden.

Mit einer Katarakt im Zentrum (im Inneren) der Linse (nukleare Katarakt) verschlechtert sich die Fernsicht. Dennoch kann sich die Nahsicht zunächst verbessern, da die Katarakt als stärkere Linse fungiert und dadurch das Licht erneut bündelt. Ältere Menschen, die eine Brille zum Nahsehen gebraucht haben, seit sie Mitte 40 waren, können feststellen, dass sie wieder Dinge aus der Nähe sehen können, ohne eine Brille zu benötigen; dieses Phänomen wird oft als das „zweite Gesicht“ bezeichnet. Leider blockiert später jedoch eine nukleare Katarakt das in das Auge einfallende Licht und streut es, sodass die Sicht vermindert ist.

Auch wenn Katarakte fast nie Schmerzen verursachen, können sie in seltenen Fällen jedoch anschwellen und den Augeninnendruck erhöhen (Glaukom), was schmerzhaft sein kann.

Wussten Sie ...?

  • Gelegentlich kann eine Katarakt in einem bestimmten Teil der Linse eine Verbesserung der Nahsicht verursachen, und man kann wieder lesen, ohne eine Lesebrille zu benötigen.

Diagnose

Normalerweise kann der Arzt eine Katarakt bei der Untersuchung des Auges mit einem Ophthalmoskop (einem in der Hand gehaltenen Vergrößerungsglas, das den hinteren Raum des Auges erleuchtet) erkennen. Ein Arzt kann den genauen Standort der Katarakt ebenso identifizieren, wie das Ausmaß, in dem das Licht blockiert wird, und zwar durch den Einsatz der Spaltlampe (ein Gerät, das dem Arzt ermöglicht, das Auge bei starker Vergrößerung zu untersuchen). Die Spaltlampe gestattet eine detailliertere Untersuchung der Linse und anderer Bereiche des Auges.

Vorbeugung

Es gibt einiges, was man tun kann, um Katarakte zu vermeiden. Konsequente Nutzung von Brillen oder Sonnenbrillen mit einer Beschichtung, die das ultraviolette Licht (UV) herausfiltert, schützt die Augen vor hellem Sonnenlicht und könnte helfen. Nicht rauchen und das Einschränken des Alkoholkonsums ist hilfreich und beugt auch anderen Krankheiten vor. Menschen mit Diabetes sollten mit ihrem Arzt kooperieren, um eine gute Einstellung ihres Blutzuckerspiegels zu gewährleisten. Möglicherweise beugt auch eine Ernährung, die reich an Vitamin C, Vitamin A und Karotinoiden (enthalten in Gemüsesorten wie etwa Spinat und Grünkohl) ist, Katarakten vor. Der Einsatz von Östrogenen bei Frauen nach der Menopause kann auch eine Schutzwirkung haben, doch sollte dies nicht der einzige Grund für die Einnahme von Östrogen sein. Zu guter Letzt sollten Patienten, die über eine längere Zeit hinweg Kortikosteroide einnehmen, mit ihrem Arzt die Möglichkeit der Einnahme eines anderen Medikamentes besprechen.

Behandlung

Bis das Sehvermögen deutlich beeinträchtigt ist, lässt sich die Sehschärfe häufig mit einer Brille oder Kontaktlinsen verbessern. Das Tragen einer Sonnenbrille bei hellem Licht und Lampen, die kein direktes Licht abgeben, können eine Blendung reduzieren und das Sehvermögen unterstützen. Von Zeit zu Zeit können Augentropfen, welche die Pupille geweitet lassen, zur Unterstützung des Sehvermögens eingesetzt werden, wenn die Katarakt klein ist und sich im hinteren Teil der Linse befindet.

Die Katarakt kann nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Es gibt keine Augentropfen oder Medikamente, die die Katarakt verschwinden lassen. In sehr seltenen Fällen verursachen Katarakte Veränderungen (z. B. ein Anschwellen der Katarakt oder des Glaukoms), die den Arzt veranlassen, eine schnelle Entfernung der Katarakt zu empfehlen. Dennoch sollten sich die meisten Patienten einer Operation nur dann unterziehen, wenn ihr Sehvermögen durch Katarakte derart eingeschränkt ist, dass sie sich unsicher oder unbequem fühlen oder nicht in der Lage sind, tägliche Verrichtungen vorzunehmen. Eine Entfernung von Katarakten vor dem Eintritt einer solchen Situation hat keine Vorteile.

Eine Kataraktoperation kann an Patienten jeden Alters vorgenommen werden und ist im Allgemeinen sogar sicher bei Menschen mit solchen Erkrankungen wie zum Beispiel Herzerkrankungen und Diabetes. Im Normalfall nimmt der Arzt einen kleinen Einschnitt im Auge vor und entfernt die Katarakt, indem er sie aufbricht und die Teile aus der Linsenkapsel herausnimmt (Phakoemulsifikation). Sobald alle Teile der Katarakt entfernt sind, setzt der Chirurg normalerweise eine Linse aus Plastik oder Silikon ( intraokulare Linse) in die Linsenkapsel ein. Dennoch kann die intraokuläre Linse nicht immer sicher platziert werden. Wenn das Einsetzen einer Linse nicht möglich ist, müssen die Patienten dicke Brillengläser oder Kontaktlinsen tragen, nachdem die Katarakt entfernt wurde.

Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung einer Katarakt erfolgt fast immer unter Einsatz eines Lokalanästhetikums (einer Injektion oder Augentropfen), um die Oberfläche des Auges zu betäuben. Darüber hinaus erhalten die Patienten normalerweise auch ein Beruhigungsmittel. In seltenen Fällen brauchen Kinder oder Erwachsene, die im Verlauf des Eingriffs nicht ruhig bleiben können, eine Vollnarkose. Der Eingriff nimmt im Normalfall etwa 30 Minuten in Anspruch, und der Patient kann noch am selben Tag nach Hause entlassen werden. Nähte sind gewöhnlich nicht nötig, weil der Einschnitt klein ist und von allein heilt.

Patienten sollen im Voraus Vorkehrungen treffen, um zu Hause im Verlauf mehrerer Tage nach der Operation zusätzliche Hilfe zu erhalten, da ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein könnte (z. B. könnte es verboten sein, sich zu beugen oder schwere Gegenstände zu heben), und da sich das Sehvermögen verändert und für kurze Zeit nach der Operation etwa verschwommenes Sehen und Unbehagen bei hellem Licht auftreten können. In den ersten Wochen nach der Operation werden Augentropfen mit Kortikosteroiden und mit Antibiotika eingesetzt, um Infektionen zu verhindern, Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern. Patienten erhalten eine Brille oder einen Plastikschirm, die sie während des Schlafens tragen, um das Auge vor Verletzungen zu schützen, bis die Heilung abgeschlossen ist, was normalerweise wenige Wochen in Anspruch nimmt. Das Reiben der Augen wird vermieden. Patienten suchen den Arzt einen Tag nach der Operation auf, und dann besuchen sie den Arzt normalerweise eine Woche und einen Monat später. Wenn ein Patient unter Katarakten in beiden Augen leidet, warten viele Ärzte mehrere Monate, bis das erste Auge geheilt ist, um dann die Katarakt aus dem anderen Auge zu entfernen.

Viele Menschen stellen schon wenige Wochen nach der Staroperation fest, dass sich ihre Fernsicht verbessert hat. Fast jeder wird zum Lesen eine Brille benötigen, und einige Patienten werden zudem eine Brille brauchen, um die bestmögliche Fernsicht zu erreichen. Neuere intraokuläre und multifokale Linsen ermöglichen eine gute Nah- und Fernsicht ohne Augengläser, auch wenn einige Patienten weniger Kontraste wahrnehmen und mit diesen Linsen in der Nacht Sternchen und Halos sehen. Vor dem chirurgischen Eingriff nimmt der Arzt Berechnungen vor, um die Stärke der künstlichen Linse zu bestimmen. Daher ist ein Übergang von Brillen mit dicken Gläsern vor der Operation zu viel dünneren Gläsern nach dem Eingriff möglich. Einige Patienten brauchen keine Brille mehr oder benötigen sie nur für bestimmte Dinge, zum Beispiel zum Autofahren bei Nacht, Lesen bei schwachem Licht oder für das Sehen aus mittlerer Entfernung, wie etwa bei der Arbeit mit dem Computer..

Komplikationen nach einer Staroperation sind selten. Patienten können Infektionen oder schwere Blutungen im Auge entwickeln, die zu einem Verlust des Sehvermögens führen können. Der Augeninnendruck kann zu hoch werden, was zum Glaukom führen kann, wenn es nicht behandelt wird, oder das Implantat kann sich verschieben. Der hintere Teil des Auges (die Netzhaut) kann anschwellen oder sich lösen (siehe Netzhautablösung). In seltenen Fällen kann es sein, dass Patienten mit Erkrankungen der Netzhaut, wie diabetische Retinopathie, feststellen, dass ihr Sehvermögen sich nach der Operation verschlechtert hat. Durch eine angemessene ärztliche Nachsorge können diese unüblichen Komplikationen frühzeitig entdeckt und behandelt werden.

Bei einigen Patienten trübt sich das Gewebe (Kapsel), das in dem Auge nach der Entfernung der ursprünglichen Linse zurückgelassen wurde, und beeinträchtigt damit das Sehvermögen. Dieses Problem wird als sekundäre Katarakt bezeichnet und tritt bei etwa jedem vierten Patienten auf, der sich einer Kataraktoperation unterzogen hat, und zwar Monate oder Jahre nach der Einpflanzen einer künstlichen Linse. Typischerweise wird dieser Zustand durch den Einsatz eines Lasers behandelt, mit dem kleine Öffnung in der trüben Kapsel geschaffen wird, die das Licht durchlässt.

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